Nabelgranulom: Ursachen, Symptome & Behandlung
Ein Nabelgranulom ist eine gutartige Gewebewucherung am Nabel von Neugeborenen, die nach dem Abfallen der Nabelschnur entstehen kann. Es zeigt sich als rötliches, feuchtes Knötchen und ist gut behandelbar.
Wissenswertes über "Nabelgranulom"
Ein Nabelgranulom ist eine gutartige Gewebewucherung am Nabel von Neugeborenen, die nach dem Abfallen der Nabelschnur entstehen kann. Es zeigt sich als rötliches, feuchtes Knötchen und ist gut behandelbar.
Was ist ein Nabelgranulom?
Ein Nabelgranulom (medizinisch: Granuloma umbilici) ist eine häufige, gutartige Gewebewucherung am Nabel von Neugeborenen. Es entsteht, wenn sich nach dem Abfallen der Nabelschnur überschießendes Granulationsgewebe – also weiches, neu gebildetes Bindegewebe – bildet, anstatt dass die Wunde normal verheilt. Das Granulom sieht aus wie ein kleines, rötliches oder rosafarbenes, feuchtes Knötchen im Nabel und ist in der Regel nicht schmerzhaft.
Ursachen
Die genaue Ursache für die Entstehung eines Nabelgranuloms ist nicht vollständig geklärt. Folgende Faktoren begünstigen seine Entstehung:
- Verzögerte oder unvollständige Abheilung der Nabelwunde nach dem Abfall der Nabelschnur
- Feuchtigkeit und mangelnde Beliftung im Nabelbereich
- Geringgradige Entzündungsreaktionen im Nabelbereich
- Individuelle Unterschiede in der Wundheilung des Neugeborenen
Das Nabelgranulom tritt bei etwa 1 von 500 Neugeborenen auf und gilt als eine der häufigsten Erkrankungen des Nabels im Säuglingsalter.
Symptome
Typische Merkmale eines Nabelgranuloms sind:
- Kleines, weiches, rötliches oder rosafarbenes Knötchen im Nabel (meist 3–10 mm groß)
- Feuchte, leicht glänzende Oberfläche
- Gelegentlich leichte Nässe oder Sekretabsonderung
- Kein Schmerz für das Kind bei einem unkomplizierten Verlauf
Ein Nabelgranulom heilt ohne Behandlung in der Regel nicht von selbst ab. Bei Zeichen einer Infektion – wie Rötung der umliegenden Haut, Übewärmung, übelriechende Absonderungen oder Fieber – sollte umgehend eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden, da eine Nabelentzündung (Omphalitis) vorliegen könnte, die einer sofortigen Behandlung bedarf.
Diagnose
Die Diagnose eines Nabelgranuloms wird in der Regel durch eine klinische Untersuchung gestellt. Die Ärztin oder der Arzt beurteilt das Aussehen und die Beschaffenheit des Knötchens. Wichtig ist die Abgrenzung von anderen Erkrankungen:
- Nabelpolyp: Ein Nabelpolyp besteht aus Schleimhautgewebe (Mukosa) und ist härter sowie blasser als ein Granulom. Er erfordert eine andere Behandlung.
- Omphalitis: Eine bakterielle Infektion des Nabels mit ausgeprägter Entzündungsreaktion.
- Nabelhernie: Eine Vorwölbung von Bauchinhalt durch die Bauchdecke am Nabel.
In Zweifelsfällen kann eine Ultraschalluntersuchung oder eine Gewebeprobe zur Sicherung der Diagnose durchgeführt werden.
Behandlung
Die Behandlung des Nabelgranuloms ist in der Regel einfach und wirksam. Folgende Methoden werden eingesetzt:
Silbernitratkauterisierung
Die häufigste Behandlungsmethode ist die Kauterisierung mit Silbernitrat. Dabei wird das überschießende Gewebe mit einem Silbernitratstäbchen chemisch verlödert (verbrannt). Dies führt zur Zerstörung des Granulomgewebes. Die Behandlung wird meist in 1–3 Sitzungen beim Kinderarzt durchgeführt und ist für das Kind kaum schmerzhaft, da das Granulomgewebe keine Schmerznerven enthält. Die Haut um den Nabel muss dabei sorgfältig geschützt werden, da Silbernitrat zur Verfärbung der Haut führen kann.
Kochsalzbehandlung
Neuere Studien zeigen, dass das regelmäßige Auftragen von hoch konzentrierter Kochsalzlösung (NaCl) eine sichere und wirksame Alternative zur Silbernitratkauterisierung sein kann. Diese Methode kann von Eltern zu Hause nach ärztlicher Anleitung angewendet werden.
Chirurgische Behandlung
In seltenen Fällen, bei sehr großen oder hartnäckigen Granulomen, kann eine operative Entfernung notwendig sein.
Abwarten
Bei sehr kleinen Granulomen kann in manchen Fällen auch ein abwartendes Vorgehen mit regelmäßiger Kontrolle sinnvoll sein, da sich einige Granulome spontan zurückbilden können.
Pflege und Prävention
Eine sorgfältige Nabelpflege kann das Risiko der Entstehung eines Nabelgranuloms verringern:
- Den Nabelbereich trocken und sauber halten
- Den Nabel luften lassen und nicht durch Windeln abdecken
- Keine feuchten Umschläge oder übermäßige Feuchtigkeitspflege am Nabel
- Bei Anzeichen von Entzündung oder verzögerter Abheilung frühzeitig ärztlichen Rat suchen
Quellen
- Daniels B, Khan A. Umbilical Granuloma. In: StatPearls. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2023. Abrufbar unter: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK560884/
- Netter FH. Atlas of Human Anatomy. 7th ed. Philadelphia: Elsevier; 2019.
- Lotan G, Klin B, Efrati Y. Silver nitrate treatment of umbilical granulomas in infants. J Pediatr Surg. 2002;37(3):427-428. https://doi.org/10.1053/jpsu.2002.30823
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