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Die Neoantigenlast beschreibt die Anzahl tumor-spezifischer Antigene auf Krebszellen. Sie ist ein wichtiger Biomarker für die Wirksamkeit von Immuntherapien.
Die Neoantigenlast beschreibt die Anzahl tumor-spezifischer Antigene auf Krebszellen. Sie ist ein wichtiger Biomarker für die Wirksamkeit von Immuntherapien.
Die Neoantigenlast (englisch: neoantigen burden) bezeichnet die Gesamtzahl der tumor-spezifischen Proteinveränderungen, die auf der Oberfläche von Krebszellen präsentiert werden. Diese veränderten Proteine, sogenannte Neoantigene, entstehen durch genetische Mutationen in Tumorzellen und sind für das Immunsystem als fremd erkennbar. Je höher die Neoantigenlast, desto mehr Angriffspunkte bietet der Tumor für das Immunsystem.
Neoantigene entstehen, wenn Mutationen im Erbgut einer Tumorzelle zur Bildung veränderter Proteine führen. Diese Proteine werden über den sogenannten MHC-Komplex (Haupthistokompatibilitätskomplex) auf der Zelloberfläche präsentiert. Da das Immunsystem diese veränderten Strukturen nicht als körpereigen erkennt, können spezifische T-Zellen aktiviert werden, um die Tumorzellen zu bekämpfen.
Die Neoantigenlast gilt als wichtiger prädiktiver Biomarker in der Onkologie. Studien zeigen, dass Tumore mit einer hohen Neoantigenlast häufig besser auf Immun-Checkpoint-Inhibitoren ansprechen. Diese Medikamente, wie etwa PD-1- oder CTLA-4-Blocker, heben die Hemmung des Immunsystems auf und ermöglichen eine stärkere Immunantwort gegen den Tumor.
Eine hohe Neoantigenlast findet sich häufig bei Tumortypen mit einer hohen Mutationsrate, zum Beispiel bei:
Die Neoantigenlast steht in engem Zusammenhang mit der Tumormutationslast (englisch: tumor mutational burden, TMB). Die TMB misst die Gesamtzahl somatischer Mutationen im Tumorgewebe, während die Neoantigenlast spezifisch jene Mutationen erfasst, die tatsächlich zu immunogen präsentierten Proteinen führen. Beide Parameter werden zunehmend zur Patientenselektion für Immuntherapien eingesetzt.
Die Bestimmung der Neoantigenlast erfolgt über molekulargenetische Methoden:
In der personalisierten Krebsmedizin spielt die Neoantigenlast eine wachsende Rolle. Sie dient nicht nur als Grundlage für die Auswahl geeigneter Immuntherapien, sondern auch für die Entwicklung individueller Neoantigen-Vakzine (Krebsimpfstoffe). Dabei werden die spezifischen Neoantigene eines Patienten identifiziert und als Impfstoff eingesetzt, um eine gezielte Immunantwort gegen den Tumor auszulösen. Solche personalisierten Krebsimpfstoffe befinden sich derzeit in klinischen Studien und zeigen vielversprechende Ergebnisse.
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