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Matrix-Metalloproteinasen (MMPs) sind Enzyme, die am Abbau von Bindegewebe beteiligt sind und eine zentrale Rolle bei Wundheilung, Entzündung und Tumorwachstum spielen.
Matrix-Metalloproteinasen (MMPs) sind Enzyme, die am Abbau von Bindegewebe beteiligt sind und eine zentrale Rolle bei Wundheilung, Entzündung und Tumorwachstum spielen.
Matrix-Metalloproteinasen (MMPs) sind eine Familie von zinkabhängigen Endopeptidasen, also Enzymen, die Eiweißmoleküle (Proteine) an bestimmten Stellen im Inneren spalten. Ihr wichtigstes Merkmal ist die Fähigkeit, Bestandteile der extrazellulären Matrix (EZM) abzubauen – das ist das Netzwerk aus Proteinen und Zuckerketten, das Zellen umgibt, stützt und miteinander verbindet. MMPs spielen damit eine grundlegende Rolle bei vielen biologischen Prozessen im menschlichen Körper.
Bisher wurden beim Menschen über 20 verschiedene MMPs identifiziert. Sie werden nach ihrer bevorzugten Zielstruktur in Untergruppen eingeteilt, darunter Kollagenasen, Gelatinasen, Stromelysine und membranständige MMPs (MT-MMPs). Alle MMPs enthalten ein Zink-Ion im aktiven Zentrum, das für ihre enzymatische Aktivität unverzichtbar ist.
MMPs sind an zahlreichen physiologischen (normalen) und pathologischen (krankhaften) Prozessen beteiligt:
Da MMPs sehr mächtige Enzyme sind, wird ihre Aktivität im Körper streng kontrolliert. Dieser Kontrollmechanismus funktioniert auf mehreren Ebenen:
Ein Überschuss oder eine unkontrollierte Aktivität von MMPs ist mit einer Vielzahl von Erkrankungen verbunden:
MMPs sind bei der Invasion und Metastasierung von Tumoren von zentraler Bedeutung. Sie bauen die extrazelluläre Matrix ab und ermöglichen so, dass Krebszellen in umliegendes Gewebe eindringen und über den Blut- oder Lymphweg in entfernte Organe gelangen. Insbesondere MMP-2 und MMP-9 (Gelatinasen) sind bei vielen Krebsarten erhöht nachweisbar.
Bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) führt eine übermäßige MMP-Aktivität zur Zerstörung von Knorpel- und Knochengewebe.
MMPs tragen zur Instabilität von atherosklerotischen Plaques (Ablagerungen in den Gefäßwänden) bei und spielen eine Rolle bei der Herzinsuffizienz durch den pathologischen Umbau des Herzmuskels.
Bei Erkrankungen wie Multipler Sklerose, Alzheimer-Demenz oder nach einem Schlaganfall sind MMPs an der Zerstörung der Blut-Hirn-Schranke und an neuronalem Gewebeabbau beteiligt.
Sowohl eine verminderte als auch eine übermäßige MMP-Aktivität kann Wundheillungsstörungen verursachen. Bei Fibrose (krankhafte Bindegewebsvermehrung) hingegen ist die MMP-Aktivität oft zu gering, um überschießendes Kollagen abzubauen.
Bestimmte MMPs werden als Biomarker in der medizinischen Diagnostik eingesetzt. Erhöhte MMP-Spiegel im Blut, im Urin oder in Gewebeproben können Hinweise auf Tumorerkrankungen, entzündliche Prozesse oder kardiovaskuläre Risiken liefern. So wird beispielsweise MMP-9 als potenzieller Marker für das Risiko eines Herzinfarkts erforscht.
Die Hemmung von MMPs galt lange als vielversprechender therapeutischer Ansatz, insbesondere in der Krebstherapie. Jedoch haben klinische Studien mit sogenannten MMP-Inhibitoren (MMPIs) bislang gemischte Ergebnisse gezeigt, da MMPs sowohl schädliche als auch schützende Funktionen ausüben können. Die Forschung konzentriert sich daher auf die Entwicklung von selektiveren Hemmstoffen, die gezielt einzelne MMP-Subtypen blockieren, um Nebenwirkungen zu minimieren.
In der Zahnmedizin werden MMP-Inhibitoren (z. B. niedrig dosiertes Doxycyclin) bereits klinisch eingesetzt, etwa zur Behandlung von Parodontitis.
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