Methotrexat (MTX): Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen
Methotrexat (MTX) ist ein Medikament, das bei Krebs, rheumatoider Arthritis und Schuppenflechte eingesetzt wird. Es hemmt das Zellwachstum und dämpft das Immunsystem.
Wissenswertes über "Methotrexat"
Methotrexat (MTX) ist ein Medikament, das bei Krebs, rheumatoider Arthritis und Schuppenflechte eingesetzt wird. Es hemmt das Zellwachstum und dämpft das Immunsystem.
Was ist Methotrexat?
Methotrexat (Abkürzung: MTX) ist ein Arzneistoff, der sowohl in der Onkologie (Krebsmedizin) als auch in der Rheumatologie und Dermatologie eingesetzt wird. Es gehört zur Gruppe der Antimetaboliten und Immunsuppressiva – also Substanzen, die das Zellwachstum hemmen und das Immunsystem unterdrücken. Methotrexat ist seit Jahrzehnten ein etabliertes Medikament und zählt zu den am häufigsten verschriebenen Wirkstoffen in der Behandlung von Autoimmunerkrankungen.
Indikationen – Wofür wird Methotrexat eingesetzt?
Methotrexat wird bei einer Vielzahl von Erkrankungen angewendet:
- Rheumatoide Arthritis: Als sogenanntes Basistherapeutikum (DMARD – disease-modifying antirheumatic drug) zur Verlangsamung des Krankheitsverlaufs.
- Psoriasis (Schuppenflechte): Bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis der Haut und der Gelenke (Psoriasis-Arthritis).
- Krebserkrankungen: Zum Beispiel bei bestimmten Leukämien, Lymphomen, Osteosarkomen und Blasenkarzinomen, oft in höheren Dosierungen.
- Weitere Autoimmunerkrankungen: Z.B. Morbus Crohn, Lupus erythematodes und bestimmte Formen der Vaskulitis.
- Ektope Schwangerschaft: In ausgewählten Fällen als medikamentöse Alternative zur Operation.
Wirkmechanismus
Methotrexat wirkt, indem es das Enzym Dihydrofolat-Reduktase (DHFR) hemmt. Dieses Enzym ist notwendig, um Folatsäure (Vitamin B9) in ihre aktive Form umzuwandeln. Folatsäure wird für die Synthese von DNA und RNA benötigt – also für die Zellteilung. Durch die Hemmung dieses Enzyms wird die Zellteilung verlangsamt oder gestoppt. Dies wirkt sich besonders auf schnell teilende Zellen aus, wie:
- Tumorzellen (bei Krebs)
- Immunzellen (bei Autoimmunerkrankungen)
- Hautzellen (bei Psoriasis)
Bei niedrigen Dosierungen, wie sie in der Rheumatherapie üblich sind, spielt zusätzlich die Freisetzung von Adenosin eine Rolle, die entzündungshemmend wirkt.
Dosierung
Die Dosierung von Methotrexat variiert stark je nach Anwendungsgebiet:
- Niedrigdosis (z.B. Rheuma, Psoriasis): In der Regel 7,5 bis 25 mg einmal pro Woche, oral (Tabletten) oder subkutan (Injektion unter die Haut).
- Hochdosis (Onkologie): Deutlich höhere Dosen, oft intravenos, mit anschließender Gabe von Folinsäure (Leucovorin) als sogenanntes "Rescue"-Protokoll zum Schutz gesunder Zellen.
Bei der Niedrigdosistherapie wird häufig zusätzlich Folatsäure eingenommen, um Nebenwirkungen zu reduzieren. Die genaue Dosierung muss immer vom behandelnden Arzt festgelegt werden.
Nebenwirkungen
Methotrexat kann eine Reihe von Nebenwirkungen verursachen, die je nach Dosierung unterschiedlich ausgeprägt sind:
Häufige Nebenwirkungen
- Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen
- Mundschleimhautentzündung (Mukositis, Stomatitis)
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Erhöhte Leberwerte
- Haarausfall (meist reversibel)
Schwerwiegende Nebenwirkungen
- Lebertoxizität: Bei langfristiger Einnahme kann es zur Leberfibrose oder Leberzirrhose kommen. Regelmäßige Leberwertkontrollen sind daher wichtig.
- Knochenmarksuppression: Methotrexat kann die Blutbildung hemmen, was zu Ankämie, Leukopenie (Mangel an weißen Blutkörperchen) und Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen) führen kann.
- Pneumonitis: Eine seltene, aber ernste Lungenentzündung, die sich durch Husten und Atemnot äußern kann.
- Nierentoxizität: Besonders bei Hochdosistherapie relevant.
- Teratogenität: Methotrexat ist streng kontraindiziert in der Schwangerschaft, da es schwere Schäden beim ungeborenen Kind verursachen kann.
Kontraindikationen und Wechselwirkungen
Methotrexat darf nicht eingenommen werden bei:
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Schwerer Leber- oder Niereninsuffizienz
- Schwerer Knochenmarkschädigung
- Akuten Infektionen
Wichtige Wechselwirkungen bestehen unter anderem mit:
- Nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac: können die Ausscheidung von Methotrexat hemmen und die Toxizität erhöhen.
- Trimethoprim/Cotrimoxazol: Verstärkt die Wirkung auf das Knochenmark.
- Alkohol: Erhöht das Risiko von Leberschäden erheblich.
Monitoring und Sicherheit
Da Methotrexat ein Hochrisikomedikament ist, sind regelmäßige Überwachungsuntersuchungen notwendig:
- Blutbild (Kontrolle von Leukozyten, Thrombozyten, Hämoglobin)
- Leberwerte (GOT, GPT, GGT, Bilirubin)
- Nierenwerte (Kreatinin, GFR)
- Bei Bedarf: Leberstanzbiopsie oder Elastographie
Patienten sollten ihren Arzt sofort informieren, wenn Symptome wie Fieber, starke Müdigkeit, Atemnot, ungewohnte Blutungen oder Gelbsucht auftreten.
Quellen
- Smolen JS et al. – EULAR recommendations for the management of rheumatoid arthritis with synthetic and biological disease-modifying antirheumatic drugs. Annals of the Rheumatic Diseases, 2020.
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) – Fachinformation Methotrexat. www.bfarm.de
- Cronstein BN – Low-dose methotrexate: a mainstay in the treatment of rheumatoid arthritis. Pharmacological Reviews, 2005.
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: Methotrexat