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Das Nonne-Milroy-Meige-Syndrom ist eine seltene, erblich bedingte Erkrankung des Lymphsystems, die zu chronischen Lymphödemen führt. Betroffen sind vor allem die Extremitäten.
Das Nonne-Milroy-Meige-Syndrom ist eine seltene, erblich bedingte Erkrankung des Lymphsystems, die zu chronischen Lymphödemen führt. Betroffen sind vor allem die Extremitäten.
Das Nonne-Milroy-Meige-Syndrom bezeichnet eine Gruppe von hereditären (erblichen) Lymphödemen, die durch eine Fehlentwicklung oder Fehlfunktion des Lymphgefäßsystems entstehen. Es handelt sich um eine seltene Erkrankung, die zur Gruppe der primären Lymphödeme zählt. Das Syndrom vereint unter seinem Namen verschiedene klinische Formen, die nach den Medizinern Max Nonne, William Milroy und Henri Meige benannt wurden, die diese Erkrankungsbilder erstmals beschrieben haben.
Je nach Manifestationszeitpunkt unterscheidet man zwischen dem kongenitalen Lymphödem (Morbus Milroy, Auftreten bei Geburt oder kurz danach) und dem späteren Lymphoedema praecox (Morbus Meige, Auftreten in der Pubertät oder im frühen Erwachsenenalter).
Die Erkrankung wird durch genetische Veränderungen verursacht, die die Entwicklung und Funktion der Lymphgefäße beeinträchtigen. Bei der Milroy-Form (kongenitales Lymphödem) sind häufig Mutationen im FLT4-Gen nachweisbar, das für den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktorrezeptor 3 (VEGFR-3) kodiert. Dieser Rezeptor spielt eine wichtige Rolle beim Wachstum und der Reifung von Lymphgefäßen.
Das Leitsymptom des Nonne-Milroy-Meige-Syndroms ist das chronische Lymphödem, eine schmerzlose, teigige Schwellung des betroffenen Gewebes, die durch Ansammlung von Lymphflüssigkeit entsteht. Typischerweise sind die unteren Extremitäten betroffen, seltener auch die oberen Extremitäten oder andere Körperregionen.
Die Diagnose wird klinisch gestellt und durch weitere Untersuchungen gesichert. Da es sich um eine seltene Erkrankung handelt, ist eine gründliche Anamnese mit Erhebung der Familiengeschichte besonders wichtig.
Eine ursächliche Heilung des Nonne-Milroy-Meige-Syndroms ist derzeit nicht möglich. Die Therapie zielt auf die Reduktion des Lymphödems, die Verbesserung der Lebensqualität und die Vermeidung von Komplikationen ab. Die Komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE) gilt als Goldstandard.
Es gibt keine spezifisch zugelassene medikamentöse Therapie. Bei Infektionen (Erysipel) kommen Antibiotika zum Einsatz. In einzelnen Fällen werden experimentelle Ansätze mit VEGF-C oder anderen Wachstumsfaktoren erforscht.
Das Nonne-Milroy-Meige-Syndrom ist eine chronische Erkrankung, die lebenslang bestehen bleibt. Mit konsequenter Therapie kann die Schwellung jedoch deutlich reduziert und die Lebensqualität erheblich verbessert werden. Ohne Behandlung besteht das Risiko einer zunehmenden Fibrosierung des Gewebes und rezidivierender Infektionen.
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