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Mycosis fungoides – Symptome, Stadien & Therapie

Mycosis fungoides ist das häufigste primäre kutane T-Zell-Lymphom, ein seltener Hautkrebs, der langsam fortschreitet und Haut, Lymphknoten und innere Organe befallen kann.

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Wissenswertes über "Mycosis fungoides"

Mycosis fungoides ist das häufigste primäre kutane T-Zell-Lymphom, ein seltener Hautkrebs, der langsam fortschreitet und Haut, Lymphknoten und innere Organe befallen kann.

Was ist Mycosis fungoides?

Mycosis fungoides ist die häufigste Form des primären kutanen T-Zell-Lymphoms (CTCL), einer seltenen Gruppe von Non-Hodgkin-Lymphomen, die ihren Ursprung in der Haut haben. Die Erkrankung betrifft vor allem ältere Erwachsene und verläuft in den meisten Fällen sehr langsam (chronisch-indolent). Trotz des Namens handelt es sich nicht um eine Pilzerkrankung – der Begriff wurde historisch aufgrund des pilzartigen Aussehens mancher Hauttumoren geprägt.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genaue Ursache von Mycosis fungoides ist noch nicht vollständig geklärt. Es wird eine maligne (bösartige) Entartung von reifen CD4-positiven T-Lymphozyten angenommen, die sich in der Haut ansiedeln. Mögliche beteiligte Faktoren sind:

  • Chronische Antigenstimulation der Haut (z. B. durch Infektionen oder Entzündungen)
  • Genetische Mutationen in T-Zellen
  • Virale Infektionen (werden diskutiert, sind jedoch nicht bewiesen)
  • Umweltfaktoren wie Pestizide oder chemische Expositionen

Männer erkranken etwa doppelt so häufig wie Frauen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei etwa 55 bis 60 Jahren.

Stadien und Symptome

Mycosis fungoides entwickelt sich typischerweise über mehrere Jahre bis Jahrzehnte und durchläuft klassischerweise drei Hauptstadien:

1. Patch-Stadium (Fleckenstadium)

Flache, rötlich-bräunliche, oft schuppende Hautstellen, die Ekzemen oder Schuppenflechte ähneln. Diese Flecken befinden sich häufig an nicht sonnenexponierten Stellen wie Gesäß und Rumpf. Juckreiz ist häufig.

2. Plaque-Stadium

Die Hautveränderungen werden dicker, erhabener und nehmen eine rötlich-violette Färbung an (Plaques). Der Juckreiz kann sich intensivieren. In diesem Stadium ist die Diagnose oft leichter zu stellen.

3. Tumor-Stadium

Es bilden sich erhabene, pilzförmige Knoten und Tumoren, die ulzerieren (aufbrechen) können. In diesem fortgeschrittenen Stadium können Lymphknoten und innere Organe befallen werden.

Eine besondere aggressive Variante ist das Sézary-Syndrom, bei dem Tumorzellen auch im Blut nachweisbar sind und eine großflächige Rötung der gesamten Haut (Erythrodermie) vorliegt.

Diagnose

Die Diagnose von Mycosis fungoides ist oft schwierig, da die frühen Stadien anderen Hauterkrankungen sehr ähneln. Folgende Untersuchungen werden eingesetzt:

  • Hautbiopsie: Entnahme einer Gewebeprobe aus betroffenen Hautarealen zur histologischen und immunhistochemischen Untersuchung – dies ist der wichtigste Diagnoseschritt.
  • Immunhistochemie: Nachweis typischer T-Zell-Marker (z. B. CD3, CD4, CD8) und des Verlustes von CD7 oder CD26.
  • T-Zell-Rezeptor-Klonalitätsanalyse: Molekulargenetischer Nachweis einer klonalen T-Zell-Population.
  • Blutbild und Differenzialblutbild: Suche nach Sézary-Zellen im Blut.
  • Bildgebung: CT, PET-CT oder MRT zur Beurteilung eines Lymphknoten- oder Organbefalls in fortgeschrittenen Stadien.

Die Stadieneinteilung erfolgt nach dem TNMB-System (Tumor, Lymphknoten, Metastasen, Blut), das speziell für kutane Lymphome entwickelt wurde.

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. Da Mycosis fungoides oft jahrzehntelang im Frühstadium verbleibt, steht in vielen Fällen die Lebensqualität im Vordergrund:

Hautgerichtete Therapien (frühe Stadien)

  • Kortikosteroide topisch: Entzündungshemmende Salben oder Cremes
  • Retinoide topisch: z. B. Bexaroten-Gel
  • Stickstoffmonoxid-Senf (Mechlorethamin-Gel)
  • PUVA-Therapie: Kombination aus Psoralen (lichtsensibilisierendes Medikament) und UVA-Bestrahlung
  • Schmalband-UVB-Bestrahlung: Besonders geeignet im frühen Patch-Stadium
  • Lokalbestrahlung mit Elektronen oder Röntgenstrahlen

Systemische Therapien (fortgeschrittene Stadien)

  • Bexaroten (systemisch): Ein Retinoid-X-Rezeptor-Agonist
  • Interferon-alpha
  • Histone-Deacetylase-Inhibitoren (HDAC-Inhibitoren): z. B. Vorinostat, Romidepsin
  • Mogamulizumab: Ein monoklonaler Antikörper gegen CCR4
  • Brentuximab Vedotin: Ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat bei CD30-positiven Fällen
  • Chemotherapie (z. B. Gemcitabin, liposomales Doxorubicin) in Spätstadien
  • Allogene Stammzelltransplantation: Potenziell kurativ bei ausgewählten jungen Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung

Prognose

Die Prognose hängt stark vom Stadium bei Diagnosestellung ab. Die meisten Patienten im Frühstadium haben eine nahezu normale Lebenserwartung. Im fortgeschrittenen Tumor-Stadium oder bei Organbefall ist die Prognose deutlich schlechter. Eine Heilung ist in frühen Stadien selten möglich, jedoch kann die Erkrankung oft über viele Jahre kontrolliert werden.

Quellen

  1. Willemze R. et al. - EORTC classification for primary cutaneous lymphomas: a proposal from the Cutaneous Lymphoma Study Group of the European Organization for Research and Treatment of Cancer. Blood. 2019.
  2. Willemze R. et al. - Primary cutaneous lymphomas: ESMO Clinical Practice Guidelines. Annals of Oncology. 2018.
  3. Kempf W. et al. - Kutane Lymphome. Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO). 2021.
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