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Myelom – Ursachen, Symptome und Behandlung

Das Myelom ist eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks, bei der entartete Plasmazellen unkontrolliert wachsen. Es zählt zu den häufigsten Blutkrebserkrankungen.

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Wissenswertes über "Myelom"

Das Myelom ist eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks, bei der entartete Plasmazellen unkontrolliert wachsen. Es zählt zu den häufigsten Blutkrebserkrankungen.

Was ist ein Myelom?

Das Myelom – auch bekannt als multiples Myelom oder Plasmozytom – ist eine bösartige (maligne) Erkrankung des Knochenmarks. Dabei vermehren sich entartete Plasmazellen, also spezialisierte Immunzellen, unkontrolliert. Diese krankhaften Zellen verdrängen gesunde Blutbildungszellen und produzieren funktionslose Antikörper, sogenannte monoklonale Proteine (auch M-Protein oder Paraprotein genannt). Das multiple Myelom ist die zweithäufigste hämatologische Krebserkrankung weltweit.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen des Myeloms sind noch nicht vollständig geklärt. Folgende Risikofaktoren werden mit der Erkrankung in Verbindung gebracht:

  • Alter: Das Erkrankungsrisiko steigt ab dem 60. Lebensjahr deutlich an.
  • Geschlecht: Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.
  • Genetische Veranlagung: Bestimmte chromosomale Veränderungen erhöhen das Risiko.
  • Vorläufererkrankungen: Eine monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) kann sich in ein Myelom umwandeln.
  • Strahlenexposition und Kontakt mit bestimmten Chemikalien gelten als mögliche Auslöser.
  • Übergewicht und ein geschwächtes Immunsystem können das Risiko erhöhen.

Symptome

Das Myelom kann lange Zeit symptomlos verlaufen. Häufige Beschwerden sind:

  • Knochenschmerzen, besonders im Rücken, in den Rippen und im Becken
  • Knochenbrüche (pathologische Frakturen) durch Knochenabbau
  • Müdigkeit und Schwäche infolge von Blutarmut (Anämie)
  • Häufige Infektionen durch ein geschwächtes Immunsystem
  • Nierenprobleme durch Ablagerung von Paraproteinen
  • Erhöhte Kalziumwerte im Blut (Hyperkalzämie) mit Symptomen wie Übelkeit, Verwirrtheit und vermehrtem Durst
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühl durch Nervenkompression

Diagnose

Die Diagnose des Myeloms erfolgt durch eine Kombination verschiedener Untersuchungen:

  • Blut- und Urintests: Nachweis von Paraproteinen (M-Protein), erhöhten Kalziumwerten und Nierenmarkern
  • Knochenmarkbiopsie: Entnahme und Untersuchung einer Gewebeprobe aus dem Knochenmark zur Bestimmung des Plasmazellgehalts
  • Bildgebung: Röntgen, Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) oder PET-CT zur Darstellung von Knochenläsionen
  • Zytogenetik und Molekulargenetik: Analyse von Chromosomenveränderungen in den Tumorzellen

Die Diagnose gilt als gesichert, wenn bestimmte Diagnosekriterien (nach der IMWG – International Myeloma Working Group) erfüllt sind, darunter ein Plasmazellanteil von mindestens 10 % im Knochenmark sowie Organschäden oder spezifische Biomarker.

Behandlung

Das multiple Myelom ist bisher in den meisten Fällen nicht heilbar, aber gut behandelbar. Ziel der Therapie ist es, die Erkrankung zu kontrollieren, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium, dem Alter und dem Allgemeinzustand des Patienten.

Medikamentöse Therapie

  • Proteasom-Inhibitoren (z. B. Bortezomib, Carfilzomib): Hemmen den Abbau von Proteinen in den Krebszellen
  • Immunmodulatoren (z. B. Lenalidomid, Thalidomid): Stärken das Immunsystem und hemmen das Tumorwachstum
  • Monoklonale Antikörper (z. B. Daratumumab, Elotuzumab): Richten sich gezielt gegen Oberflächenmerkmale der Myelomzellen
  • Kortikosteroide (z. B. Dexamethason): Werden häufig in Kombination mit anderen Wirkstoffen eingesetzt

Stammzelltransplantation

Bei geeigneten Patienten wird nach einer Hochdosischemotherapie eine autologe Stammzelltransplantation (mit eigenen Stammzellen) durchgeführt. Dies kann zu einer langen Remissionsphase führen.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie wird gezielt eingesetzt, um lokale Knochenherde zu behandeln und Schmerzen zu lindern.

Supportive Therapie

Ergänzend erfolgen unterstützende Maßnahmen wie die Gabe von Bisphosphonaten zum Knochenschutz, Transfusionen bei Anämie sowie die Behandlung von Infektionen und Nierenerkrankungen.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf des multiplen Myeloms ist individuell sehr unterschiedlich. Dank moderner Therapien hat sich die Prognose in den letzten Jahren deutlich verbessert. Viele Patienten erreichen langanhaltende Remissionen. Die Erkrankung verläuft meist in Schüben mit Behandlungsphasen und Ruhephasen. Eine vollständige Heilung ist in den meisten Fällen noch nicht möglich, jedoch wird intensiv an neuen Therapiekonzepten geforscht, darunter CAR-T-Zell-Therapien und bispezifische Antikörper.

Quellen

  1. Deutsche Krebsgesellschaft: Leitlinie Multiples Myelom (2023). Verfügbar unter: www.leitlinienprogramm-onkologie.de
  2. Rajkumar SV et al. – International Myeloma Working Group updated criteria for the diagnosis of multiple myeloma. Lancet Oncology, 2014.
  3. Robert Koch-Institut: Krebs in Deutschland – Multiples Myelom (2022). Verfügbar unter: www.krebsdaten.de

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