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Der Mekoniumileus ist ein Darmverschluss beim Neugeborenen, bei dem eingedicktes Mekonium den Dünndarm blockiert. Er ist häufig ein erstes Zeichen einer zystischen Fibrose.
Der Mekoniumileus ist ein Darmverschluss beim Neugeborenen, bei dem eingedicktes Mekonium den Dünndarm blockiert. Er ist häufig ein erstes Zeichen einer zystischen Fibrose.
Der Mekoniumileus ist eine schwerwiegende Darmerkrankung bei Neugeborenen, bei der das Mekonium – der erste Stuhlgang des Neugeborenen – so eingedickt und zähflüssig ist, dass es den Dünndarm, meist das terminale Ileum, vollständig verstopft. Diese Verstopfung führt zu einem mechanischen Darmverschluss (Ileus), der unmittelbar nach der Geburt oder in den ersten Lebenstunden symptomatisch wird.
In etwa 80–90 % der Fälle ist der Mekoniumileus mit der Erbkrankheit zystische Fibrose (Mukoviszidose) assoziiert. Durch den genetisch bedingten Defekt des CFTR-Proteins (Cystic Fibrosis Transmembrane Conductance Regulator) produziert die Bauchspeicheldrüse unzureichende Mengen an Verdauungsenzymen, was zur Eindickung des Mekoniums führt.
Beim unkomplizierten Mekoniumileus liegt ausschließlich eine Verstopfung des Darms durch eingedicktes Mekonium vor, ohne weitere Komplikationen wie Perforation oder Nekrose.
Beim komplizierten Mekoniumileus bestehen zusätzliche ernste Komplikationen, darunter:
Die häufigste Ursache des Mekoniumileus ist die zystische Fibrose, eine autosomal-rezessiv vererbte Erkrankung. Durch das fehlerhafte CFTR-Protein fehlen dem Mekonium ausreichend Wasser und Verdauungsenzyme, sodass es eine abnorm zähe Konsistenz annimmt und den Darm verstopft.
In seltenen Fällen kann ein Mekoniumileus auch ohne zystische Fibrose auftreten, etwa bei:
Die Symptome des Mekoniumileus zeigen sich typischerweise kurz nach der Geburt:
Bei kompliziertem Verlauf können zusätzlich Zeichen einer Peritonitis (Bauchfellentzündung) wie Rötung und Verhärtung der Bauchdecke auftreten.
Die Diagnose des Mekoniumileus stützt sich auf verschiedene Untersuchungen:
Aufgeblähter Bauch, teigig tastbare Darmschlingen und das Ausbleiben des Mekoniumabgangs sind richtungsweisende klinische Zeichen.
Bei Verdacht auf zystische Fibrose wird ein Schweißtest (Bestimmung des Chloridgehalts im Schweiß) sowie eine genetische Analyse auf CFTR-Mutationen durchgeführt. Neugeborenenscreening-Programme schließen in vielen Ländern auch das Screening auf zystische Fibrose ein.
Beim unkomplizierten Mekoniumileus ist häufig eine nicht-operative Behandlung möglich. Dabei wird ein hyperosmolarer Kontrastmitteleinlauf (z. B. mit Gastrografin) durchgeführt. Das Kontrastmittel zieht Wasser in den Darm, weicht das eingedickte Mekonium auf und fördert so dessen Ausscheidung. Dieser Einlauf kann bei Bedarf wiederholt werden. Begleitend ist eine intensivmedizinische Überwachung mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr notwendig.
Bei kompliziertem Mekoniumileus oder bei Versagen der konservativen Behandlung ist eine chirurgische Intervention erforderlich. Mögliche operative Verfahren umfassen:
Liegt eine zystische Fibrose zugrunde, muss diese langfristig behandelt werden. Dies umfasst Pankreasenzymsubstitution, Physiotherapie, Ernährungstherapie sowie bei geeigneten Mutationen die Behandlung mit CFTR-Modulatoren (z. B. Ivacaftor, Lumacaftor).
Mit moderner medizinischer Versorgung hat der Mekoniumileus eine deutlich verbesserte Prognose. Die Überlebensrate liegt bei rechtzeitiger Behandlung bei über 90 %. Langfristig wird die Prognose vor allem durch den Verlauf der zugrunde liegenden zystischen Fibrose bestimmt.
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