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Der Muttermund ist die Öffnung des Gebärmutterhalses. Er spielt eine zentrale Rolle bei Menstruation, Schwangerschaft und Geburt.
Der Muttermund ist die Öffnung des Gebärmutterhalses. Er spielt eine zentrale Rolle bei Menstruation, Schwangerschaft und Geburt.
Der Muttermund (lateinisch: Ostium uteri) bezeichnet die Öffnung des Gebärmutterhalses (Cervix uteri), die die Gebärmutter mit der Scheide verbindet. Er ist ein wichtiger anatomischer Bestandteil des weiblichen Fortpflanzungssystems und erfüllt vielfältige Funktionen im Laufe des Lebens einer Frau.
Man unterscheidet zwischen dem äußeren Muttermund, der zur Scheide hin liegt, und dem inneren Muttermund, der in die Gebärmutterhöhle übergeht. Der Bereich dazwischen wird als Zervikalkanal bezeichnet.
Der Muttermund besteht aus speziellem Schleimhautgewebe. Die Auskleidung des Zervikalkanals besteht aus zylindrischen Epithelzellen, die Schleim produzieren. Der äußere Muttermund hingegen ist mit Plattenepithel bedeckt, wie es auch in der Scheide vorkommt. Die Übergangszone zwischen beiden Gewebetypen wird als Transformationszone bezeichnet und ist klinisch besonders bedeutsam, da hier Zellveränderungen (z. B. als Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs) bevorzugt entstehen.
Der Zervixschleim, der im Zervikalkanal produziert wird, bildet eine natürliche Barriere gegen aufsteigende Infektionen aus der Scheide in die Gebärmutter. Die Konsistenz dieses Schleims verändert sich im Laufe des Menstruationszyklus.
Während des Eisprungs (Ovulation) wird der Zervixschleim dünnflüssiger und fädenziehendes, um Spermien den Durchgang zu erleichtern. In der zweiten Zyklusphäse verdichtet sich der Schleim wieder und bildet einen sogenannten Schleimpfropf, der den Aufstieg von Erregern verhindert.
Während der Schwangerschaft ist der Muttermund fest geschlossen und durch einen dichten Schleimpfropf (Zervixpfropf) versiegelt, der das ungeborene Kind vor Infektionen schützt. Gegen Ende der Schwangerschaft beginnt der Muttermund sich unter dem Einfluss von Hormonen und dem Druck des kindlichen Kopfes zu eröffnen und zu verkürzen (Zervixreifung).
Während der Wehen öffnet sich der Muttermund schrittweise. Eine vollständige Eröffnung von 10 cm ist notwendig, damit das Kind geboren werden kann. Geburtshelfer und Hebammen überwachen den Muttermundsbefund regelmäßig während der Geburt.
Eine Zervizitis ist eine Entzündung des Gebärmutterhalses, häufig verursacht durch bakterielle oder virale Infektionen (z. B. Chlamydien, Gonokokken). Symptome können Ausfluss, Brennen und Schmerzen umfassen.
Bei einer Zervixinsuffizienz öffnet sich der Muttermund in der Schwangerschaft zu früh, was das Risiko einer Fehlgeburt oder Frühgeburt erhöht. Sie wird durch Ultraschall diagnostiziert und kann mit einer Cerclage (chirurgische Nähung des Muttermundes) behandelt werden.
Das Zervixkarzinom entsteht meist in der Transformationszone des Muttermundes und ist in den meisten Fällen mit einer Infektion durch humane Papillomviren (HPV) assoziiert. Frühzeitige Vorsorgeuntersuchungen (PAP-Abstrich, HPV-Test) können Vorstadien erkennen und behandeln, bevor sie sich zu Krebs entwickeln.
Zervixpolypen sind gutartige Schleimhautwucherungen im Bereich des Zervikalkanals. Sie können zu unregelmäßigen Blutungen führen und werden in der Regel ambulant entfernt.
Der Muttermund wird im Rahmen der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung regelmäßig begutachtet. Dabei kommen folgende Methoden zum Einsatz:
Viele Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch lernen, den Zustand ihres Muttermundes selbst zu ertasten. Veränderungen in Position, Härte und Öffnungsgrad können Hinweise auf den Zeitpunkt des Eisprungs oder den Beginn der Geburt geben. Diese Methode sollte jedoch immer in Abstimmung mit einer Hebamme oder einem Arzt bzw. einer Ärztin erlernt werden.
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