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Neotam (E961) ist ein synthetischer Hochintensitätssüßstoff, der als kalorienfreier Zuckerersatz in Lebensmitteln und Getränken eingesetzt wird.
Neotam (E961) ist ein synthetischer Hochintensitätssüßstoff, der als kalorienfreier Zuckerersatz in Lebensmitteln und Getränken eingesetzt wird.
Neotam (EU-Zusatzstoffnummer: E961) ist ein künstlicher Süßstoff aus der Gruppe der Hochintensitätssüßstoffe. Es handelt sich um ein Derivat des bekannten Süßstoffs Aspartam, das jedoch chemisch so verändert wurde, dass es eine deutlich höhere Süßkraft besitzt. Neotam ist etwa 7.000- bis 13.000-mal süßer als Haushaltszucker (Saccharose) und wird daher nur in sehr geringen Mengen benötigt. In der Europäischen Union ist Neotam als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen und darf in einer Vielzahl von Lebensmitteln und Getränken verwendet werden.
Neotam ist chemisch gesehen ein N-Neohexyl-Derivat von Aspartam. Trotz seiner strukturellen Ähnlichkeit zu Aspartam wird Neotam im Körper nicht zu Phenylalanin abgebaut, was es – im Gegensatz zu Aspartam – auch für Menschen mit Phenylketonurie (PKU) grundsätzlich unbedenklicher macht, obwohl eine individuelle Beratung empfohlen wird.
Der Süßungseffekt entsteht, weil Neotam spezifisch an die Süßgeschmacksrezeptoren (T1R2/T1R3) auf der Zunge bindet und diese aktiviert. Da es in extrem kleinen Mengen eingesetzt wird und kaum in den Stoffwechsel eingeht, liefert es praktisch keine Kalorien.
Neotam wird als Süßungsmittel und Geschmacksverstärker in verschiedenen Lebensmittelkategorien verwendet. Typische Anwendungsgebiete umfassen:
Aufgrund seiner enormen Süßkraft werden nur Mengen im Mikrogramm- bis Milligrammbereich pro Portion benötigt.
Neotam wurde von mehreren internationalen Lebensmittelsicherheitsbehörden bewertet und als sicher eingestuft:
Da Neotam in extrem geringen Konzentrationen eingesetzt wird, ist eine Überschreitung des ADI-Werts unter normalen Ernährungsbedingungen sehr unwahrscheinlich.
Wie bei anderen synthetischen Süßstoffen gibt es in der Bevölkerung Diskussionen über mögliche Nebenwirkungen. Bislang liegen jedoch keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege für schädliche Auswirkungen bei der zugelassenen Verwendung vor. Einige Studien haben allgemein untersucht, ob Hochintensitätssüßstoffe den Darmmikrobiom oder den Insulinstoffwechsel beeinflussen könnten. Die Datenlage zu Neotam im Speziellen ist begrenzt, und weitere Forschung ist wünschenswert.
Menschen mit Überempfindlichkeiten gegenüber Aspartam-ähnlichen Verbindungen sollten beim Konsum von Neotam-haltigen Produkten vorsichtig sein und im Zweifelsfall einen Arzt oder eine Ärztin konsultieren.
In der Europäischen Union müssen Lebensmittel, die Neotam enthalten, diesen Zusatzstoff entweder unter seinem Namen Neotam oder unter der Bezeichnung E961 in der Zutatenliste ausweisen. Eine gesonderte Warnung (wie beim Aspartam für PKU-Betroffene) ist für Neotam nicht vorgeschrieben.
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