Native Whey – Protein direkt aus frischer Milch
Native Whey ist ein hochwertiges Molkenprotein, das direkt aus frischer Milch gewonnen wird. Es gilt als besonders schonend verarbeitet und zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Leucin und Immunglobulinen aus.
Wissenswertes über "Native Whey"
Native Whey ist ein hochwertiges Molkenprotein, das direkt aus frischer Milch gewonnen wird. Es gilt als besonders schonend verarbeitet und zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Leucin und Immunglobulinen aus.
Was ist Native Whey?
Native Whey (auch Native Whey Protein genannt) ist eine besondere Form des Molkenproteins, die nicht als Nebenprodukt der Käseherstellung entsteht, sondern direkt aus frischer Rohmilch durch ein schonendes Filtrationsverfahren gewonnen wird. Im Gegensatz zu herkömmlichem Whey Protein Concentrate (WPC) oder Whey Protein Isolate (WPI), die aus Molke als Nebenprodukt der Käseproduktion stammen, bleibt bei Native Whey die native Proteinstruktur weitgehend erhalten.
Herstellungsverfahren
Die Gewinnung von Native Whey erfolgt überwiegend durch Mikrofiltration oder Ultrafiltration direkt aus frischer Milch. Dabei werden Fett und Kasein abgetrennt, während die empfindlichen Molkenproteine in ihrer natürlichen, nicht denaturierten Form erhalten bleiben. Da kein Erhitzungsschritt bei der Käseherstellung stattfindet, bleiben bioaktive Fraktionen wie Beta-Lactoglobulin, Alpha-Lactalbumin, Lactoferrin und Immunglobuline in höheren Konzentrationen erhalten.
Nährwertprofil und Zusammensetzung
Native Whey verfügt über ein besonders hochwertiges Aminosäureprofil. Es enthält alle neun essentiellen Aminosäuren und gilt als vollständige Proteinquelle. Besonders hervorzuheben sind:
- Hoher Leucingehalt: Leucin ist die wichtigste Aminosäure für die Aktivierung der Muskelproteinsynthese (mTOR-Signalweg). Native Whey weist oft einen höheren Leucingehalt auf als konventionelles Whey.
- Bioaktive Peptide: Aufgrund der schonenden Verarbeitung bleiben mehr bioaktive Peptide erhalten, die entzündungshemmende und immunstärkende Eigenschaften besitzen können.
- Immunglobuline und Lactoferrin: Diese Proteinkomponenten unterstützen das Immunsystem.
- Niedrigerer Fett- und Kohlenhydratanteil bei hoher Proteinkonzentration, typischerweise über 80–90 % Protein pro 100 g.
Gesundheitliche Vorteile und Anwendung
Muskelaufbau und Regeneration
Native Whey wird besonders im Bereich des Kraft- und Ausdauersports eingesetzt. Studien zeigen, dass Molkenprotein im Allgemeinen und Native Whey im Besonderen die Muskelproteinsynthese nach dem Training effektiv anregen kann. Der hohe Leucingehalt gilt als Hauptfaktor für diese Wirkung.
Gewichtsmanagement
Als hochsättigendes Protein kann Native Whey im Rahmen einer kalorienreduzierten Ernährung dabei helfen, das Sättigungsgefühl zu verlängern und die Muskelmasse während einer Diät zu erhalten.
Unterstützung des Immunsystems
Die in Native Whey enthaltenen Immunglobuline, Lactoferrin und Beta-Glucane können zur Unterstützung des Immunsystems beitragen. Lactoferrin hat zudem antimikrobielle Eigenschaften.
ältere Menschen und Sarkopenie-Prävention
Für ältere Menschen, die ein erhöhtes Risiko für Sarkopenie (altersbedingte Muskelschwäche) haben, kann eine ausreichende Proteinzufuhr essenziell sein. Native Whey kann aufgrund seiner hohen biologischen Wertigkeit und des hohen Leucingehalts besonders vorteilhaft sein.
Dosierung und Einnahme
Die empfohlene Tagesdosis richtet sich nach dem individuellen Proteinbedarf, der körperlichen Aktivität und dem Körpergewicht. Allgemeine Empfehlungen für sportlich aktive Personen liegen bei 1,4 bis 2,0 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag (Deutsche Gesellschaft für Ernährung, DGE). Eine typische Einzelportion Native Whey beträgt 20 bis 30 g Protein. Die Einnahme erfolgt häufig:
- Direkt nach dem Training zur Optimierung der Muskelregeneration
- Als Ergänzung zum Frühstück
- Als Zwischenmahlzeit zur Deckung des Tagesproteinbedarfs
Verträglichkeit und Sicherheit
Native Whey ist für die meisten gesunden Erwachsenen gut verträglich. Personen mit einer Kuhmilchallergie oder einer Laktoseintoleranz sollten jedoch Vorsicht walten lassen. Viele Native Whey Produkte sind laktosereduziert oder laktosefrei, da das Protein durch Filtration weitgehend von Laktose getrennt wird. Eine übermäßige Proteinzufuhr über den physiologischen Bedarf hinaus ist für gesunde Personen mit funktionierender Nierenfunktion nach aktuellem Wissensstand unbedenklich, sollte jedoch bei bestehenden Nierenerkrankungen mit einem Arzt abgesprochen werden.
Unterschied zu konventionellem Whey Protein
Der wesentliche Unterschied zwischen Native Whey und herkömmlichem Whey liegt im Ausgangsmaterial und im Verarbeitungsprozess:
- Herkömmliches Whey: Wird als Nebenprodukt bei der Käseherstellung gewonnen. Dabei werden Säure oder Lab eingesetzt, was zur Denaturierung einiger Proteine führen kann.
- Native Whey: Wird direkt aus frischer Milch durch Filtration gewonnen, ohne den Umweg über die Käseherstellung. Die Proteinstruktur bleibt nativer und bioaktive Fraktionen sind besser erhalten.
Quellen
- Hamarsland, H. et al. (2017): Native whey protein with high levels of leucine results in similar post-exercise muscular anabolic responses as regular whey protein. Journal of the International Society of Sports Nutrition, 14(1), 43.
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Protein. Abgerufen unter: www.dge.de
- Wit, J.N. de (1998): Nutritional and functional characteristics of whey proteins in food products. Journal of Dairy Science, 81(3), 597–608.
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