Muttermund: Funktion, Anatomie & Erkrankungen
Der Muttermund ist die Öffnung des Gebärmutterhalses. Er spielt eine zentrale Rolle bei Menstruation, Schwangerschaft und Geburt.
Wissenswertes über "Muttermund"
Der Muttermund ist die Öffnung des Gebärmutterhalses. Er spielt eine zentrale Rolle bei Menstruation, Schwangerschaft und Geburt.
Was ist der Muttermund?
Der Muttermund (lateinisch: Ostium uteri) bezeichnet die Öffnung des Gebärmutterhalses (Cervix uteri), die die Gebärmutter mit der Scheide verbindet. Er ist ein wichtiger anatomischer Bestandteil des weiblichen Fortpflanzungssystems und erfüllt vielfältige Funktionen im Laufe des Lebens einer Frau.
Man unterscheidet zwischen dem äußeren Muttermund, der zur Scheide hin liegt, und dem inneren Muttermund, der in die Gebärmutterhöhle übergeht. Der Bereich dazwischen wird als Zervikalkanal bezeichnet.
Anatomie und Aufbau
Der Muttermund besteht aus speziellem Schleimhautgewebe. Die Auskleidung des Zervikalkanals besteht aus zylindrischen Epithelzellen, die Schleim produzieren. Der äußere Muttermund hingegen ist mit Plattenepithel bedeckt, wie es auch in der Scheide vorkommt. Die Übergangszone zwischen beiden Gewebetypen wird als Transformationszone bezeichnet und ist klinisch besonders bedeutsam, da hier Zellveränderungen (z. B. als Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs) bevorzugt entstehen.
- Äußerer Muttermund: Bei Frauen, die noch nicht entbunden haben, ist er rund; nach einer vaginalen Geburt erscheint er oft spaltförmig.
- Zervikalkanal: Etwa 2–3 cm lang, mit schleimbildenden Drsüsen ausgekleidet.
- Innerer Muttermund: Übergang zur Gebärmutterhöhle.
Funktionen des Muttermundes
Schutzfunktion
Der Zervixschleim, der im Zervikalkanal produziert wird, bildet eine natürliche Barriere gegen aufsteigende Infektionen aus der Scheide in die Gebärmutter. Die Konsistenz dieses Schleims verändert sich im Laufe des Menstruationszyklus.
Rolle im Menstruationszyklus
Während des Eisprungs (Ovulation) wird der Zervixschleim dünnflüssiger und fädenziehendes, um Spermien den Durchgang zu erleichtern. In der zweiten Zyklusphäse verdichtet sich der Schleim wieder und bildet einen sogenannten Schleimpfropf, der den Aufstieg von Erregern verhindert.
Rolle in der Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft ist der Muttermund fest geschlossen und durch einen dichten Schleimpfropf (Zervixpfropf) versiegelt, der das ungeborene Kind vor Infektionen schützt. Gegen Ende der Schwangerschaft beginnt der Muttermund sich unter dem Einfluss von Hormonen und dem Druck des kindlichen Kopfes zu eröffnen und zu verkürzen (Zervixreifung).
Rolle bei der Geburt
Während der Wehen öffnet sich der Muttermund schrittweise. Eine vollständige Eröffnung von 10 cm ist notwendig, damit das Kind geboren werden kann. Geburtshelfer und Hebammen überwachen den Muttermundsbefund regelmäßig während der Geburt.
Klinische Bedeutung und Erkrankungen
Zervizitis (Gebärmutterhals-Entzündung)
Eine Zervizitis ist eine Entzündung des Gebärmutterhalses, häufig verursacht durch bakterielle oder virale Infektionen (z. B. Chlamydien, Gonokokken). Symptome können Ausfluss, Brennen und Schmerzen umfassen.
Zervixinsuffizienz
Bei einer Zervixinsuffizienz öffnet sich der Muttermund in der Schwangerschaft zu früh, was das Risiko einer Fehlgeburt oder Frühgeburt erhöht. Sie wird durch Ultraschall diagnostiziert und kann mit einer Cerclage (chirurgische Nähung des Muttermundes) behandelt werden.
Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)
Das Zervixkarzinom entsteht meist in der Transformationszone des Muttermundes und ist in den meisten Fällen mit einer Infektion durch humane Papillomviren (HPV) assoziiert. Frühzeitige Vorsorgeuntersuchungen (PAP-Abstrich, HPV-Test) können Vorstadien erkennen und behandeln, bevor sie sich zu Krebs entwickeln.
Zervixpolypen
Zervixpolypen sind gutartige Schleimhautwucherungen im Bereich des Zervikalkanals. Sie können zu unregelmäßigen Blutungen führen und werden in der Regel ambulant entfernt.
Untersuchung des Muttermundes
Der Muttermund wird im Rahmen der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung regelmäßig begutachtet. Dabei kommen folgende Methoden zum Einsatz:
- PAP-Abstrich: Entnahme von Zellen vom Muttermund zur Untersuchung auf Zellveränderungen.
- Kolposkopie: Vergrößerte Betrachtung des Muttermundes mit einem speziellen Gerät (Kolposkop) zur genauen Beurteilung der Schleimhaut.
- HPV-Test: Nachweis von humanen Papillomviren im Abstrich.
- Ultraschall (Sonographie): Beurteilung der Zervixlänge, besonders in der Schwangerschaft.
Muttermund in der Schwangerschaft beobachten
Viele Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch lernen, den Zustand ihres Muttermundes selbst zu ertasten. Veränderungen in Position, Härte und Öffnungsgrad können Hinweise auf den Zeitpunkt des Eisprungs oder den Beginn der Geburt geben. Diese Methode sollte jedoch immer in Abstimmung mit einer Hebamme oder einem Arzt bzw. einer Ärztin erlernt werden.
Quellen
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. 268. Auflage. De Gruyter, Berlin 2020.
- Stauber, M. & Weyerstahl, T.: Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe. 4. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart 2013.
- World Health Organization (WHO): Comprehensive cervical cancer control – A guide to essential practice. 2. Auflage. WHO Press, Genf 2014. Verfügbar unter: https://www.who.int
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieHüftbeugerzerrung
Supinationstrauma
Achillessehnenreizung
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: Muttermund