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Nervlateralisation – Eingriff, Risiken & Heilung

Die Nervlateralisation ist ein chirurgisches Verfahren, bei dem ein Nerv seitlich verlagert wird, um Implantate sicher zu setzen oder Druck vom Nerv zu nehmen.

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Wissenswertes über "Nervlateralisation"

Die Nervlateralisation ist ein chirurgisches Verfahren, bei dem ein Nerv seitlich verlagert wird, um Implantate sicher zu setzen oder Druck vom Nerv zu nehmen.

Was ist eine Nervlateralisation?

Die Nervlateralisation (auch: Nerv-Lateralisation oder Nervverlagerung) ist ein spezielles chirurgisches Verfahren, das hauptsächlich in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie in der Implantologie angewendet wird. Dabei wird ein Nerv – meist der Nervus alveolaris inferior (unterer Zahnnerv) – aus seiner anatomischen Position seitlich (lateral) verlagert, um ausreichend Platz für die Einbringung von Zahnimplantaten zu schaffen oder um den Nerv von Druckstellen zu befreien.

Der Nervus alveolaris inferior verläuft durch den Unterkieferknochen und versorgt die Zähne, das Zahnfleisch sowie Teile der Unterlippe und des Kinns mit Gefühl. Bei starkem Knochenabbau im Unterkiefer – etwa nach Zahnverlust – liegt dieser Nerv sehr oberflächlich, sodass Implantate ohne eine Nervverlagerung nicht sicher gesetzt werden können.

Indikationen

Eine Nervlateralisation wird in folgenden Situationen in Betracht gezogen:

  • Stark resorbierten Unterkieferknochen mit zu geringem Abstand zum Nervenkanal
  • Geplante Implantatversorgung im Seitenzahnbereich des Unterkiefers
  • Entlastung des Nervs bei chronischem Druckschmerz oder tumorbedingter Kompression
  • Rekonstruktive Eingriffe nach Unfällen oder Tumoroperationen im Kieferbereich

Ablauf des Eingriffs

Der Eingriff wird in der Regel unter örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose durchgeführt. Der Chirurg legt den Nervenkanal im Unterkieferknochen frei, verlagert den Nerv vorsichtig zur Seite und setzt anschließend die Implantate. Nach der Implantation wird der Nerv wieder in seine ursprüngliche oder eine neue, geschützte Position zurückgelegt.

Varianten des Eingriffs

  • Lateralisation: Der Nerv wird seitlich aus seinem Kanal herausgelöst und nach außen verlagert.
  • Transposition: Der Nerv wird dauerhaft in eine neue Position versetzt und der Kanal verschlossen.

Risiken und Komplikationen

Da es sich um eine anspruchsvolle Operation in der Nähe sensibler Nervenstrukturen handelt, können folgende Komplikationen auftreten:

  • Taubheitsgefühl oder Kribbeln (Parästhesien) im Bereich von Unterlippe, Kinn oder Zähnen – meist vorübergehend, selten dauerhaft
  • Schmerzen im Operationsbereich
  • Entzündungen oder Infektionen
  • Knochenverlust oder Implantatversagen
  • In seltenen Fällen bleibende Nervschäden

Die meisten Sensibilitätsstörungen bilden sich innerhalb von Wochen bis Monaten zurück. Eine vollständige Erholung des Nervs ist in der Mehrzahl der Fälle zu erwarten.

Nachsorge und Heilungsverlauf

Nach einer Nervlateralisation ist eine sorgfältige Nachsorge wichtig. Dazu gehören regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt oder Kieferchirurgen, die Einnahme von verordneten Medikamenten (z. B. Antibiotika, Schmerzmittel) sowie eine schonende Mundhygiene. Der vollständige Heilungsprozess kann mehrere Monate in Anspruch nehmen, bevor der abschließende Zahnersatz eingesetzt wird.

Quellen

  1. Rowe N.L., Williams J.L. (Hrsg.): Maxillofacial Injuries. Churchill Livingstone, Edinburgh, 2. Auflage.
  2. Chrcanovic B.R., Custodio A.L.: Inferior alveolar nerve lateralization and transposition for dental implant placement. In: Oral and Maxillofacial Surgery, 2009; 13(4): 213–219.
  3. Deutsche Gesellschaft für Implantologie (DGI): Leitlinien zur Implantatchirurgie im atrophen Unterkiefer. www.dgi-ev.de

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