Mepolizumab – Wirkung, Anwendung & Nebenwirkungen
Mepolizumab ist ein monoklonaler Antikörper zur Behandlung von schwerem eosinophilem Asthma und weiteren eosinophilen Erkrankungen. Er blockiert Interleukin-5 und reduziert die Anzahl der Eosinophilen im Blut.
Wissenswertes über "Mepolizumab"
Mepolizumab ist ein monoklonaler Antikörper zur Behandlung von schwerem eosinophilem Asthma und weiteren eosinophilen Erkrankungen. Er blockiert Interleukin-5 und reduziert die Anzahl der Eosinophilen im Blut.
Was ist Mepolizumab?
Mepolizumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der gegen Interleukin-5 (IL-5) gerichtet ist. IL-5 ist ein Signalmolekül (Zytokin), das eine zentrale Rolle bei der Produktion, Reifung und dem Überleben von Eosinophilen spielt – einer bestimmten Art weißer Blutkörperchen, die bei übermäßiger Aktivierung Entzündungsreaktionen auslösen können. Mepolizumab wird unter dem Handelsnamen Nucala® vermarktet und ist in der Europäischen Union sowie in weiteren Ländern zugelassen.
Wirkmechanismus
Mepolizumab bindet spezifisch an Interleukin-5 und verhindert dadurch, dass IL-5 an seinen Rezeptor auf der Oberfläche von Eosinophilen andockt. Dies führt zu einer deutlichen Verringerung der Zahl der Eosinophilen im Blut und im Gewebe. Durch diesen Mechanismus wird die eosinophile Entzündung reduziert, die bei verschiedenen Erkrankungen eine entscheidende Rolle spielt.
Zugelassene Indikationen
Mepolizumab ist für folgende Erkrankungen zugelassen:
- Schweres eosinophiles Asthma: als Ergänzungstherapie bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 6 Jahren, deren Asthma trotz hochdosierter inhalativer Kortikosteroide und weiterer Medikamente nicht ausreichend kontrolliert ist.
- Eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA): eine seltene Autoimmunerkrankung, die Blutgefäße und verschiedene Organe betrifft.
- Hypereosinophiles Syndrom (HES): eine Erkrankung mit dauerhaft erhöhter Eosinophilenzahl und daraus resultierenden Organschäden.
Dosierung und Anwendung
Mepolizumab wird als subkutane Injektion (unter die Haut) verabreicht, in der Regel alle vier Wochen. Die Standarddosis bei schwerem eosinophilem Asthma beträgt 100 mg bei Erwachsenen und Jugendlichen. Bei Kindern zwischen 6 und 11 Jahren werden 40 mg eingesetzt. Für EGPA und HES sind höhere Dosierungen (300 mg) vorgesehen. Die Injektion kann nach entsprechender Schulung auch vom Patienten selbst zu Hause durchgeführt werden.
Nebenwirkungen
Mepolizumab wird im Allgemeinen gut vertragen. Die häufigsten Nebenwirkungen umfassen:
- Kopfschmerzen
- Reaktionen an der Injektionsstelle (Rötung, Schmerz, Schwellung)
- Rückenschmerzen
- Ermüdung
- Nasopharyngitis (Erkältungsähnliche Symptome)
- Harnwegsinfektionen
Selten können schwere allergische Reaktionen (Anaphylaxie) auftreten. Patienten sollten nach der Injektion beobachtet werden. Außerdem sollte beachtet werden, dass Mepolizumab bestehende Parasiten- oder Wurminfektionen begünstigen kann, da Eosinophile auch bei der Abwehr solcher Infektionen eine Rolle spielen.
Behandlungskontext und klinische Bedeutung
Mepolizumab gilt als wichtiger Fortschritt in der Biologika-Therapie von Atemwegserkrankungen. Es wird eingesetzt, wenn herkömmliche Therapien wie inhalative Kortikosteroide, langwirksame Beta-2-Agonisten oder orale Kortikosteroide nicht ausreichen. Klinische Studien haben gezeigt, dass Mepolizumab die Anzahl der Asthmaanfälle (Exazerbationen) signifikant reduziert, die Lungenfunktion verbessert und die Lebensqualität der Patienten erhöht. Zudem kann es helfen, die Dosis von oralen Kortikosteroiden, die langfristig zu Nebenwirkungen führen, zu reduzieren.
Quellen
- Bel EH et al. - Oral glucocorticoid-sparing effect of mepolizumab in eosinophilic asthma. New England Journal of Medicine, 2014; 371(13): 1189-1197.
- European Medicines Agency (EMA) - Nucala (mepolizumab): Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels. URL: https://www.ema.europa.eu (abgerufen 2024).
- Global Initiative for Asthma (GINA) - Global Strategy for Asthma Management and Prevention, 2023. URL: https://ginasthma.org
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