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Myokarditis – Herzmuskelentzündung erklärt

Myokarditis ist eine Entzündung des Herzmuskels, die häufig durch Viren ausgelöst wird und zu Herzschmerzen, Atemnot und Herzrhythmusstörungen führen kann.

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Wissenswertes über "Myokarditis"

Myokarditis ist eine Entzündung des Herzmuskels, die häufig durch Viren ausgelöst wird und zu Herzschmerzen, Atemnot und Herzrhythmusstörungen führen kann.

Was ist eine Myokarditis?

Die Myokarditis ist eine Entzündung des Herzmuskels (Myokard). Sie kann in jedem Alter auftreten und verläuft von leichten, kaum bemerkbaren Beschwerden bis hin zu lebensbedrohlichen Herzversagen. Häufig entsteht sie als Folge einer Infektion, bei der Krankheitserreger oder die körpereigene Immunreaktion das Herzmuskelgewebe schädigen.

Ursachen

Die häufigste Ursache einer Myokarditis sind virale Infektionen. Besonders bekannte Auslöser sind:

  • Coxsackieviren (Typ B)
  • Adenoviren
  • Influenzaviren (Grippeviren)
  • Parvovirus B19
  • SARS-CoV-2 (COVID-19)

Neben Viren können auch Bakterien (z. B. Borrelia burgdorferi bei Lyme-Borreliose), Pilze oder Parasiten eine Myokarditis verursachen. Darüber hinaus gibt es nicht-infektiöse Ursachen wie:

  • Autoimmunerkrankungen (z. B. systemischer Lupus erythematodes)
  • Medikamentennebenwirkungen oder toxische Substanzen
  • Bestimmte Impfreaktionen (sehr selten, z. B. nach mRNA-Impfstoffen)

Symptome

Die Beschwerden einer Myokarditis sind sehr unterschiedlich und können andere Herzerkrankungen imitieren. Typische Symptome sind:

  • Brustschmerzen oder Druckgefühl in der Brust
  • Atemnot, besonders bei körperlicher Belastung
  • Herzrhythmusstörungen (Herzrasen, Stolpern des Herzens)
  • Allgemeine Erschöpfung und Schwäche
  • Schwellungen der Beine (bei Herzinsuffizienz)
  • Fieber und grippeähnliche Symptome (besonders zu Beginn)

In manchen Fällen verläuft eine Myokarditis völlig ohne Beschwerden und wird nur zufällig entdeckt.

Diagnose

Die Diagnose einer Myokarditis erfolgt durch mehrere Untersuchungen:

  • Blutuntersuchung: Erhöhte Herzenzyme wie Troponin und CK-MB weisen auf eine Herzmuskelschädigung hin. Entzündungsparameter wie CRP und Leukozyten sind oft erhöht.
  • Elektrokardiogramm (EKG): Typische Veränderungen wie ST-Hebungen oder Herzrhythmusstörungen können sichtbar sein.
  • Echokardiographie (Herzultraschall): Zeigt die Herzfunktion und mögliche Einschränkungen der Pumpfunktion.
  • Kardiale MRT (Magnetresonanztomographie): Gilt als wichtigstes bildgebendes Verfahren zur Diagnose; es können Entzündung, Ödem und Narbengewebe im Herzmuskel sichtbar gemacht werden.
  • Herzbiopsie (Endomyokardbiopsie): Die Entnahme von Herzmuskelgewebe gilt als Goldstandard, wird jedoch nur bei schweren Verläufen eingesetzt.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Erkrankung und der zugrunde liegenden Ursache.

Allgemeine Maßnahmen

  • Körperliche Schonung: Sport und körperliche Belastung müssen für mehrere Wochen bis Monate streng vermieden werden, da dies das Risiko von Herzrhythmusstörungen und plötzlichem Herztod erhöht.
  • Bettruhe in akuten und schweren Phasen

Medikamentöse Therapie

  • Bei viraler Ursache steht die symptomatische Therapie im Vordergrund (Schmerzlinderung, Entzündungshemmer wie Ibuprofen oder ASS – nur nach ärztlicher Anweisung).
  • Bei bakteriellen Ursachen werden Antibiotika eingesetzt.
  • Bei Herzinsuffizienz kommen herzschützende Medikamente wie ACE-Hemmer, Betablocker und Diuretika zum Einsatz.
  • Bei schwerem Verlauf oder autoimmunbedingter Myokarditis können Immunsuppressiva (z. B. Kortikosteroide) notwendig sein.

Intensivmedizinische Maßnahmen

Bei einem fulminanten (sehr schweren) Verlauf mit drohendem Herzversagen können kreislaufunterstützende Systeme wie eine intraaortale Ballonpumpe (IABP) oder ein mechanisches Herzunterstützungssystem erforderlich sein. In extremen Fällen kann eine Herztransplantation notwendig werden.

Prognose und Verlauf

Die meisten Patienten mit einer akuten Myokarditis erholen sich vollständig, wenn sie sich ausreichend schonen und ärztlich betreut werden. Ein kleiner Teil entwickelt jedoch eine chronische Herzmuskelerkrankung (dilatativer Kardiomyopathie), die eine langfristige Behandlung erfordert. Regelmäßige kardiologische Nachsorgeuntersuchungen sind daher sehr wichtig.

Wann zum Arzt?

Bei anhaltenden Brustschmerzen, starker Atemnot, unregelmäßigem Herzschlag oder deutlicher Erschöpfung – besonders nach einem Infekt – sollte umgehend ein Arzt aufgesucht oder der Notruf (112) verständigt werden.

Quellen

  1. Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC): Leitlinien zur Diagnose und Behandlung von Perikarderkrankungen und Myokarditis, 2015 und aktualisierte Empfehlungen 2022. European Heart Journal.
  2. Caforio ALP et al. - Current state of knowledge on aetiology, diagnosis, management, and therapy of myocarditis. European Heart Journal, 2013; 34(33): 2636–2648. PubMed PMID: 23824828.
  3. Robert Koch-Institut (RKI): Informationen zu Herzmuskelentzündung (Myokarditis) und viralen Infektionen. www.rki.de.
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