Morbus Osgood-Schlatter: Ursachen & Behandlung
Morbus Osgood-Schlatter ist eine Wachstumsstörung am Knie, die überwiegend Kinder und Jugendliche betrifft. Sie verursacht Schmerzen und Schwellungen unterhalb der Kniescheibe.
Wissenswertes über "Morbus Osgood-Schlatter"
Morbus Osgood-Schlatter ist eine Wachstumsstörung am Knie, die überwiegend Kinder und Jugendliche betrifft. Sie verursacht Schmerzen und Schwellungen unterhalb der Kniescheibe.
Was ist Morbus Osgood-Schlatter?
Morbus Osgood-Schlatter ist eine häufige, nicht-entzündliche Erkrankung des wachsenden Skeletts, die vor allem Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 16 Jahren betrifft. Sie äußert sich durch Schmerzen und eine sichtbare Vorwölbung direkt unterhalb der Kniescheibe, an der sogenannten Tuberositas tibiae – dem knochigen Vorsprung am Schienbeinknochen, an dem die Kniescheibensehne ansetzt.
Die Erkrankung ist nach den beiden Ärzten Robert Bayley Osgood (USA) und Carl Schlatter (Schweiz) benannt, die sie unabhängig voneinander im Jahr 1903 erstmals beschrieben haben.
Ursachen
Die Ursache von Morbus Osgood-Schlatter liegt in einer Überlastung des noch nicht vollständig verknocherten Knochenkerns an der Tuberositas tibiae während der Wachstumsphase. Folgende Faktoren begünstigen die Entstehung:
- Intensiver Sport: Besonders Sportarten mit häufigem Springen, Laufen und Kniebeugen wie Fußball, Basketball, Volleyball oder Turnen erhöhen das Risiko.
- Wachstumsschub: In Phasen schnellen Körperwachstums sind Knochen, Sehnen und Muskeln besonders anfällig für Überlastungsschäden.
- Muskelungleichgewicht: Verkürzte oder übermäßig beanspruchte Oberschenkelmuskulatur kann zusätzlichen Zug auf die Kniescheibensehne ausüben.
- Männliches Geschlecht: Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen, obwohl der Unterschied durch zunehmende sportliche Beteiligung von Mädchen geringer wird.
Symptome
Die Beschwerden bei Morbus Osgood-Schlatter sind typisch und gut erkennbar:
- Schmerzen unterhalb der Kniescheibe, die bei Belastung (Laufen, Springen, Kniebeugen, Treppensteigen) zunehmen
- Druckschmerzhaftigkeit an der Tuberositas tibiae
- Sichtbare und tastbare Schwellung bzw. Vorwölbung unterhalb der Kniescheibe
- Schmerzen, die nach sportlicher Aktivität auftreten oder sich verstärken
- In schweren Fällen kann auch Ruheschmerz auftreten
In der Regel ist nur ein Knie betroffen, in etwa 20–30 % der Fälle können aber beide Knie gleichzeitig erkranken.
Diagnose
Die Diagnose wird in den meisten Fällen klinisch gestellt, das heißt anhand der typischen Beschwerden und der körperlichen Untersuchung. Der Arzt tastet gezielt die Tuberositas tibiae ab und prüft, ob Druck- und Belastungsschmerz vorhanden sind.
Bildgebende Diagnostik
Zusätzlich kann eine Röntgenaufnahme des Kniegelenks durchgeführt werden, um andere Erkrankungen auszuschließen und den Zustand des Knochenkerns zu beurteilen. Ein Ultraschall oder eine MRT-Untersuchung (Magnetresonanztomographie) kann in un klaren Fällen zusätzliche Informationen liefern, ist aber meist nicht notwendig.
Behandlung
Morbus Osgood-Schlatter heilt in den meisten Fällen mit dem Abschluss des Knochen wachstums von selbst ab. Die Behandlung zielt darauf ab, die Beschwerden zu lindern und eine Überlastung zu vermeiden.
Konservative Therapie
- Sportpause oder Sportreduktion: Die belastende sportliche Aktivität sollte reduziert oder vorübergehend unterbrochen werden, bis die Schmerzen nachlassen.
- Kühlung: Das Auflegen von Kältepacks auf das betroffene Knie kann Schmerzen und Schwellungen lindern.
- Physiotherapie: Gezielte Übungen zur Dehnung und Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur unterstützen die Heilung und beugen Rückfällen vor.
- Schmerzmedikamente: In der Akutphase können entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen kurzfristig eingesetzt werden.
- Knieband oder Patellaband: Spezielle Bandagen können den Zug auf die Tuberositas tibiae während der Belastung reduzieren.
Operative Therapie
Ein chirurgischer Eingriff ist nur in sehr seltenen Fällen notwendig, etwa wenn ein freier Knochenspan entstanden ist oder die Beschwerden auch nach dem Wachstumsabschluss anhalten. Dabei wird der betroffene Knochenanteil operativ entfernt.
Verlauf und Prognose
Die Prognose von Morbus Osgood-Schlatter ist ausgesprochen gut. Die Mehrzahl der Betroffenen wird nach dem Ende des Wachstums vollständig beschwerdefrei. Ein bleibender knöcherner Höcker an der Tuberositas tibiae kann jedoch auch nach dem Ausheilen bestehen bleiben. Bei konsequenter Behandlung und angepasster Belastung sind bleibende Schäden am Kniegelenk sehr selten.
Quellen
- Staheli, L. T. - Fundamentals of Pediatric Orthopedics, 5. Auflage, Wolters Kluwer, 2015.
- Gholve, P. A. et al. - Osgood Schlatter syndrome. In: Current Opinion in Pediatrics, 19(1):44–50, 2007. PubMed PMID: 17224661.
- Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) - Knieschmerz im Wachstumsalter, AWMF-Register, 2020.
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieEndophthalmitis
Iridozyklitis
Plazentageburt
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: Morbus Osgood-Schlatter