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Neurofibromatose Typ 2 (NF2) ist eine seltene genetische Erkrankung, die zur Bildung gutartiger Tumoren am Nervensystem führt, vor allem an den Hörnerven.
Neurofibromatose Typ 2 (NF2) ist eine seltene genetische Erkrankung, die zur Bildung gutartiger Tumoren am Nervensystem führt, vor allem an den Hörnerven.
Die Neurofibromatose Typ 2 (NF2) ist eine seltene, autosomal-dominant vererbte Erkrankung, die durch Mutationen im NF2-Gen auf Chromosom 22 verursacht wird. Dieses Gen kodiert für das Protein Merlin (auch Schwannomin genannt), das als Tumorsuppressor wirkt. Fehlt Merlin oder ist es funktionslos, können sich unkontrolliert gutartige Tumoren – vor allem Schwannome und Meningeome – am Nervensystem entwickeln. NF2 betrifft etwa 1 von 25.000 bis 33.000 Menschen und ist damit deutlich seltener als Neurofibromatose Typ 1.
NF2 wird durch eine Mutation im NF2-Tumorsuppressorgen auf Chromosom 22q12 ausgelöst. Die Erkrankung folgt einem autosomal-dominanten Erbgang, das heißt, eine einzige veränderte Genkopie reicht aus, um die Erkrankung auszulösen. Etwa 50 % der Fälle sind erblich bedingt, die andere Hälfte entsteht durch Neumutationen (de-novo-Mutationen), also ohne familiäre Vorbelastung.
Das Leitsymptom der NF2 sind beidseitige Vestibularisschwannome (früher: Akustikusneurinome), also gutartige Tumoren an beiden Hörnerven (Nervus vestibulocochlearis). Diese führen typischerweise zu:
Weitere häufige Manifestationen umfassen:
Die Diagnose der NF2 erfolgt anhand klinischer Kriterien sowie bildgebender und genetischer Verfahren.
Eine kausale Heilung der NF2 ist derzeit nicht möglich. Die Behandlung ist symptom- und tumororientiert und erfolgt interdisziplinär.
Die operative Entfernung von Schwannomen und Meningeomen ist eine zentrale Therapieoption, insbesondere wenn Tumoren wachsen oder neurologische Ausfälle verursachen. Bei Vestibularisschwannomen wird dabei ein möglichst weitgehender Erhalt des Gehörs und des Gesichtsnervs angestrebt.
Die stereotaktische Radiochirurgie (z. B. Gamma Knife) kann eingesetzt werden, um das Tumorwachstum zu kontrollieren, ohne eine offene Operation durchzuführen. Sie ist besonders bei kleineren Tumoren geeignet.
Bevacizumab, ein VEGF-Inhibitor, wird in bestimmten Fällen eingesetzt und kann bei NF2-assoziierten Vestibularisschwannomen das Tumorwachstum verlangsamen und die Hörfunktion verbessern. Die Anwendung erfolgt im Rahmen individueller Therapieentscheidungen und klinischer Studien.
Aufgrund des progredienten Charakters der Erkrankung ist eine regelmäßige bildgebende Kontrolle (MRT), audiologische Verlaufskontrolle und neurologische Nachsorge essenziell. NF2-Patienten sollten in spezialisierten NF2-Zentren betreut werden.
Die Prognose der NF2 ist variabel und hängt von der Anzahl, Lage und dem Wachstumsverhalten der Tumoren ab. Viele Betroffene entwickeln im Laufe ihres Lebens einen bedeutsamen Hörverlust. Die Lebenserwartung ist bei guter Versorgung nicht wesentlich eingeschränkt, jedoch kann die Erkrankung durch neurologische Komplikationen die Lebensqualität erheblich beeinflussen.
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