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Myeloide Suppressorzellen (MDSC) sind unreife Immunzellen, die das Immunsystem hemmen. Sie spielen eine wichtige Rolle bei Krebs und chronischen Entzündungen.
Myeloide Suppressorzellen (MDSC) sind unreife Immunzellen, die das Immunsystem hemmen. Sie spielen eine wichtige Rolle bei Krebs und chronischen Entzündungen.
Myeloide Suppressorzellen (englisch: Myeloid-Derived Suppressor Cells, kurz MDSC) sind eine heterogene Gruppe unreifer Zellen des angeborenen Immunsystems. Sie entstammen dem Knochenmark und gehören zur myeloiden Zellreihe, zu der auch Granulozyten, Monozyten und dendritische Zellen zählen. Unter normalen Bedingungen reifen diese Zellen zu vollständig funktionierenden Immunzellen heran. In pathologischen Zuständen – insbesondere bei Tumorerkrankungen, chronischen Infektionen oder Autoimmunerkrankungen – wird ihre Ausreifung blockiert, und sie akkumulieren im Blut, in der Milz sowie im Tumorgewebe.
MDSC entstehen, wenn der Körper über längere Zeit entzündlichen Signalen ausgesetzt ist. Bestimmte Botenstoffe, sogenannte Zytokine (z. B. IL-6, IL-10, VEGF, GM-CSF), verhindern die normale Differenzierung myeloider Vorläuferzellen und führen zur Ansammlung unreifer, immunsuppressiver Zellen.
Man unterscheidet zwei Haupttypen:
MDSC unterdrücken die Immunantwort über verschiedene molekulare Mechanismen:
In der Onkologie spielen MDSC eine zentrale Rolle. Tumorzellen nutzen diese Zellen aktiv, um der Erkennung und Bekämpfung durch das Immunsystem zu entgehen. Eine hohe MDSC-Konzentration im Blut oder Tumorgewebe ist bei vielen Krebsarten – darunter Brust-, Lungen-, Kolorektal- und Bauchspeicheldrüsenkrebs – mit einer schlechteren Prognose assoziiert. Zudem können MDSC die Bildung von Metastasen fördern, indem sie an Fernmetastasierungsorten eine immunsuppressive Mikroumgebung schaffen.
Bei chronischen Infektionskrankheiten (z. B. HIV, Tuberkulose, Hepatitis) sowie bei Sepsis akkumulieren MDSC und tragen zur Immunparalyse bei. Dies erschwert die Bekämpfung der Erreger und kann den Krankheitsverlauf verschlechtern.
In bestimmten Kontexten – etwa bei Organtransplantationen oder Autoimmunerkrankungen – kann die immunsuppressive Wirkung der MDSC jedoch auch schützend sein. Hier wird die gezielte Förderung von MDSC als möglicher therapeutischer Ansatz erforscht.
MDSC werden primär über Durchflusszytometrie (Flow Cytometry) identifiziert und charakterisiert. Dabei werden spezifische Oberflächenmarker analysiert. Bei PMN-MDSC sind dies typischerweise CD11b+, CD14-, CD15+ und CD33+; bei M-MDSC CD11b+, CD14+, HLA-DR-/niedrig und CD15-. Da MDSC keine vollständig einheitlichen Marker aufweisen, sind international standardisierte Definitionen notwendig, die von Forschungsgruppen wie dem MDSC Nomenclature Workshop erarbeitet wurden.
Aufgrund ihrer Rolle bei der Tumor-Immunevasion sind MDSC ein wichtiges Ziel in der modernen Krebsimmuntherapie. Aktuelle therapeutische Strategien umfassen:
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