Niedriger Blutdruck Symptome | Hypotonie erklärt
Niedriger Blutdruck (Hypotonie) äußert sich durch Schwindel, Müdigkeit und Ohnmacht. Erfahren Sie, welche Symptome auftreten können und wann ärztlicher Rat sinnvoll ist.
Wissenswertes über "Niedriger blutdruck symptome"
Niedriger Blutdruck (Hypotonie) äußert sich durch Schwindel, Müdigkeit und Ohnmacht. Erfahren Sie, welche Symptome auftreten können und wann ärztlicher Rat sinnvoll ist.
Was ist niedriger Blutdruck?
Von einem niedrigen Blutdruck, medizinisch als Hypotonie bezeichnet, spricht man, wenn der systolische Blutdruck (der obere Wert) dauerhaft unter 100 mmHg bei Frauen bzw. unter 110 mmHg bei Männern liegt. Niedriger Blutdruck ist häufig und betrifft besonders junge, schlanke Frauen. In vielen Fällen ist er harmlos, kann aber bei ausgeprägter Form die Lebensqualität erheblich einschränken.
Symptome bei niedrigem Blutdruck
Die Beschwerden entstehen, weil das Gehirn und andere Organe nicht ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt werden. Die häufigsten Symptome sind:
- Schwindel, insbesondere beim schnellen Aufstehen (orthostatische Hypotonie)
- Müdigkeit und allgemeine Schwäche
- Schwarzwerden vor den Augen oder Sehstörungen
- Kopfschmerzen, vor allem am Morgen
- Konzentrationsprobleme und Benommenheit
- Herzrasen oder Herzklopfen (Palpitationen)
- Ohnmacht (Synkope) in schweren Fällen
- Kalte Hände und Füße durch schlechte Durchblutung
- Blässe der Haut
- Übelkeit und Appetitlosigkeit
Ursachen für niedrigen Blutdruck
Niedriger Blutdruck kann verschiedene Ursachen haben:
Primäre (idiopathische) Hypotonie
Diese Form tritt ohne erkennbare Grunderkrankung auf und ist oft konstitutionell bedingt, das heißt, sie ist anlagebedingt und betrifft häufig junge, schlanke Frauen.
Sekundäre Hypotonie
Hier liegt eine Grunderkrankung oder ein auslösender Faktor vor, zum Beispiel:
- Herzerkrankungen (z. B. Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen)
- Flüssigkeitsmangel (Dehydration)
- Hormonsstörungen (z. B. Nebennierenrindeninsuffizienz, Hypothyreose)
- Medikamente (z. B. Blutdrucksenker, Diuretika, Antidepressiva)
- Blutverlust oder schwere Infektionen
- Schwangerschaft
Orthostatische Hypotonie
Diese besondere Form tritt auf, wenn der Blutdruck beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen schnell abfällt. Sie ist häufig bei älteren Menschen und führt zu Schwindel und Sturzgefahr.
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch mehrfache Blutdruckmessungen in Ruhe und im Stehen. Weitere diagnostische Maßnahmen können sein:
- Langzeit-Blutdruckmessung
- Blutuntersuchungen (z. B. Schilddrüsenwerte, Blutbild, Elektrolyte)
- EKG zur Beurteilung der Herzfunktion
- Schellong-Test (Messung des Blutdrucks im Liegen und Stehen)
Behandlung und Tipps bei niedrigem Blutdruck
Bei leichter Hypotonie ohne Grunderkrankung genügen oft einfache Maßnahmen:
- Viel trinken: Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mindestens 2 Liter pro Tag) stabilisiert den Blutdruck.
- Salz: Eine leicht erhöhte Salzzufuhr kann helfen, sofern keine Gegenanzeigen bestehen.
- Langsam aufstehen: Plötzliche Lagewechsel vermeiden, um Schwindel zu reduzieren.
- Kompressionsstrümpfe: Unterstützen die Venenrückförderung bei orthostatischer Hypotonie.
- Regelmäßige Bewegung: Sport stärkt das Herz-Kreislauf-System.
- Wechselduschen und kalte Gußbekämpfungen regen die Durchblutung an.
- Koffeinhaltige Getränke (z. B. Kaffee, Tee) können kurzfristig helfen.
Bei sekundärer Hypotonie ist die Behandlung der Grunderkrankung entscheidend. In schwereren Fällen kann der Arzt blutdruckerhöhende Medikamente verordnen, zum Beispiel Etilefrin oder Midodrin.
Wann zum Arzt?
Folgende Beschwerden erfordern eine ärztliche Abklärung:
- Häufige Ohnmachtsanfälle oder Sturzereignisse
- Starkes Herzrasen oder Herzschmerzen
- Plötzlicher, schwerer Schwindel ohne erklärbaren Grund
- Niedriger Blutdruck in Kombination mit Fieber, Erbrechen oder Durchfall
- Anhaltende Beschwerden trotz einfacher Maßnahmen
Quellen
- Deutsche Hochdruckliga e. V. DHL® - Leitlinien zur arteriellen Hypertonie und Hypotonie. Heidelberg, 2023. Verfügbar unter: https://www.hochdruckliga.de
- Hahn, J. M. (Hrsg.) - Checkliste Innere Medizin. 8. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart, 2018.
- Freeman R et al. - Consensus statement on the definition of orthostatic hypotension, neurally mediated syncope and the postural tachycardia syndrome. Clinical Autonomic Research, 21(2):69-72, 2011. PubMed PMID: 21431947.
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