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Die MHC-II-Präsentation ist ein zentraler Prozess des Immunsystems, bei dem Antigenfragmente auf Immunzellen präsentiert werden, um T-Helferzellen zu aktivieren.
Die MHC-II-Präsentation ist ein zentraler Prozess des Immunsystems, bei dem Antigenfragmente auf Immunzellen präsentiert werden, um T-Helferzellen zu aktivieren.
Die MHC-II-Präsentation (auch MHC-Klasse-II-Präsentation genannt) ist ein grundlegender Vorgang der adaptiven Immunantwort. Das Kürzel MHC steht für Major Histocompatibility Complex (Haupthistokompatibilitätskomplex). MHC-Klasse-II-Moleküle sind spezialisierte Oberflächenproteine, die auf bestimmten Immunzellen vorkommen und kurze Peptidfragmente aus aufgenommenen Krankheitserregern oder Fremdproteinen präsentieren. So wird das adaptive Immunsystem über das Vorhandensein eines Antigens informiert.
MHC-II-Moleküle werden ausschließlich auf sogenannten professionellen antigenpräsentierenden Zellen (APZ) exprimiert. Dazu gehören:
Diese Zellen nehmen außerhalb der Zelle befindliche Antigene (sogenannte exogene Antigene) durch Phagozytose oder Endozytose auf, zerlegen sie in kurze Peptidstücke und beladen damit die MHC-II-Moleküle, bevor diese an die Zelloberfläche transportiert werden.
Der Ablauf der MHC-II-Präsentation lässt sich in mehrere Schritte unterteilen:
Die antigenpräsentierende Zelle nimmt ein Pathogen oder Fremdprotein durch Endozytose auf. Das aufgenommene Material wird in einem intrazellulären Vesikel, dem sogenannten Endosom, eingeschlossen.
Durch Enzyme (Proteasen) wird das Antigen im Endosom in kurze Peptidketten von etwa 13 bis 25 Aminosäuren Länge zerlegt. Dieser Prozess wird als lysosomale Prozessierung bezeichnet.
MHC-II-Moleküle werden im endoplasmatischen Retikulum synthetisiert und zunächst durch eine sogenannte invariante Kette (Ii) vor vorzeitiger Beladung geschützt. Im Endosom wird die invariante Kette abgebaut und das Peptidfragment bindet an die Bindungsgrube des MHC-II-Moleküls. Dieser Schritt wird durch das Chaperon-Molekül HLA-DM unterstützt, das eine stabile Peptidbindung sicherstellt.
Der fertige MHC-II-Peptid-Komplex wird zur Zelloberfläche transportiert und dort präsentiert.
Das präsentierte Peptid-MHC-II-Molekül wird vom T-Zell-Rezeptor (TCR) einer CD4+ T-Helferzelle erkannt. Das Molekül CD4 auf der T-Zelle bindet dabei gleichzeitig an das MHC-II-Molekül und verstärkt die Bindung. Zusätzlich sind kostimulatorische Signale erforderlich, zum Beispiel die Wechselwirkung zwischen CD80/CD86 auf der APZ und CD28 auf der T-Zelle. Erst wenn alle diese Signale zusammenwirken, wird die T-Helferzelle vollständig aktiviert.
Die aktivierten T-Helferzellen erfüllen anschließend wichtige Aufgaben:
Bestimmte Varianten der MHC-II-Gene (beim Menschen als HLA-Klasse-II-Gene bezeichnet) sind mit einem erhöhten Risiko für Autoimmunerkrankungen verbunden. Wenn das Immunsystem fälschlicherweise körpereigene Peptide als fremd erkennt und eine Immunreaktion auslöst, kann es zu Erkrankungen wie Typ-1-Diabetes, rheumatoider Arthritis oder multipler Sklerose kommen. Die Erforschung der MHC-II-Präsentation ist daher von großer Bedeutung für das Verständnis und die Behandlung dieser Erkrankungen.
Das Wissen über die MHC-II-Präsentation ist klinisch in vielen Bereichen relevant:
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