Meibom-Drüsen-Dysfunktion (MGD) – Ursachen & Therapie
Die Meibom-Drüsen-Dysfunktion (MGD) ist eine häufige Augenerkrankung, bei der die Talgdrüsen des Augenlids nicht richtig funktionieren und trockene, gereizte Augen verursachen.
Wissenswertes über "Meibom-Drüsen-Dysfunktion"
Die Meibom-Drüsen-Dysfunktion (MGD) ist eine häufige Augenerkrankung, bei der die Talgdrüsen des Augenlids nicht richtig funktionieren und trockene, gereizte Augen verursachen.
Was ist die Meibom-Drüsen-Dysfunktion?
Die Meibom-Drüsen-Dysfunktion (kurz: MGD, vom englischen Meibomian Gland Dysfunction) ist eine chronische Erkrankung der Augenlider. Die sogenannten Meibom-Drüsen sind spezialisierte Talgdrüsen, die sich am Rand der Augenlider befinden und einen fettreichen Sekretfilm (Meibum) produzieren. Dieser Fettfilm bildet die äußerste Schicht des Tränenfilms und verhindert, dass die Tränenflüssigkeit zu schnell verdunstet. Bei einer MGD ist die Funktion dieser Drüsen beeinträchtigt, was zu einem instabilen Tränenfilm und trockenem Auge führt.
Ursachen
Die Meibom-Drüsen-Dysfunktion kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst oder begünstigt werden:
- Alter: Mit zunehmendem Alter nimmt die Drüsenfunktion natürlicherweise ab.
- Hormonelle Veränderungen: Insbesondere in den Wechseljahren ist das Risiko erhöht.
- Kontaktlinsenträger: Langjähriges Tragen von Kontaktlinsen kann die Drüsen schädigen.
- Bildschirmarbeit: Intensives Arbeiten am Computer reduziert die Blinzelhäufigkeit und begünstigt Verstopfungen der Drüsenausgänge.
- Hauterkrankungen: Erkrankungen wie Rosazea oder seborrhoische Dermatitis sind häufig mit MGD assoziiert.
- Medikamente: Bestimmte Medikamente, z. B. Retinoide oder Antihistaminika, können die Drüsenfunktion beeinflussen.
- Mangelnde Lidenthygiene: Unzureichende Reinigung der Augenlider fördert die Ablagerung von Keimen und Verkrustungen.
Symptome
Die Beschwerden der Meibom-Drüsen-Dysfunktion sind vielschichtig und können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen:
- Brennen, Stechen oder Jucken der Augen
- Fremdkörpergefühl (Sandkorngefühl)
- Gerötete oder geschwollene Augenlider
- Verschwommenes Sehen, besonders morgens
- Verkrustungen und Ablagerungen am Lidrand
- Lichtempfindlichkeit
- Augenmüdigkeit bei längerer Bildschirmnutzung
Diagnose
Die Diagnose wird von einem Augenarzt oder Optometristen gestellt. Typische Untersuchungsmethoden sind:
- Spaltlampenuntersuchung: Begutachtung des Lidrands und der Drüsenausgänge unter dem Mikroskop.
- Meibographie: Bildgebungsverfahren, bei dem die Meibom-Drüsen mithilfe von Infrarotlicht sichtbar gemacht werden, um Strukturveränderungen oder Atrophien zu erkennen.
- Tränenfilmanalyse (TBUT): Messung der Tränenfilm-Aufrisszeit zur Beurteilung der Tränenfilmstabilität.
- Liddruck-Test: Sanftes Drücken auf den Lidrand, um die Qualität und Menge des abgesonderten Meibums zu beurteilen.
Behandlung
Die Behandlung der MGD zielt darauf ab, die Drüsenfunktion zu verbessern, die Beschwerden zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Die Therapie erfolgt meist stufenweise:
Lidenthygiene
Die regelmäßige Wärmebehandlung der Augenlider (z. B. mit einer Augenwärmemaske) und anschließendes sanftes Lidmassieren sind die Grundlage der Behandlung. Wärme verflüssigt das eingedickte Meibum und fördert den Abfluss aus den Drüsen. Im Anschluss sollte der Lidrand mit speziellen Reinigungspadden oder -lösungen gereinigt werden.
Künstliche Tränen und Augentropfen
Befeuchtende Augentropfen (künstliche Tränen), insbesondere solche mit liposomalen Komponenten, können den Tränenfilm stabilisieren und Symptome lindern.
Medikamentöse Therapie
- Antibiotika: Bei bakterieller Beteiligung oder Rosazea können Tetracycline (z. B. Doxycyclin) eingesetzt werden, die auch entzündungshemmende Eigenschaften besitzen.
- Entzündungshemmende Augentropfen: Cyclosporin-A-haltige Tropfen oder kurzfristig Kortikosteroid-Augentropfen bei ausgeprägter Entzündung.
- Omega-3-Fettsäuren: Ergänzende Einnahme von Omega-3-Fettsäuren kann die Zusammensetzung des Meibums positiv beeinflussen.
Intensivierte und apparative Therapie
- Lipiflow: Ein medizinisches Gerät, das wärmende Impulse und Massage direkt am Augenlid kombiniert, um verstopfte Drüsen zu öffnen.
- IPL (Intense Pulsed Light): Lichttherapie, die bei Rosazea-assoziierter MGD eingesetzt wird.
- Probing: Mechanisches Eröffnen verstopfter Drüsenausgänge durch spezialisierte Instrumente.
Quellen
- Nichols KK et al. - The International Workshop on Meibomian Gland Dysfunction: Executive Summary. Investigative Ophthalmology & Visual Science, 2011; 52(4): 1922-1929.
- Wolffsohn JS et al. - TFOS DEWS II Diagnostic Methodology report. The Ocular Surface, 2017; 15(3): 539-574.
- Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) - Leitlinie Trockenes Auge / Sicca-Syndrom, 2019. Verfügbar unter: www.dog.org
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieAstigmatismus irregularis
Diplopie
Retinoschisis
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: Meibom-Drüsen-Dysfunktion