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Das Münchhausen-Syndrom ist eine schwere psychische Störung, bei der Betroffene bewusst Krankheitssymptome erfinden oder herbeiführen, um medizinische Aufmerksamkeit zu erhalten.
Das Münchhausen-Syndrom ist eine schwere psychische Störung, bei der Betroffene bewusst Krankheitssymptome erfinden oder herbeiführen, um medizinische Aufmerksamkeit zu erhalten.
Das Münchhausen-Syndrom ist eine ernsthafte psychische Erkrankung, die zur Gruppe der sogenannten faktiven Störungen (auch: artifizielle Störungen) gehört. Betroffene täuschen bewusst Krankheiten vor, erfinden Symptome oder fügen sich selbst körperliche Schäden zu, um die Rolle eines Patienten einzunehmen und medizinische Aufmerksamkeit zu erhalten. Im Gegensatz zur Simulation geht es dabei nicht um materielle Vorteile, sondern um das psychologische Bedürfnis, krank zu sein und versorgt zu werden.
Der Begriff geht auf den deutschen Adligen Karl Friedrich Hieronymus von Münchhausen zurück, der für seine phantastischen und übertriebenen Erzählungen bekannt war. In der modernen Klassifikation wird das Syndrom nach ICD-10 unter F68.1 als artifizielle Störung eingeordnet.
Die genauen Ursachen des Münchhausen-Syndroms sind noch nicht vollständig geklärt. Experten gehen von einem Zusammenspiel verschiedener biologischer, psychologischer und sozialer Faktoren aus:
Das Münchhausen-Syndrom ist durch ein breites Spektrum an vorgetäuschten oder selbst herbeigeführten Beschwerden gekennzeichnet:
Die Diagnose des Münchhausen-Syndroms ist äußerst schwierig und erfordert ein hohes Maß an ärztlicher Aufmerksamkeit. Häufig werden Betroffene über lange Zeiträume mit unnötigen Untersuchungen und Behandlungen konfrontiert, bevor die eigentliche Störung erkannt wird. Folgende Hinweise können auf eine artifizielle Störung hindeuten:
Die Diagnose wird durch ein multidisziplinäres Team aus Ärzten, Psychiatern und Psychologen gestellt, idealerweise nach ausführlicher psychiatrischer Evaluation.
Die Behandlung des Münchhausen-Syndroms gestaltet sich komplex, da Betroffene häufig jede psychiatrische Diagnose ablehnen. Ein konfrontatives Vorgehen ist in der Regel kontraproduktiv. Folgende Therapieansätze werden eingesetzt:
Eine besonders schwerwiegende Variante ist das Münchhausen-Syndrom by proxy (auch: Factitious Disorder Imposed on Another). Dabei verursachen oder erfinden Betreuungspersonen – meist Elternteile – Krankheitssymptome bei einer anderen Person, häufig einem Kind, um selbst Aufmerksamkeit und Zuwendung zu erhalten. Dies stellt eine Form von Kindesmisshandlung dar und erfordert sofortige Schutzmaßnahmen für das betroffene Kind.
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