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Methylcellulose ist ein pflanzlicher Ballaststoff, der als Verdickungsmittel, Abführmittel und Lebensmittelzusatzstoff eingesetzt wird.
Methylcellulose ist ein pflanzlicher Ballaststoff, der als Verdickungsmittel, Abführmittel und Lebensmittelzusatzstoff eingesetzt wird.
Methylcellulose ist ein chemisch modifizierter Ballaststoff, der durch die Methylierung von Cellulose – dem natürlichen Strukturpolymer pflanzlicher Zellwände – gewonnen wird. Sie ist wasserlöslich, quellfähig und wird vom menschlichen Körper nicht verdaut oder resorbiert. In der Medizin wird Methylcellulose als Laxativum (Abführmittel), in der Pharmazie als Hilfsstoff und in der Lebensmittelindustrie als Verdickungsmittel und Stabilisator eingesetzt. Als Lebensmittelzusatzstoff ist sie in der Europäischen Union unter der Bezeichnung E 461 zugelassen.
Methylcellulose besitzt eine besondere physikalisch-chemische Eigenschaft: Sie löst sich in kaltem Wasser, während sie bei Erwärmung geliert – ein sogenanntes reverses thermisches Gelierverhalten. Im Verdauungstrakt nimmt Methylcellulose große Mengen Wasser auf und quillt zu einer gelähnlichen Masse auf. Dieser Mechanismus entfaltet folgende Effekte:
Da Methylcellulose im Darm nicht abgebaut oder aufgenommen wird, gilt sie als physiologisch inert und ist gut verträglich.
Das häufigste medizinische Einsatzgebiet von Methylcellulose ist die Behandlung von chronischer oder gelegentlicher Verstopfung. Als sogenanntes Quellmittel (Bulk-Laxativum) wirkt es sanft und schonend im Vergleich zu chemischen Laxativa. Es eignet sich auch für ältere Patienten, Schwangere und Personen mit Reizdarmsyndrom.
Aufgrund ihrer wasseraufnehmenden Eigenschaften kann Methylcellulose auch bei funktionellem Durchfall eingesetzt werden, da sie überschüssiges Wasser im Darm bindet und den Stuhl eindickt.
In bestimmten Ernährungskonzepten wird Methylcellulose als Appetitzügler eingesetzt, da sie das Magenvolumen füllt und ein längeres Sättigungsgefühl bewirkt, ohne Kalorien zu liefern.
In der Pharmazie dient Methylcellulose als Bindemittel, Filmbildner und Viskositätsregler in Tabletten, Augentropfen, Gelen und Salben. In Augentropfen wird sie als künstliche Tränenflüssigkeit bei trockenen Augen verwendet.
Methylcellulose wird in der Regel oral eingenommen. Die übliche Tagesdosis als Laxativum beträgt je nach Präparat 1,5 bis 6 Gramm, verteilt auf mehrere Einnahmen. Entscheidend ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Pro Einnahme sollten mindestens 200–300 ml Wasser getrunken werden, da das Quellmittel andernfalls im Ösophagus oder Darm anschwellen und zu Beschwerden führen kann. Die Wirkung setzt in der Regel nach 12 bis 72 Stunden ein.
Methylcellulose gilt als sicher und gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
Methylcellulose sollte nicht verwendet werden bei bekanntem Darmverschluss, schwerer Dysphagie (Schluckstörung) oder wenn keine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sichergestellt werden kann.
In der Lebensmittelindustrie wird Methylcellulose als Verdickungsmittel, Emulgator und Stabilisator eingesetzt. Sie findet sich in Produkten wie fettreduzierten Lebensmitteln, veganen Fleischersatzprodukten und Backwaren. Die Substanz ist hitzestabil in fester Form und verleiht Produkten eine verbesserte Textur. Die Verwendung als E 461 ist in der EU durch die Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 geregelt.
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