Maxilla (Oberkiefer) – Anatomie & Erkrankungen
Die Maxilla (Oberkiefer) ist ein paariger Knochen des Gesichtsschädels, der die oberen Zähne trägt und den Gaumen sowie den Nasenboden bildet.
Wissenswertes über "Maxilla"
Die Maxilla (Oberkiefer) ist ein paariger Knochen des Gesichtsschädels, der die oberen Zähne trägt und den Gaumen sowie den Nasenboden bildet.
Was ist die Maxilla?
Die Maxilla, auf Deutsch Oberkiefer, ist ein paariger Knochen des menschlichen Gesichtsschädels. Beide Hälften verwachsen in der Mittellinie und bilden gemeinsam einen der größten Knochen des Gesichtes. Die Maxilla ist an zahlreichen anatomischen Strukturen beteiligt: Sie trägt die oberen Zähne, bildet den harten Gaumen, den Nasenboden, den Boden der Augenhöhle sowie einen Teil der seitlichen Nasenwände.
Anatomie und Aufbau
Die Maxilla besteht aus einem zentralen Körper (Corpus maxillae) und vier Fortsätzen (Processus):
- Processus frontalis: verbindet den Oberkiefer mit dem Stirnbein
- Processus zygomaticus: verbindet den Oberkiefer mit dem Jochbein
- Processus palatinus: bildet den vorderen Teil des harten Gaumens
- Processus alveolaris: trägt die Alveolen (Zahnfächer) der oberen Zähne
Im Inneren des Körpers befindet sich die Kieferhöhle (Sinus maxillaris), eine der größten Nasennebenhöhlen des Menschen. Sie ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet und steht mit der Nasenhauptsöhle in Verbindung.
Funktionen der Maxilla
Die Maxilla übernimmt im menschlichen Körper mehrere wichtige Funktionen:
- Kaufunktion: Als Träger der oberen Zähne ist die Maxilla direkt am Kauen beteiligt.
- Sprachbildung: Die Form von Gaumen und Zahnreihe beeinflusst die Aussprache.
- Atemsystem: Die Kieferhöhle ist Teil des Nasennebenhöhlensystems und beteiligt sich an der Befeuchtung und Erwärmung der Atemluft.
- Gesichtsstruktur: Die Maxilla bestimmt maßgeblich die äußere Form des mittleren Gesichtsbereiches.
Klinische Bedeutung
Frakturen der Maxilla
Brüche des Oberkiefers entstehen häufig durch direkte Gewalteinwirkung, etwa bei Verkehrsunfällen oder Stürzen. Die sogenannte Le-Fort-Klassifikation teilt Oberkieferfrakturen in drei Typen ein (Le Fort I, II, III), je nach Lage und Ausdehnung des Bruches. Symptome sind Schmerzen, Schwellungen, Febißveränderungen sowie möglicherweise eine Beeinträchtigung des Sehvermögens oder der Atmung.
Sinusitis maxillaris
Eine Sinusitis maxillaris (Kieferhöhlenentzündung) ist eine häufige Erkrankung, bei der sich die Schleimhaut der Kieferhöhle entzündet. Ursachen sind meist virale oder bakterielle Infektionen, seltener zahnarztliche Erkrankungen. Typische Symptome sind Druckgefühl im Gesicht, Nasenflüsse und Kopfschmerzen.
Fehlbildungen und kieferorthopädische Relevanz
Angeborene Fehlbildungen wie die Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte betreffen direkt die Maxilla und ihre Entwicklung. Auch kieferorthopädische Behandlungen wie die Gaumennahtsprengung (Rapid Maxillary Expansion) greifen gezielt in die Struktur der Maxilla ein, um Fehlstellungen zu korrigieren.
Tumore der Maxilla
In seltenen Fällen können gutartige oder bösartige Tumore im Bereich der Maxilla auftreten. Zu den bekannteren zählen das Ameloblastom und das Plattenepithelkarzinom des Oberkiefers. Eine frühzeitige Diagnose ist für die Therapie entscheidend.
Diagnose und Bildgebung
Zur Untersuchung der Maxilla werden in der Medizin und Zahnmedizin verschiedene bildgebende Verfahren eingesetzt:
- Panoramaschichtaufnahme (OPG): Übersichtsaufnahme aller Zähne und des Kieferknochens
- CT (Computertomografie): detaillierte Darstellung bei Frakturen oder Tumoren
- MRT (Magnetresonanztomografie): besonders nützlich bei Weichteilveränderungen
- Konventionelles Röntgen: für einfachere Fragestellungen
Behandlung von Erkrankungen der Maxilla
Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung. Frakturen werden je nach Schweregrad konservativ (Ruhigstellung) oder operativ (Osteosynthese mit Titanplatten) behandelt. Die Sinusitis maxillaris wird in der Regel medikamentös therapiert; bei chronischen Verläufen kann eine operative Spülung oder Vergrößerung der Kieferöffnung notwendig sein. Fehlbildungen und Tumore erfordern in den meisten Fällen chirurgische Eingriffe, häufig in Kombination mit weiteren Therapieformen.
Quellen
- Schiebler, T.H. & Korf, H.-W. (2007). Anatomie: Histologie, Entwicklungsgeschichte, makroskopische und mikroskopische Anatomie, Topographie. Steinkopff Verlag.
- Netter, F.H. (2019). Atlas der Anatomie des Menschen. Thieme Verlag.
- Laskawi, R. & Siudyla, P. (2021). Erkrankungen der Nasennebenhöhlen. In: HNO-Heilkunde. Georg Thieme Verlag.
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