Mundfäule – Ursachen, Symptome & Behandlung
Mundfäule (Stomatitis aphthosa) ist eine schmerzhafte Virusinfektion im Mund, die vor allem Kleinkinder betrifft und durch Herpes-simplex-Viren ausgelöst wird.
Wissenswertes über "Mundfäule"
Mundfäule (Stomatitis aphthosa) ist eine schmerzhafte Virusinfektion im Mund, die vor allem Kleinkinder betrifft und durch Herpes-simplex-Viren ausgelöst wird.
Was ist Mundfäule?
Mundfäule, medizinisch als Stomatitis aphthosa oder Gingivostomatitis herpetica bezeichnet, ist eine Entzündung der Mundschleimhaut, die durch das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) verursacht wird. Sie tritt vor allem bei Kleinkindern zwischen sechs Monaten und fünf Jahren auf, kann jedoch grundsätzlich in jedem Alter vorkommen. Die Erkrankung ist die häufigste Form einer primären Herpes-simplex-Infektion im Mundbereich.
Ursachen
Die Mundfäule wird durch eine Erstinfektion mit dem Herpes-simplex-Virus Typ 1 ausgelöst. Das Virus wird durch direkten Kontakt mit infiziertem Speichel oder Schmierinfektionen übertragen, beispielsweise durch Küssen, gemeinsames Benutzen von Besteck oder das Berühren des Mundes mit kontaminierten Händen. Das Virus ist hochansteckend, besonders in den ersten Tagen der Erkrankung.
Symptome
Die Symptome der Mundfäule sind in der Regel deutlich ausgeprägt und können das Allgemeinbefinden stark beeinträchtigen. Typische Beschwerden umfassen:
- Schmerzhafte Bläschen und Geschwüre auf der Mundschleimhaut, den Zahnfleisch, der Zunge, dem Gaumen und den Lippen
- Hohes Fieber (häufig über 39 °C), besonders zu Beginn der Erkrankung
- Geschwollene und gerötete Mundschleimhaut
- Starker Speichelfluss und unangenehmer Mundgeruch
- Schüttelfrost, Müdigkeit und allgemeines Krankheitsgefühl
- Schmerzen beim Schlucken, wodurch Betroffene oft wenig trinken und essen
- Geschwollene Lymphknoten im Halsbereich
Die Erkrankung dauert in der Regel ein bis drei Wochen und heilt in den meisten Fällen folgenlos ab. Nach der Erstinfektion verbleibt das Virus dauerhaft im Körper und kann später als Lippenherpes (Herpes labialis) wieder auftreten.
Diagnose
Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine klinische Untersuchung des Mundes durch einen Arzt oder Zahnarzt. Das typische Erscheinungsbild der Bläschen und Geschwüre in Verbindung mit Fieber und dem Alter des Patienten reicht meist für eine eindeutige Diagnosestellung aus. In unklaren Fällen kann ein Abstrich der Mundschleimhaut entnommen und labordiagnostisch auf HSV-1 untersucht werden.
Behandlung
Eine spezifische ursächliche Behandlung gegen das Virus steht nur eingeschränkt zur Verfügung. Die Therapie zielt vor allem auf die Linderung der Symptome ab:
- Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen helfen, Fieber und Schmerzen zu reduzieren.
- Lokale Betäubungsmittel (z. B. Mundgels mit Lidocain) können die Schmerzen im Mund lindern.
- Reichlich Flüssigkeitszufuhr ist entscheidend, um eine Austrocknung (Dehydration) zu vermeiden.
- Weiche, reizarme Kost (z. B. Joghurt, Brei, Suppe) erleichtert das Essen.
- Bei schweren Fällen oder immungeschwächten Patienten kann ein antivirales Medikament wie Aciclovir eingesetzt werden.
Bei starker Trinkverweigerung und Zeichen einer Dehydration, insbesondere bei Kleinkindern, ist eine ärztliche Behandlung dringend notwendig, da in solchen Fällen eine Infusion im Krankenhaus erforderlich sein kann.
Prävention
Da das Herpes-simplex-Virus sehr verbreitet ist, lässt sich eine Erstinfektion kaum vollständig vermeiden. Dennoch können einfache Hygienemaßnahmen das Übertragungsrisiko senken:
- Kein gemeinsames Besteck, Trinkgläser oder Handtücher benutzen
- Händewaschen, besonders nach Kontakt mit infizierten Personen
- Kontakt mit aktiv erkrankten Personen möglichst meiden
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Steckbrief Herpes simplex. Verfügbar unter: www.rki.de
- Laskaris G. - Pocket Atlas of Oral Diseases. 3. Auflage. Thieme Verlag, 2017.
- Leung AKC, Barankin B, Leong KF. - Herpes labialis: An update. Recent Pat Inflamm Allergy Drug Discov. 2020;14(2):80-94. PubMed PMID: 32484122.
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