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Eine miRNA-Signatur ist ein charakteristisches Muster kleiner RNA-Moleküle, das zur Diagnose und Prognose von Krankheiten wie Krebs eingesetzt wird.
Eine miRNA-Signatur ist ein charakteristisches Muster kleiner RNA-Moleküle, das zur Diagnose und Prognose von Krankheiten wie Krebs eingesetzt wird.
Eine miRNA-Signatur (auch microRNA-Signatur) bezeichnet ein spezifisches Muster aus mehreren microRNAs (miRNAs), das für einen bestimmten biologischen Zustand, eine Krankheit oder ein Gewebe charakteristisch ist. MicroRNAs sind kleine, nicht-kodierende Ribonukleinsauml;ure-Moleküle (RNA) mit einer Länge von etwa 18 bis 25 Nukleotiden, die die Genexpression regulieren, indem sie die Translation von Boten-RNA (mRNA) hemmen oder deren Abbau einleiten.
Da verschiedene Erkrankungen, Gewebetypen und Entwicklungsstadien mit veränderten miRNA-Expressionsprofilen einhergehen, kann das Muster dieser Veränderungen – die sogenannte miRNA-Signatur – als molekularer Fingerabdruck genutzt werden.
MicroRNAs werden im Zellkern aus größeren Vorläufermolekülen (pri-miRNA) synthetisiert und nach mehreren Prozessierungsschritten als reife miRNA in den RNA-induced silencing complex (RISC) eingebaut. Dort binden sie an komplementaere Sequenzen in der 3'-UTR (untranslatierte Region) von Ziel-mRNAs und hemmen deren Expression.
Da eine einzelne miRNA Hunderte von Zielgenen regulieren kann, haben Veränderungen im miRNA-Expressionsprofil weitreichende Auswirkungen auf zellulaere Prozesse wie Proliferation, Differenzierung, Apoptose und Angiogenese.
Im Bereich der Krebsmedizin sind miRNA-Signaturen besonders gut untersucht. Bestimmte miRNA-Muster erlauben es, verschiedene Tumortypen zu unterscheiden, den Ursprung eines Tumors zu identifizieren und Aussagen über Prognose sowie das Ansprechen auf Therapien zu treffen. Bekannte Beispiele sind:
Neben der Onkologie werden miRNA-Signaturen auch bei folgenden Erkrankungen erforscht:
Besonders bedeutsam ist die Entdeckung, dass miRNAs stabil in Körperflüssigkeiten wie Blut, Urin oder Speichel nachweisbar sind. Diese zirkulierenden miRNAs (circulating miRNAs) werden häufig in Exosomen oder an Proteine gebunden transportiert und sind damit vor dem Abbau geschützt. Sie bieten die Grundlage für sogenannte Liquid Biopsy-Verfahren, also nicht-invasive Bluttests zur Krankheitsdiagnose und -verlaufskontrolle.
Zur Bestimmung von miRNA-Signaturen werden verschiedene molekularbiologische Methoden eingesetzt:
Neben ihrer diagnostischen Bedeutung sind miRNAs auch als therapeutische Zielstrukturen von Interesse. Zwei Hauptstrategien werden verfolgt:
Einige miRNA-basierte Therapeutika befinden sich bereits in klinischen Studien, beispielsweise zur Behandlung von Hepatitis C oder bestimmten Krebsarten.
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