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Nierenzellkarzinom: Ursachen, Symptome & Behandlung

Das Nierenzellkarzinom ist die häufigste bösartige Nierenerkrankung beim Erwachsenen. Frühzeitige Diagnose verbessert die Heilungschancen erheblich.

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Wissenswertes über "Nierenzellkarzinom"

Das Nierenzellkarzinom ist die häufigste bösartige Nierenerkrankung beim Erwachsenen. Frühzeitige Diagnose verbessert die Heilungschancen erheblich.

Was ist ein Nierenzellkarzinom?

Das Nierenzellkarzinom (auch Nierenzellkrebs genannt) ist ein bösartiger Tumor, der in den Zellen der Nierenrinde entsteht. Es handelt sich um die häufigste Form von Nierenkrebs beim Erwachsenen und macht etwa 85 Prozent aller Nierentumoren aus. Männer sind häufiger betroffen als Frauen, und das Erkrankungsrisiko steigt ab dem 60. Lebensjahr deutlich an.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen des Nierenzellkarzinoms sind nicht vollständig geklärt. Verschiedene Risikofaktoren erhöhen jedoch die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung:

  • Rauchen: Tabakkonsum gilt als einer der wichtigsten vermeidbaren Risikofaktoren.
  • Übergewicht: Starkes Übergewicht (Adipositas) erhöht das Erkrankungsrisiko signifikant.
  • Bluthochdruck: Chronisch erhöhter Blutdruck (arterielle Hypertonie) ist mit einem höheren Risiko verbunden.
  • Genetische Faktoren: Bestimmte erbliche Syndrome wie das Von-Hippel-Lindau-Syndrom erhöhen das Risiko erheblich.
  • Dialysepflichtige Nierenerkrankungen: Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz und langjähriger Dialyse haben ein erhöhtes Risiko.
  • Berufliche Exposition: Kontakt mit bestimmten chemischen Stoffen wie Asbest oder Cadmium kann das Risiko erhöhen.

Symptome

In frühen Stadien verursacht das Nierenzellkarzinom häufig keine Beschwerden. Viele Tumoren werden zufällig bei Ultraschalluntersuchungen entdeckt. Im fortgeschrittenen Stadium können folgende Symptome auftreten:

  • Blut im Urin (Hämaturie) – oft schmerzlos
  • Schmerzen im Bereich der Flanke oder des Rückens
  • Tastbarer Knoten im Bauch- oder Flankenbereich
  • Unerklärlicher Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit
  • Anhaltende Müdigkeit und allgemeines Krankheitsgefühl
  • Fieber ohne erkennbare Infektionsursache
  • Blutarmut (Anämie) oder erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit

Diagnose

Die Diagnose des Nierenzellkarzinoms erfolgt mithilfe verschiedener Untersuchungsmethoden:

Bildgebende Verfahren

  • Ultraschall (Sonographie): Häufig erste Untersuchungsmethode bei Verdacht auf einen Nierentumor.
  • Computertomographie (CT): Standardverfahren zur genauen Beurteilung von Größe, Lage und Ausbreitung des Tumors.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Ergänzend, besonders bei Kontraindikationen für CT-Kontrastmittel.

Weitere Untersuchungen

  • Blut- und Urinuntersuchungen: Zur Beurteilung der Nierenfunktion und zum Nachweis von Blut im Urin.
  • Biopsie: Gewebeentnahme zur histologischen Sicherung der Diagnose, insbesondere bei therapeutischen Unsicherheiten.
  • Knochenszintigraphie oder PET-CT: Bei Verdacht auf Metastasen in anderen Organen oder Knochen.

Behandlung

Die Behandlung des Nierenzellkarzinoms richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung, dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten und dem Vorhandensein von Metastasen.

Operative Behandlung

Bei lokal begrenzten Tumoren ist die operative Entfernung die Therapie der Wahl. Je nach Tumorgröße und -lage wird entweder eine nierenerhaltende Operation (partielle Nephrektomie) oder eine vollständige Entfernung der Niere (radikale Nephrektomie) durchgeführt. Beide Eingriffe können offen-chirurgisch oder minimalinvasiv (laparoskopisch oder robotergestützt) erfolgen.

Ablative Verfahren

Bei kleinen Tumoren oder Patienten, die für eine Operation nicht geeignet sind, kommen ablative Verfahren wie die Radiofrequenzablation (RFA) oder die Kryoablation (Vereisung) in Betracht.

Systemische Therapie bei metastasiertem Nierenzellkarzinom

Im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium stehen folgende Behandlungsansätze zur Verfügung:

  • Zielgerichtete Therapien (Targeted Therapy): Medikamente wie Sunitinib, Pazopanib oder Cabozantinib hemmen spezifische Wachstumssignalwege des Tumors.
  • Immuntherapie (Checkpoint-Inhibitoren): Wirkstoffe wie Nivolumab oder Pembrolizumab aktivieren das Immunsystem zur Bekämpfung des Tumors und werden häufig in Kombinationstherapien eingesetzt.
  • mTOR-Inhibitoren: Substanzen wie Everolimus hemmen einen zentralen Stoffwechselweg des Tumorwachstums.

Strahlentherapie

Das Nierenzellkarzinom spricht auf eine klassische Strahlentherapie nur begrenzt an. Die Stereotaktische Strahlentherapie wird jedoch bei einzelnen Metastasen, insbesondere Hirnmetastasen, eingesetzt.

Prognose

Die Prognose hängt stark vom Stadium der Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose ab. Bei lokal begrenzt erkannten Tumoren sind die Heilungsaussichten gut; die 5-Jahres-Überlebensrate liegt in frühen Stadien bei über 90 Prozent. Bei einem metastasierten Nierenzellkarzinom verschlechtert sich die Prognose erheblich, hat sich jedoch durch moderne Immuntherapien und zielgerichtete Therapien in den letzten Jahren deutlich verbessert.

Quellen

  1. Ljungberg B. et al. - EAU Guidelines on Renal Cell Carcinoma. European Association of Urology (2023). Verfügbar unter: https://uroweb.org/guidelines/renal-cell-carcinoma
  2. Leitlinienprogramm Onkologie - S3-Leitlinie Nierenzellkarzinom. AWMF-Registernummer 043-017OL (2022). Verfügbar unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/nierenzellkarzinom/
  3. Motzer RJ. et al. - Kidney Cancer, Version 3.2022. NCCN Clinical Practice Guidelines in Oncology. Journal of the National Comprehensive Cancer Network (2022).
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