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Neratinib ist ein zielgerichtetes Krebsmedikament zur Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs. Es hemmt Wachstumssignale in Tumorzellen und wird als Tablette eingenommen.
Neratinib ist ein zielgerichtetes Krebsmedikament zur Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs. Es hemmt Wachstumssignale in Tumorzellen und wird als Tablette eingenommen.
Neratinib ist ein oral verabreichter, zielgerichteter Wirkstoff aus der Gruppe der Tyrosinkinase-Inhibitoren. Er wird in der Onkologie eingesetzt, das heißt in der medizinischen Fachrichtung, die sich mit der Behandlung von Krebserkrankungen befasst. Neratinib wurde speziell entwickelt, um bestimmte Eiweißmoleküle an der Oberfläche von Krebszellen zu blockieren, die das unkontrollierte Wachstum von Tumoren fördern.
Neratinib ist von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) sowie der US-amerikanischen Behörde FDA zugelassen für folgende Anwendungsgebiete:
HER2 (Human Epidermal Growth Factor Receptor 2) ist ein Rezeptor an der Zelloberfläche, der bei bestimmten Brustkrebsarten in zu hoher Anzahl vorkommt und das Tumorwachstum antreibt.
Neratinib wirkt als irreversibler Pan-HER-Tyrosinkinase-Inhibitor. Das bedeutet, er bindet dauerhaft und nicht lösbar an die Tyrosinkinase-Domänen der HER-Rezeptorfamilie, konkret an:
Durch diese Blockade wird die Weiterleitung von Wachstumssignalen in das Innere der Tumorzelle verhindert. Die Tumorzelle kann sich dadurch nicht mehr unkontrolliert teilen und stirbt ab. Da die Bindung irreversibel ist, wirkt Neratinib länger und stärker als reversible Hemmstoffe derselben Klasse.
Neratinib wird als Filmtablette (240 mg pro Tag) oral eingenommen. Die gesamte Tagesdosis wird in der Regel einmal täglich zusammen mit einer Mahlzeit geschluckt. Die Standardtherapiedauer in der erweiterten adjuvanten Situation beträgt zwölf Monate. Die genaue Dosierung wird individuell vom behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin festgelegt und kann bei Nebenwirkungen angepasst werden.
Die häufigste und klinisch bedeutsamste Nebenwirkung von Neratinib ist Durchfall (Diarrhoe). Diese tritt bei der großen Mehrheit der Patientinnen und Patienten auf, besonders zu Beginn der Therapie, und kann in schweren Fällen zu Dehydration führen. Zur Vorbeugung wird in der Regel zu Beginn der Behandlung eine prophylaktische Therapie mit Loperamid empfohlen.
Weitere mögliche Nebenwirkungen umfassen:
Patientinnen und Patienten sollten bei anhaltenden oder schweren Nebenwirkungen umgehend ärztlichen Rat suchen.
Neratinib wird über das Leberenzym CYP3A4 abgebaut. Substanzen, die dieses Enzym hemmen (z. B. bestimmte Antimykotika oder Antibiotika), können den Neratinib-Spiegel im Blut erhöhen und somit das Nebenwirkungsrisiko steigern. Umgekehrt können CYP3A4-Induktoren (z. B. Rifampicin oder Johanniskraut) die Wirksamkeit von Neratinib verringern. Neratinib ist kontraindiziert bei schwerer Leberinsuffizienz sowie während der Schwangerschaft und Stillzeit aufgrund eines potenziellen Schadens für das ungeborene Kind.
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