NIDDM – Typ-2-Diabetes: Ursachen, Symptome, Therapie
NIDDM (Non-Insulin-Dependent Diabetes Mellitus) ist die ältere Bezeichnung für Typ-2-Diabetes, eine chronische Stoffwechselerkrankung mit erhöhtem Blutzucker.
Wissenswertes über "NIDDM"
NIDDM (Non-Insulin-Dependent Diabetes Mellitus) ist die ältere Bezeichnung für Typ-2-Diabetes, eine chronische Stoffwechselerkrankung mit erhöhtem Blutzucker.
Was ist NIDDM?
NIDDM steht für Non-Insulin-Dependent Diabetes Mellitus und ist die frühere medizinische Bezeichnung für den heute als Typ-2-Diabetes mellitus bekannten Zustand. Der Begriff wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den 1990er-Jahren offiziell durch die Bezeichnung „Typ-2-Diabetes“ ersetzt, da er in der Praxis irreführend war – viele Betroffene benötigen im Krankheitsverlauf tatsächlich Insulin. NIDDM gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit und ist durch einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) gekennzeichnet.
Ursachen
Die Erkrankung entsteht durch ein Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung und Lebensstilfaktoren. Zwei zentrale Mechanismen spielen eine Rolle:
- Insulinresistenz: Die Körperzellen reagieren weniger empfindlich auf das Hormon Insulin, wodurch Glukose nicht ausreichend aus dem Blut aufgenommen werden kann.
- Betazellversagen: Die Bauchspeicheldrüse produziert nicht mehr genügend Insulin, um die Resistenz auszugleichen.
Wichtige Risikofaktoren sind:
- Übergewicht und Adipositas (insbesondere Bauchfett)
- Körperliche Inaktivität
- Unausgewogene Ernährung
- Familiäre Vorbelastung (genetische Disposition)
- Höheres Lebensalter (ab 45 Jahren steigt das Risiko)
- Vordiabetes oder Schwangerschaftsdiabetes in der Vorgeschichte
Symptome
NIDDM entwickelt sich oft schleichend über Jahre hinweg. Viele Betroffene zeigen zunächst kaum oder keine Symptome. Mögliche Anzeichen umfassen:
- Starker Durst und häufiges Wasserlassen
- Unererklärliche Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Verschwommenes Sehen
- Langsame Wundheilung
- Wiederkehrende Infektionen (z. B. Harnwegsinfekte, Hautinfektionen)
- Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Händen und Füßen
Diagnose
Die Diagnose erfolgt über Blutuntersuchungen. Folgende Tests werden eingesetzt:
- Nüchternblutzucker: Ein Wert von ≥ 126 mg/dl (7,0 mmol/l) an zwei verschiedenen Tagen gilt als diagnostisch.
- HbA1c-Wert (Langzeitblutzucker): Ein Wert von ≥ 6,5 % weist auf Diabetes hin.
- Oraler Glukosetoleranztest (oGTT): Messung des Blutzuckers 2 Stunden nach Einnahme einer definierten Zuckermenge; ein Wert von ≥ 200 mg/dl gilt als Diabetes.
- Gelegenheitsblutzucker: Ein Wert von ≥ 200 mg/dl in Verbindung mit typischen Symptomen.
Behandlung
Die Therapie von NIDDM (Typ-2-Diabetes) ist mehrstufig und richtet sich nach dem individuellen Schweregrad der Erkrankung.
Lebensstiländerungen
Die Basis jeder Behandlung bilden Anpassungen des Lebensstils:
- Gewichtsreduktion durch gesunde Ernährung (z. B. kohlenhydratreduzierte, ballaststoffreiche Kost)
- Regelmäßige körperliche Aktivität (mindestens 150 Minuten moderat intensive Bewegung pro Woche)
- Raucherentwohnung und Alkoholverzicht
Medikamentöse Therapie
Wenn Lebensstiländerungen allein nicht ausreichen, kommen Medikamente zum Einsatz:
- Metformin: Erstlinienmedikament, verbessert die Insulinsensitivität
- SGLT-2-Hemmer (z. B. Empagliflozin): Fördern die Zuckerausscheidung über den Urin
- GLP-1-Rezeptoragonisten (z. B. Semaglutid): Steigern die Insulinausschüttung und reduzieren den Appetit
- Sulfonylharnstoffe, DPP-4-Hemmer, Insulin: Weitere Optionen je nach Verlauf
Langzeitkomplikationen
Unbehandelter oder schlecht eingestellter Typ-2-Diabetes kann zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen führen, darunter:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall)
- Diabetische Nephropathie (Nierenschädigung)
- Diabetische Retinopathie (Netzhautschädigung, Erblindungsrisiko)
- Diabetischer Fuß (Wundheilungsstörungen, Amputationsrisiko)
- Polyneuropathie (Nervenschmerzen)
Quellen
- World Health Organization (WHO): Definition and Diagnosis of Diabetes Mellitus and Intermediate Hyperglycemia. WHO Press, Genf, 2006.
- American Diabetes Association (ADA): Standards of Medical Care in Diabetes 2024. Diabetes Care, 47(Suppl. 1), 2024.
- Nationale Versorgungsleitlinie Typ-2-Diabetes. Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ), Berlin, 2023.
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