Nachgeburtsphase – Ablauf, Risiken & Behandlung
Die Nachgeburtsphase ist die dritte Phase der Geburt, in der die Plazenta und die Eihäute nach der Geburt des Kindes ausgestoßen werden.
Wissenswertes über "Nachgeburtsphase"
Die Nachgeburtsphase ist die dritte Phase der Geburt, in der die Plazenta und die Eihäute nach der Geburt des Kindes ausgestoßen werden.
Was ist die Nachgeburtsphase?
Die Nachgeburtsphase (auch Plazentaphase oder dritte Geburtsphase genannt) ist der letzte Abschnitt des Geburtsvorgangs. Sie beginnt unmittelbar nach der Geburt des Kindes und endet mit der vollständigen Ausstoßung der Plazenta (Mutterkuchen), der Eihäute und der Nabelschnur. Diese Phase dauert in der Regel zwischen 5 und 30 Minuten und ist ein natürlicher, körpereigener Prozess.
Ablauf der Nachgeburtsphase
Nach der Geburt des Kindes zieht sich die Gebärmutter weiter zusammen. Durch diese Kontraktionen löst sich die Plazenta von der Gebärmutterwand und wird durch den Geburtskanal nach außen befördert. Der Vorgang verläuft in folgenden Schritten:
- Lösung der Plazenta: Die Plazenta trennt sich durch Kontraktionen der Gebärmutter von der Uteruswand.
- Abstieg: Die gelöste Plazenta gleitet in den unteren Gebärmutterabschnitt und in die Scheide.
- Ausstoßung: Durch leichtes Pressen oder aktive ärztliche Unterstützung wird die Nachgeburt vollständig ausgetrieben.
Aktives vs. abwartendes Management
In der modernen Geburtshilfe wird zwischen zwei Vorgehensweisen unterschieden:
Aktives Management
Beim aktiven Management werden Maßnahmen ergriffen, um die Nachgeburtsphase zu beschleunigen und Blutungen zu reduzieren. Dazu gehören:
- Gabe von Oxytocin (ein wehenstimulierendes Hormon) nach der Geburt des Kindes
- Kontrollierter Zug an der Nabelschnur
- Frühzeitige Uterusmassage
Abwartendes (physiologisches) Management
Beim abwartenden Management wird der natürliche Ablauf abgewartet, ohne medikamentöse oder mechanische Eingriffe. Diese Methode wird häufig bei unkomplizierten Geburten und auf Wunsch der Gebärenden angewendet.
Mögliche Komplikationen
Obwohl die Nachgeburtsphase meist komplikationslos verläuft, können in seltenen Fällen Probleme auftreten:
- Plazentaretention: Die Plazenta löst sich nicht vollständig oder bleibt in der Gebärmutter zurück.
- Primäre postpartale Hämorrhagie: Stärkere Blutung nach der Geburt, definiert als Blutverlust über 500 ml nach vaginaler Entbindung.
- Plazenta accreta: Eine zu tief verwachsene Plazenta, die sich nicht spontan lösen kann.
- Uterusinversion: Sehr seltene Umstülpung der Gebärmutter während des Plazentaabgangs.
Medizinische Überwachung
Während und nach der Nachgeburtsphase werden Mutter und Kind engmaschig überwacht. Das Geburtsteam kontrolliert:
- die Vollständigkeit der ausgetriebenen Plazenta und Eihäute
- den Blutverlust der Mutter
- den Zustand der Gebärmutter (Tonus und Größe)
- den allgemeinen Kreislaufzustand der Mutter
Die Plazenta wird nach dem Abgang sorgfältig untersucht, um sicherzustellen, dass keine Reste in der Gebärmutter verblieben sind, da zurückgebliebene Gewebsteile zu Infektionen oder Nachblutungen führen können.
Bedeutung für die Mutter
Die erfolgreiche und vollständige Nachgeburtsphase ist entscheidend für die Gesundheit der Mutter nach der Geburt. Sie ermöglicht, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht, die Blutgefäße verschließt und die Heilung beginnt. In vielen Kulturen wird der Plazenta zudem eine symbolische oder spirituelle Bedeutung beigemessen.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Recommendations for the Prevention and Treatment of Postpartum Haemorrhage. WHO Press, Genf, 2012.
- Schneider H., Husslein P., Schneider K.T.M.: Die Geburtshilfe. 5. Auflage, Springer Medizin Verlag, Berlin, 2016.
- Begley C.M. et al.: Active versus expectant management for women in the third stage of labour. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2019.
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: Nachgeburtsphase