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Nierensteine – Ursachen, Symptome und Behandlung

Nierensteine sind harte Ablagerungen aus Mineralsalzen, die sich in der Niere bilden und starke Schmerzen verursachen können. Sie sind eine häufige Erkrankung der Harnwege.

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Wissenswertes über "Nierensteine"

Nierensteine sind harte Ablagerungen aus Mineralsalzen, die sich in der Niere bilden und starke Schmerzen verursachen können. Sie sind eine häufige Erkrankung der Harnwege.

Was sind Nierensteine?

Nierensteine (medizinisch: Nephrolithiasis oder Urolithiasis) sind feste Ablagerungen, die entstehen, wenn bestimmte Mineralsalze und Substanzen im Urin auskristallisieren und sich in der Niere ansammeln. Sie können unterschiedlich groß sein – von einem Sandkorn bis hin zu mehreren Zentimetern. Nierensteine sind eine der häufigsten urologischen Erkrankungen und betreffen weltweit Millionen von Menschen.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Entstehung von Nierensteinen ist meist auf ein Ungleichgewicht der im Urin gelösten Substanzen zurückzuführen. Folgende Faktoren erhöhen das Risiko:

  • Zu geringe Flüssigkeitszufuhr: Konzentrierter Urin begünstigt die Kristallbildung.
  • Ernährung: Hoher Konsum von Salz, tierischem Eiweiß und oxalatreichen Lebensmitteln (z. B. Spinat, Nüsse).
  • Stoffwechselerkrankungen: Hyperparathyreoidismus, Gicht oder bestimmte Nierenerkrankungen.
  • Genetische Veranlagung: Familiäre Häufung ist bekannt.
  • Bestimmte Medikamente: Einige Medikamente können die Steinbildung fördern.
  • Harnwegsinfektionen: Können sogenannte Struvitsteine begünstigen.

Arten von Nierensteinen

Je nach chemischer Zusammensetzung unterscheidet man verschiedene Steinarten:

  • Calciumoxalatsteine: Die häufigste Form (ca. 70–80 % aller Steine).
  • Calciumphosphatsteine: Oft verbunden mit Stoffwechselstörungen.
  • Harnsäuresteine: Entstehen bei erhöhtem Harnsäurespiegel, z. B. bei Gicht.
  • Struvitsteine: Bildung durch Harnwegsinfektionen mit bestimmten Bakterien.
  • Cystinsteine: Selten, durch eine angeborene Stoffwechselstörung verursacht.

Symptome

Kleine Steine verursachen oft keine Beschwerden und werden zufällig entdeckt. Größere Steine oder Steine, die in den Harnleiter gelangen, können folgende Symptome auslösen:

  • Nierenkolik: Plötzlich einsetzende, wellenartige, extrem starke Schmerzen in der Flanke oder im Rücken, die in die Leiste oder den Unterbauch ausstrahlen können.
  • Blut im Urin (Hämaturie): Rötlich gefärbter Urin.
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Häufiger Harndrang und Brennen beim Wasserlassen.
  • Fieber und Schüttelfrost bei begleitender Infektion (medizinischer Notfall!).

Diagnose

Zur Diagnose von Nierensteinen stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:

  • Ultraschall: Erste Wahl als schnelle, strahlungsfreie Methode zur Steinortung.
  • CT-Untersuchung (Computertomografie): Goldstandard zur genauen Lagebestimmung und Größenmessung.
  • Urinuntersuchung: Nachweis von Blut, Kristallen oder Infektionszeichen.
  • Blutuntersuchung: Prüfung von Nierenfunction, Kalzium- und Harnsäurewerten.
  • Röntgenaufnahme: Zur Darstellung kalkhaltiger Steine geeignet.

Behandlung

Konservative Therapie

Kleine Steine (unter ca. 5 mm) können häufig durch ausreichendes Trinken (2–3 Liter Wasser täglich) spontan abgehen. Schmerzmittel und krampflösende Medikamente (Spasmolytika) helfen, die Beschwerden zu lindern. Alpha-Blocker können den Abgang von Harnleitersteinen erleichtern.

Stoßwellenlithotripsie (ESWL)

Bei der extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie werden Steine von außen mit Ultraschallwellen zertrümmert, sodass die Fragmente über den Urin ausgeschieden werden können. Diese Methode ist nicht invasiv und wird häufig bei mittelgroßen Steinen eingesetzt.

Endoskopische Verfahren

Bei größeren Steinen oder wenn andere Methoden nicht ausreichen, kommen endoskopische Eingriffe zum Einsatz, z. B. die Ureterorenoskopie (URS), bei der ein dünnes Instrument durch die Harnröhre bis zum Stein vorgeschoben und dieser lasergestützt zerstört wird.

Operative Behandlung

Sehr große oder komplizierte Steine erfordern gelegentlich eine perkutane Nephrolithotomie (PCNL), bei der der Stein über einen kleinen Hautschnitt in der Flanke entfernt wird. Offene chirurgische Eingriffe sind heute sehr selten.

Vorbeugung

Um Nierensteine zu vermeiden oder einem erneuten Auftreten vorzubeugen, empfehlen sich folgende Maßnahmen:

  • Ausreichend trinken (mindestens 2–2,5 Liter täglich, bevorzugt Wasser oder ungesüßte Tees).
  • Salzarme und ausgewogene Ernährung mit moderatem Fleischkonsum.
  • Bei Calciumoxalatsteinen: Oxalatreiche Lebensmittel reduzieren.
  • Regelmäßige urologische Kontrollen bei Risikopersonen.
  • Behandlung zugrundeliegender Stoffwechselerkrankungen.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU): Leitlinie Urolithiasis (2022). Verfügbar unter: https://www.awmf.org
  2. Türk C. et al.: EAU Guidelines on Urolithiasis. European Association of Urology (2023). Verfügbar unter: https://uroweb.org/guidelines/urolithiasis
  3. Scales C. D. et al.: Prevalence of Kidney Stones in the United States. European Urology, 2012;62(1):160-165.

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