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Morbus Ahlbäck: Ursachen, Symptome & Behandlung

Morbus Ahlbäck ist eine seltene Erkrankung des Kniegelenks, bei der es zu einem Absterben des Knochens im Oberschenkelknochen kommt. Sie betrifft vor allem ältere Frauen.

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Wissenswertes über "Morbus Ahlbäck"

Morbus Ahlbäck ist eine seltene Erkrankung des Kniegelenks, bei der es zu einem Absterben des Knochens im Oberschenkelknochen kommt. Sie betrifft vor allem ältere Frauen.

Was ist Morbus Ahlbäck?

Morbus Ahlbäck, auch als spontane Osteonekrose des Knies bezeichnet (SONK), ist eine seltene, aber ernste Erkrankung des Kniegelenks. Dabei stirbt ein Teil des Knochengewebes im medialen Femurkondylus – dem inneren Anteil des Oberschenkelknochens – aufgrund einer gestörten Blutversorgung ab. Dies führt zu einer fortschreitenden Zerstörung des Gelenkknorpels und des darunterliegenden Knochens.

Die Erkrankung wurde erstmals 1968 von dem schwedischen Radiologen Sven Ahlbäck beschrieben und trägt seitdem seinen Namen. Sie betrifft vor allem Frauen über 60 Jahre und tritt häufig ohne erkennbaren äußeren Auslöser auf.

Ursachen

Die genaue Ursache von Morbus Ahlbäck ist noch nicht vollständig geklärt. Es werden verschiedene Faktoren diskutiert:

  • Gestörte Durchblutung: Eine Unterbrechung der Blutversorgung im Knochen gilt als Hauptursache für das Absterben des Gewebes (Osteonekrose).
  • Insuffizienzfrakturen: Kleine, stressbedingte Knochenrisse können die Blutgefäße im Knochen schädigen und eine Osteonekrose auslösen.
  • Risikofaktoren: Osteoporose, Kortisontherapie, Alkoholmissbrauch sowie bestimmte Blutgerinnungsstörungen werden als begünstigende Faktoren angesehen.
  • Alter und Geschlecht: Postmenopausale Frauen sind besonders häufig betroffen, was auf hormonelle und stoffwechselbedingte Veränderungen hinweist.

Symptome

Die Symptome von Morbus Ahlbäck entwickeln sich häufig plötzlich und können sehr stark ausgeprägt sein:

  • Plötzlich einsetzender Knieschmerz: Oft an der Innenseite des Knies, der sich ohne vorangegangenes Trauma manifestiert.
  • Belastungsschmerz: Der Schmerz verstärkt sich beim Gehen, Treppensteigen oder beim Aufstehen.
  • Ruheschmerz: In fortgeschrittenen Stadien kann auch im Ruhezustand Schmerz auftreten, manchmal sogar nachts.
  • Schwellung und Übewärmung: Das betroffene Kniegelenk kann geschwollen und warm erscheinen.
  • Bewegungseinschränkung: Die Beweglichkeit des Kniegelenks kann zunehmend eingeschränkt sein.

Diagnose

Die Diagnose von Morbus Ahlbäck erfordert bildgebende Verfahren, da die Symptome allein nicht eindeutig sind:

  • Magnetresonanztomographie (MRT): Das MRT ist die sensitivste Methode zur Frühdiagnose. Es zeigt Veränderungen im Knochen bereits vor dem Auftreten von Röntgenveränderungen.
  • Röntgenuntersuchung: In späteren Stadien können typische Veränderungen wie eine Abflachung des Femurkondylus oder Gelenkspaltveränderungen im Röntgenbild sichtbar sein.
  • Szintigraphie: Eine Knochenszintigraphie kann erhöhte Stoffwechselaktivität im betroffenen Knochen nachweisen.
  • Stadienklassifikation: Die Erkrankung wird in der Regel nach Ficat und Arlet oder nach Koshino in verschiedene Stadien eingeteilt, die die Ausbreitung und den Schweregrad beschreiben.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung und den individuellen Beschwerden des Patienten:

Konservative Therapie

In frühen Stadien kann ein konservativer Behandlungsversuch unternommen werden:

  • Entlastung: Reduzierung der Belastung des betroffenen Knies, z. B. durch Gehstöcke oder Unterarmgehstützen.
  • Schmerztherapie: Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac können zur Schmerzlinderung eingesetzt werden.
  • Physiotherapie: Gezielte Übungen zur Stärkung der Kniemuskulatur und Verbesserung der Beweglichkeit.
  • Orthesen: Spezielle Knieorthesen können die Belastung auf den betroffenen Bereich reduzieren.

Operative Therapie

Bei fortgeschrittenen Stadien oder ausbleibendem Erfolg der konservativen Therapie kommen operative Maßnahmen in Betracht:

  • Kernbohrung (Core Decompression): Durch das Einbohren in den nekrotischen Knochen soll der Druck gemindert und die Durchblutung angeregt werden.
  • Umstellungsosteotomie (Tibiakopf-Osteotomie): Eine operative Achskorrektur des Beins kann die Belastung vom geschädigten Bereich auf gesundes Gewebe verlagern.
  • Kniegelenksersatz (Knie-TEP): In schweren Fällen mit fortgeschrittener Gelenkszerstörung kann eine totale Knieendoprothese notwendig sein.

Prognose

Die Prognose von Morbus Ahlbäck hängt stark vom Stadium bei Diagnosestellung ab. Früh erkannte Fälle mit kleinen Nekrosezonen können sich unter konservativer Therapie erholen. Fortgeschrittene Stadien führen häufig zu einer progressiven Arthrose des Kniegelenks, die einen operativen Eingriff erforderlich macht. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind daher entscheidend für den Verlauf der Erkrankung.

Quellen

  1. Ahlbäck S. - Osteoarthrosis of the knee. A radiographic investigation. Acta Radiologica Diagnosis, 1968.
  2. Zanetti M., Romero J., Dambacher M.A., Hodler J. - Spontaneous osteonecrosis of the medial tibial plateau treated with core decompression. Archives of Orthopaedic and Trauma Surgery, 2000.
  3. Mont M.A., Baumgarten K.M., Rifai A., et al. - Atraumatic osteonecrosis of the knee. Journal of Bone and Joint Surgery, 2000.
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