Mycoplasma pneumoniae: Symptome & Behandlung
Mycoplasma pneumoniae ist ein Bakterium, das häufig atypische Lungenentzündungen und Atemwegserkrankungen verursacht. Es trifft besonders Kinder und junge Erwachsene.
Wissenswertes über "Mycoplasma pneumoniae"
Mycoplasma pneumoniae ist ein Bakterium, das häufig atypische Lungenentzündungen und Atemwegserkrankungen verursacht. Es trifft besonders Kinder und junge Erwachsene.
Was ist Mycoplasma pneumoniae?
Mycoplasma pneumoniae ist ein zellwandloses Bakterium, das zu den häufigsten Erregern von Atemwegsinfektionen gehört. Im Gegensatz zu anderen Bakterien besitzt es keine starre Zellwand, was es gegenüber vielen gängigen Antibiotika wie Penicillin natürlich resistent macht. Es ist der Erreger der sogenannten „atypischen Pneumonie“, die auch als „Lauflungenentzündung“ bekannt ist, da die Symptome oft milder sind als bei einer klassischen Lungenentzündung.
Ursachen und Übertragung
Die Übertragung von Mycoplasma pneumoniae erfolgt durch Töpfchen- und Kontaktinfektionen, also durch Husten, Niesen oder engen Körperkontakt mit infizierten Personen. Das Bakterium verbreitet sich besonders leicht in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Kasernen oder Pflegeheimen. Die Inkubationszeit – also der Zeitraum zwischen Ansteckung und dem Auftreten erster Symptome – beträgt in der Regel 1 bis 4 Wochen.
Symptome
Die Erkrankung verläuft häufig schleichend und beginnt oft mit unspezifischen Beschwerden. Typische Symptome sind:
- Trockener, anhaltender Husten (oft das auffälligste Symptom)
- Mäßiges Fieber und Schüttelfrost
- Halsschmerzen und Heiserkeit
- Kopf- und Gliederschmerzen
- Allgemeines Krankheitsgefühl und Müdigkeit
- Selten: Ohrenentzündung, Hautausschlag oder neurologische Beschwerden
In den meisten Fällen ist der Verlauf leicht bis mittelschwer. Schwere Verläufe mit ausgepägter Lungenentzündung sind möglich, aber seltener.
Diagnose
Die Diagnose einer Infektion mit Mycoplasma pneumoniae kann auf verschiedenen Wegen gestellt werden:
- Blutuntersuchung: Nachweis von Antikörpern (Serologie) gegen den Erreger, wobei IgM-Antikörper auf eine frische Infektion hinweisen.
- PCR-Test: Ein Rachenabstrich oder eine Probe aus den Atemwegen wird mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) auf das Erbgut des Bakteriums untersucht – dies ist die empfindlichste Nachweismethode.
- Röntgenaufnahme der Lunge: Kann typische Veränderungen bei einer Lungenentzündung zeigen, ist aber nicht spezifisch für diesen Erreger.
Behandlung
Da Mycoplasma pneumoniae keine Zellwand besitzt, sind Antibiotika wie Penicilline oder Cephalosporine wirkungslos. Die Behandlung erfolgt stattdessen mit:
- Makrolid-Antibiotika (z. B. Azithromycin, Clarithromycin): Mittel der ersten Wahl, besonders bei Kindern.
- Tetracycline (z. B. Doxycyclin): Wirksam und häufig bei Erwachsenen eingesetzt.
- Fluorchinolone (z. B. Levofloxacin): Einsatz vor allem bei Erwachsenen mit Kontraindikationen gegen andere Mittel oder bei Makrolid-Resistenz.
Zusätzlich zur antibiotischen Therapie werden unterstützende Maßnahmen empfohlen, wie ausreichende Flüssigkeitszufuhr, körperliche Schonung und bei Bedarf fiebersenkende Mittel. Die meisten Betroffenen erholen sich vollständig innerhalb einiger Wochen.
Risikogruppen und Komplikationen
Besonders häufig betroffen sind Schulkinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Personen mit einem geschwächten Immunsystem, ältere Menschen sowie Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD haben ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe. Seltene Komplikationen umfassen Entzündungen des Herzens (Myokarditis), des Gehirns (Enzephalitis) oder der Gelenke (Arthritis).
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Mycoplasma pneumoniae – Ratgeber für Ärzte. www.rki.de
- Waites KB, Talkington DF. Mycoplasma pneumoniae and its role as a human pathogen. Clinical Microbiology Reviews, 2004;17(4):697-728. PubMed PMID: 15489344.
- World Health Organization (WHO): Pneumonia Fact Sheet. www.who.int
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