Morbus Ledderhose – Ursachen, Symptome & Therapie
Morbus Ledderhose ist eine gutartige Erkrankung der Fußsohle, bei der sich Knoten aus Bindegewebe in der Plantarfaszie bilden. Die Knoten können Schmerzen beim Gehen verursachen.
Wissenswertes über "Morbus Ledderhose"
Morbus Ledderhose ist eine gutartige Erkrankung der Fußsohle, bei der sich Knoten aus Bindegewebe in der Plantarfaszie bilden. Die Knoten können Schmerzen beim Gehen verursachen.
Was ist Morbus Ledderhose?
Morbus Ledderhose, auch bekannt als Plantarfibromatose, ist eine gutartige, aber chronisch fortschreitende Erkrankung der Fußsohle. Dabei entstehen Knoten (Fibrome) im Bindegewebe der Plantarfaszie – der sehnigen Gewebeplatte, die die Fußsohle von der Ferse bis zu den Zehengrundgelenken spannt. Die Erkrankung wurde erstmals 1894 vom deutschen Chirurgen Georg Ledderhose beschrieben. Sie ist meist gutartig, kann jedoch durch Wachstum der Knoten zu erheblichen Beschwerden und Bewegungseinschränkungen führen.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genaue Ursache von Morbus Ledderhose ist nicht vollständig geklärt. Man vermutet eine überschießende Reaktion von Fibroblasten (bindegewebsbildenden Zellen), die zur übermäßigen Ablagerung von Kollagen führt. Folgende Faktoren gelten als begünstigend:
- Genetische Veranlagung: Die Erkrankung tritt häufig familiär gehäuft auf.
- Alkoholkonsum: Chronischer Alkoholmissbrauch wird als Risikofaktor diskutiert.
- Lebererkrankungen: Insbesondere Leberzirrhose steht in Zusammenhang mit Plantarfibromatose.
- Diabetes mellitus: Erhöhte Blutzuckerwerte können das Bindegewebe verändern.
- Epilepsie und Antikonvulsiva: Bestimmte Medikamente wie Phenytoin werden mit der Erkrankung assoziiert.
- Verwandte Erkrankungen: Ein enger Zusammenhang besteht mit Morbus Dupuytren (Erkrankung der Handfaszie) und Morbus Peyronie (Erkrankung des Penisgewebes), was auf eine gemeinsame systemische Fibroseneigung hindeutet.
- Wiederholte Mikrotraumata: Mechanische Belastung der Fußsohle kann die Entstehung fördern.
Symptome
Die Symptome entwickeln sich meist schleichend und können im frühen Stadium beschwerdefrei sein:
- Tastbare, derbe Knoten an der inneren (medialen) Fußsohle
- Druckschmerz beim Auftreten oder bei Berührung
- Schmerzen beim Gehen oder Stehen, besonders beim Barfußgehen
- Im fortgeschrittenen Stadium: Beugekontraktur der Zehen (Krallenzehen), wenn die Knoten auf Sehnen drücken
- Veränderung des Gangbildes durch Schonhaltung
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel klinisch gestellt, also anhand der körperlichen Untersuchung. Der Arzt tastet die Fußsohle ab und beurteilt Größe, Lage und Konsistenz der Knoten. Zur weiteren Abklärung kommen folgende Untersuchungen zum Einsatz:
- Ultraschall (Sonographie): Zur Beurteilung von Größe und Ausdehnung der Fibrome sowie zum Ausschluss anderer Raumforderungen.
- MRT (Magnetresonanztomographie): Liefert detaillierte Informationen über die Tiefenausdehnung und ist besonders vor chirurgischen Eingriffen wichtig.
- Biopsie: Nur in unklaren Fällen zum Ausschluss bösartiger Veränderungen.
Behandlung
Morbus Ledderhose lässt sich nicht immer vollständig heilen, aber die Beschwerden können gut behandelt werden. Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung.
Konservative Therapie
- Einlagen und orthopädische Schuhe: Druckentlastende Einlagen reduzieren die Belastung der betroffenen Stellen.
- Physiotherapie: Dehn- und Kräftigungsübungen können die Beschwerden lindern.
- Kortison-Injektionen: Direkte Injektion von Kortikosteroiden in die Knoten kann Schmerzen und Entzündungen reduzieren.
- Stoßwellentherapie (ESWT): Kann das Knoten-Wachstum verlangsamen und Schmerzen lindern.
Strahlentherapie
Die Radiotherapie (Bestrahlung) gilt als wirksame Option besonders im frühen Stadium. Sie kann das Fortschreiten der Fibrose hemmen und Schmerzen deutlich reduzieren.
Operative Therapie
Bei großen, schmerzhaften Knoten oder Kontrakturen kann eine chirurgische Entfernung (partielle oder totale Fasziotomie) notwendig sein. Die Rezidivrate (Wiederauftreten) ist nach Operationen jedoch erhöht, weshalb die Operation gut abgewogen werden sollte.
Kollagenase-Injektion
Neuere Therapieansätze beinhalten die Injektion von Kollagenase (ein Enzym, das Kollagen abbaut), um die Fibrome aufzulösen. Diese Methode befindet sich noch in der klinischen Erprobung für die Plantarfibromatose.
Verlauf und Prognose
Morbus Ledderhose verläuft chronisch und neigt zu Rezidiven, selbst nach erfolgreicher Behandlung. Viele Patienten können durch konservative Maßnahmen gut behandelt werden. Bei frühzeitiger Therapie ist die Prognose in Bezug auf Beschwerdelinderung günstig. Eine vollständige Heilung ist jedoch selten möglich.
Quellen
- Knobloch K, Vogt PM. Plantarfibromatose (Morbus Ledderhose). Der Chirurg. 2012;83(6):535–541. DOI: 10.1007/s00104-011-2231-7
- Stecco C, et al. Plantar fascia anatomy and its relationship with Achilles tendon and paratenon. Journal of Anatomy. 2013;223(6):665–676.
- Muller G, et al. Morbus Ledderhose – Diagnostik und Therapie. Orthopädische Praxis. 2018;54(3):112–117.
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieHüft-TEP
Chloroform
Kaliumnitrat
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: Morbus Ledderhose