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miRNA Targeting beschreibt den Mechanismus, durch den microRNAs spezifische Ziel-mRNAs binden und deren Genexpression regulieren. Es ist ein zentrales Prinzip der molekularen Biologie.
miRNA Targeting beschreibt den Mechanismus, durch den microRNAs spezifische Ziel-mRNAs binden und deren Genexpression regulieren. Es ist ein zentrales Prinzip der molekularen Biologie.
miRNA Targeting (von engl. microRNA Targeting) bezeichnet den Prozess, bei dem kleine, nicht-kodierende RNA-Moleküle – sogenannte microRNAs (miRNAs) – spezifische Zielsequenzen auf Boten-RNA-Molekülen (mRNAs) erkennen und daran binden. Durch diese Bindung regulieren miRNAs die Genexpression, indem sie die Translation (Proteinherstellung) hemmen oder den Abbau der Ziel-mRNA einleiten. Dieser Mechanismus ist ein fundamentaler Bestandteil der post-transkriptionellen Genregulation in praktisch allen mehrzelligen Organismen.
MicroRNAs sind kurze RNA-Moleküle mit einer Länge von etwa 18 bis 25 Nukleotiden. Sie werden im Zellkern als längere Vorläufer-Transkripte (sogenannte pri-miRNAs) gebildet und durch enzymatische Prozesse schrittweise zu reifen miRNAs verarbeitet. Die wichtigsten Verarbeitungsenzyme sind dabei Drosha (im Zellkern) und Dicer (im Zytoplasma).
Die reife miRNA wird in einen Proteinkomplex eingebaut, den sogenannten RISC (RNA-induced Silencing Complex). Das zentrale Protein dieses Komplexes ist Argonaute (AGO). Der RISC-Komplex nutzt die miRNA als Leitmolekül, um komplementische Sequenzen auf Ziel-mRNAs zu finden.
Die Bindung einer miRNA an ihre Ziel-mRNA erfolgt überwiegend über die sogenannte Seed-Sequenz, eine kurze Region aus etwa 6 bis 8 Nukleotiden am 5'-Ende der miRNA. Diese Seed-Sequenz bindet komplementisch an die 3'-untranslatierte Region (3'-UTR) der Ziel-mRNA. Die Komplementarität muss dabei nicht vollständig sein, was es einer einzigen miRNA ermöglicht, Hunderte verschiedene Ziel-mRNAs gleichzeitig zu regulieren.
miRNA Targeting ist an einer Vielzahl biologischer Prozesse beteiligt, darunter Zellproliferation, Differenzierung, Apoptose (programmierter Zelltod), Immunantwort und Stoffwechsel. Dysregulationen im miRNA-Targeting-System werden mit zahlreichen Krankheiten in Verbindung gebracht:
Die gezielte Modulation des miRNA-Targetings eröffnet vielversprechende therapeutische Möglichkeiten:
Erste klinische Studien, etwa mit dem Antagomir Miravirsen gegen miR-122 bei Hepatitis-C-Infektionen, haben die klinische Machbarkeit dieser Ansätze demonstriert.
miRNAs zirkulieren stabil im Blut und anderen Körperflüssigkeiten und können als Biomarker für verschiedene Erkrankungen dienen. Die Analyse zirkulierender miRNAs gehört zum aufstrebenden Bereich der Liquid Biopsy (flüssige Biopsie) und bietet das Potenzial für eine nicht-invasive Frühdiagnostik.
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