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Die Neugeborenensepsis ist eine lebensbedrohliche Blutstrominfektion bei Neugeborenen. Frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend für das Überleben.
Die Neugeborenensepsis ist eine lebensbedrohliche Blutstrominfektion bei Neugeborenen. Frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend für das Überleben.
Die Neugeborenensepsis (auch neonatale Sepsis genannt) ist eine schwerwiegende, systemische Infektionskrankheit, die in den ersten vier Lebenswochen eines Kindes auftreten kann. Dabei gelangen Krankheitserreger – meist Bakterien, seltener Viren oder Pilze – in die Blutbahn des Neugeborenen und lösen eine überschiëßende Immunreaktion aus, die lebenswichtige Organe schädigen kann. Die Erkrankung gehört zu den häufigsten Todesursachen in der Neugeborenenperiode und erfordert eine sofortige medizinische Behandlung.
Die Erreger der Neugeborenensepsis können auf verschiedenen Wegen in den Organismus des Kindes gelangen. Man unterscheidet zwei Hauptformen:
Wichtige Risikofaktoren für eine Neugeborenensepsis sind:
Die Symptome einer Neugeborenensepsis sind oft unspezifisch und können sich schnell verändern. Eltern und medizinisches Personal sollten auf folgende Zeichen achten:
Da die Symptome der Neugeborenensepsis unspezifisch sind, ist eine rasche und umfassende Diagnostik entscheidend. Folgende Untersuchungen werden typischerweise durchgeführt:
Die Behandlung der Neugeborenensepsis ist ein medizinischer Notfall und erfordert in der Regel eine Aufnahme auf eine neonatologische Intensivstation. Die Therapie umfasst:
Sobald der Verdacht auf eine Sepsis besteht, wird umgehend eine empirische Antibiotikatherapie eingeleitet – noch bevor die Ergebnisse der Blutkultur vorliegen. Nach Identifikation des Erregers und seines Resistenzmusters wird die Therapie gezielt angepasst. Typische Erstlinien-Antibiotika sind Ampicillin in Kombination mit einem Aminoglykosid (z. B. Gentamicin).
Zur Vorbeugung der frühgeburtlichen Neugeborenensepsis werden schwangere Frauen zwischen der 35. und 37. Schwangerschaftswoche auf Gruppe-B-Streptokokken getestet. Bei positivem Befund erhalten sie unter der Geburt eine vorbeugende Antibiotikatherapie. Eine gute Handhygiene im Umgang mit Neugeborenen ist die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung der Spätform.
Die Prognose der Neugeborenensepsis hängt entscheidend vom Zeitpunkt der Diagnose und dem Beginn der Behandlung ab. Bei rechtzeitiger Therapie haben viele Neugeborene gute Heilungschancen. Spätfolgen wie neurologische Beeinträchtigungen oder Hörschäden sind jedoch möglich, insbesondere wenn eine Meningitis aufgetreten ist oder die Behandlung spät begonnen wurde. Frühgeborene und Kinder mit sehr niedrigem Geburtsgewicht tragen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe.
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