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Mononatriumglutamat (MSG) ist ein Lebensmittelzusatzstoff mit der EU-Kennzeichnung E621, der als Geschmacksverstärker in vielen Lebensmitteln eingesetzt wird.
Mononatriumglutamat (MSG) ist ein Lebensmittelzusatzstoff mit der EU-Kennzeichnung E621, der als Geschmacksverstärker in vielen Lebensmitteln eingesetzt wird.
Mononatriumglutamat (kurz: MSG) ist das Natriumsalz der Glutaminsäure, einer natürlich vorkommenden Aminosäure. In der Europäischen Union ist der Stoff als Lebensmittelzusatzstoff unter der Nummer E621 zugelassen. MSG wird in der Lebensmittelindustrie weltweit als Geschmacksverstärker eingesetzt und verstärkt den sogenannten Umami-Geschmack – eine der fünf Grundgeschmacksrichtungen, die als herzhaft, würzig oder fleischig beschrieben wird.
MSG wird industriell überwiegend durch mikrobielle Fermentation, also durch Bakterien wie Corynebacterium glutamicum, aus stärkehaltigen Rohstoffen wie Zuckerrüben oder Maniok hergestellt. In der Natur kommt Glutaminsäure in vielen eiweißreichen Lebensmitteln vor, zum Beispiel in:
MSG selbst ist ein weißes, kristallines Pulver und geruchlos. Sein Eigengeschmack ist kaum wahrnehmbar, er verstärkt jedoch den Gesamtgeschmack von Speisen erheblich.
MSG wird weltweit in großem Maßstab in der Lebensmittelproduktion eingesetzt, insbesondere in:
Gemäß EU-Lebensmittelrecht muss MSG auf der Zutatenliste deklariert werden, entweder als "Mononatriumglutamat" oder als "E621".
Im menschlichen Körper wird MSG nach dem Verzehr in seine Bestandteile gespalten: Natrium und Glutamat. Glutamat ist eine der häufigsten exzitatorischen Neurotransmitter im Zentralnervensystem und spielt eine wichtige Rolle bei der neuronalen Übertragung. Im Verdauungstrakt aktiviert Glutamat spezifische Rezeptoren auf der Zunge (sogenannte mGluR- und T1R1/T1R3-Rezeptoren), die den Umami-Geschmack auslösen. Dieser Mechanismus ist der Grund für die geschmacksverstärkende Wirkung von MSG.
Die Sicherheit von MSG wurde von mehreren internationalen Behörden bewertet:
Der Begriff "Chinarestaurant-Syndrom" (auch: MSG-Symptomkomplex) beschreibt Beschwerden wie Kopfschmerzen, Flush oder Herzrasen nach dem Verzehr von MSG-haltigen Speisen. Kontrollierte klinische Studien konnten jedoch keinen eindeutigen kausalen Zusammenhang zwischen MSG in typischen Diätmengen und diesen Symptomen nachweisen. Dieser Begriff gilt heute in der Wissenschaft als überholt und wird als nicht ausreichend belegt betrachtet.
MSG enthält etwa 12 % Natrium, verglichen mit rund 39 % in herkömmlichem Speisesalz (Natriumchlorid). Da MSG intensiver schmeckt als Salz, kann es bei gleichem Geschmacksergebnis in geringeren Mengen verwendet werden, was theoretisch zur Natriumreduktion in der Ernährung beitragen kann. Dies ist aus ernährungsphysiologischer Sicht bei der Behandlung von Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen relevant.
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