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Myelin ist eine fettreiche Schutzschicht, die Nervenfasern umhüllt und die schnelle Weiterleitung von Nervenimpulsen ermöglicht. Schäden an der Myelinschicht können zu neurologischen Erkrankungen führen.
Myelin ist eine fettreiche Schutzschicht, die Nervenfasern umhüllt und die schnelle Weiterleitung von Nervenimpulsen ermöglicht. Schäden an der Myelinschicht können zu neurologischen Erkrankungen führen.
Myelin ist eine spezialisierte, fettreiche Substanz, die als schützende Hülle um die Axone von Nervenzellen gebildet wird. Diese Hülle wird als Myelinscheide bezeichnet und spielt eine entscheidende Rolle für die Funktion des Nervensystems. Myelin besteht zu etwa 70–80 % aus Lipiden (Fetten) und zu 20–30 % aus Proteinen. Im Zentralnervensystem (Gehirn und Rückenmark) wird Myelin von speziellen Zellen, den sogenannten Oligodendrozyten, gebildet. Im peripheren Nervensystem übernehmen diese Aufgabe die Schwann-Zellen.
Die Hauptaufgabe von Myelin besteht darin, die elektrische Leitfähigkeit der Nervenfasern zu optimieren. Dies geschieht durch die sogenannte saltatorische Erregungsleitung: Elektrische Impulse springen von einem Myelinabschnitt zum nächsten, anstatt langsam entlang der gesamten Nervenfaser zu wandern. Dadurch wird die Signalübertragung erheblich beschleunigt.
Die Myelinscheide ist nicht gleichmäßig um das Axon verteilt, sondern wird in regelmäßigen Abständen durch kleine Lücken unterbrochen, die als Ranvier-Schnürringe bezeichnet werden. An diesen Stellen liegt das Axon frei und elektrische Signale werden regeneriert. Zwischen den Ranvier-Schnürringen befinden sich die Myelinsegmente, die von einzelnen Oligodendrozyten oder Schwann-Zellen gebildet werden.
Die Myelinisierung des Nervensystems beginnt bereits vor der Geburt und setzt sich bis ins frühe Erwachsenenalter fort. Bereiche des Gehirns, die für grundlegende Funktionen wie Bewegung und Sinneswahrnehmung zuständig sind, werden früher myelinisiert als Regionen, die für höhere kognitive Funktionen wie Planung und Entscheidungsfindung verantwortlich sind. Dies erklärt, warum komplexe Denkprozesse sich erst im Jugendalter vollständig entwickeln.
Erkrankungen, bei denen Myelin abgebaut oder geschädigt wird, werden als demyelinisierende Erkrankungen bezeichnet. Sie führen zu einer Verlangsamung oder vollständigen Unterbrechung der Nervenleitung und damit zu einer Vielzahl neurologischer Symptome.
Die bekannteste demyelinisierende Erkrankung ist die Multiple Sklerose. Dabei greift das Immunsystem irrtümlich die Myelinscheiden im Zentralnervensystem an und zerstört sie. Die Folge sind Entzündungsherde, sogenannte Plaques, die zu Symptomen wie Sehstörungen, Muskelschwäche, Taubheitsgefühlen und Koordinationsproblemen führen können.
Das Guillain-Barré-Syndrom ist eine demyelinisierende Erkrankung des peripheren Nervensystems, bei der das Immunsystem die Myelinscheiden der peripheren Nerven angreift. Es äußert sich typischerweise durch aufsteigende Lähmungen und Sensibilitätsstörungen.
Die Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung ist eine erbliche Erkrankung, die die Myelinscheide peripherer Nerven betrifft und zu Muskelschwäche und Empfindungsstörungen führt.
Leukodystrophien sind seltene genetische Erkrankungen, bei denen die Bildung oder der Erhalt der Myelinscheide im Gehirn gestört ist. Sie betreffen vor allem Kinder und können zu schwerwiegenden neurologischen Beeinträchtigungen führen.
Zur Diagnostik von Erkrankungen, die die Myelinscheide betreffen, werden verschiedene Verfahren eingesetzt:
Das Nervensystem verfügt über eine begrenzte Fähigkeit zur Remyelinisierung, also zur Wiederherstellung beschädigter Myelinscheiden. Oligodendrozyten-Vorläuferzellen können unter günstigen Bedingungen neue Myelinscheiden bilden. Die Forschung arbeitet intensiv daran, Therapien zu entwickeln, die diesen Prozess unterstützen und so die Regeneration bei demyelinisierenden Erkrankungen fördern.
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