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MOTS-c ist ein mitochondriales Peptid, das eine wichtige Rolle im Stoffwechsel, bei der Insulinsensitivität und der zellulären Stressantwort spielt.
MOTS-c ist ein mitochondriales Peptid, das eine wichtige Rolle im Stoffwechsel, bei der Insulinsensitivität und der zellulären Stressantwort spielt.
MOTS-c (Mitochondrial Open Reading Frame of the 12S rRNA Type-c) ist ein kurzes Peptid, das im mitochondrialen Genom kodiert wird. Es besteht aus 16 Aminosäuren und wird vorwiegend in der Skelettmuskulatur, der Leber und anderen Geweben exprimiert. MOTS-c gehört zur Gruppe der sogenannten Mitokine – Botenstoffe, die von den Mitochondrien ausgeschüttet werden und weitreichende regulatorische Funktionen im gesamten Organismus übernehmen.
MOTS-c aktiviert den AMPK-Signalweg (AMP-aktivierte Proteinkinase), einen zentralen Energiesensor der Zelle. Dadurch beeinflusst es den Glukose- und Fettstoffwechsel, fördert die Insulinsensitivität und reguliert die mitochondriale Biogenese. Neuere Forschungen zeigen, dass MOTS-c unter Stressbedingungen aus den Mitochondrien in den Zellkern translozieren kann, wo es die Genexpression direkt beeinflusst.
MOTS-c wird als ein Schlüsselmolekül in der Regulierung des metabolischen Gleichgewichts betrachtet. Studien zeigen, dass MOTS-c die Insulinresistenz reduziert und einer durch fettreiche Ernährung ausgelösten Adipositas entgegenwirken kann. Zudem schützt es Zellen vor verschiedenen Stressoren, darunter oxidativer Stress und Glukosemangel.
Besonderes Interesse gilt MOTS-c im Bereich der Alterungsforschung. Die zirkulierenden MOTS-c-Spiegel im Blut nehmen mit zunehmendem Alter ab, was mit altersbedingten metabolischen Veränderungen in Verbindung gebracht wird. Studien an älteren Menschen zeigen, dass höhere MOTS-c-Konzentrationen mit einem gesünderen Alterungsprofil und körperlicher Leistungsfähigkeit assoziiert sind. Bei Hundertjährigen wurden vergleichsweise hohe MOTS-c-Spiegel festgestellt.
Körperliche Bewegung erhöht die Freisetzung von MOTS-c aus der Skelettmuskulatur. Dies erklärt teilweise, warum regelmäßige körperliche Aktivität mit verbesserter Insulinsensitivität, reduzierter Entzündung und verlangsamtem Altern assoziiert ist. MOTS-c gilt daher als ein möglicher Mediator der systemischen Vorteile von Sport.
Aufgrund seiner vielfältigen Wirkungen wird MOTS-c intensiv als mögliche therapeutische Option erforscht, unter anderem für folgende Erkrankungen:
Tierexperimentelle Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse, zum Beispiel durch die Verabreichung von synthetischem MOTS-c, das den Blutzuckerspiegel senken und die Körperzusammensetzung verbessern kann. Klinische Studien am Menschen befinden sich noch in frühen Phasen.
Da MOTS-c ein endogenes Peptid ist, gilt es grundsätzlich als gut verträglich. Dennoch sind Langzeitstudien zur Sicherheit einer exogenen MOTS-c-Supplementierung beim Menschen noch ausstehend. In der Welt des Biohackings und der Leistungsoptimierung wird MOTS-c bereits als experimentelles Peptid eingesetzt, obwohl eine regulatorische Zulassung als Medikament bisher nicht vorliegt. Eine Anwendung ausserhalb klinischer Studien sollte daher mit grosser Vorsicht betrachtet werden.
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