Nosferatu Spinne: Aussehen, Biss & Gesundheit
Die Nosferatu Spinne (Zoropsis spinimana) ist eine aus dem Mittelmeerraum stammende Spinnenart, die sich zunehmend in Mitteleuropa ausbreitet. Ihr Biss kann beim Menschen leichte Hautrötungen verursachen.
Wissenswertes über "Nosferatu Spinne"
Die Nosferatu Spinne (Zoropsis spinimana) ist eine aus dem Mittelmeerraum stammende Spinnenart, die sich zunehmend in Mitteleuropa ausbreitet. Ihr Biss kann beim Menschen leichte Hautrötungen verursachen.
Was ist die Nosferatu Spinne?
Die Nosferatu Spinne (Zoropsis spinimana) ist eine mittelgroße Spinnenart aus der Familie der Zoropsidae. Ihren populären deutschen Namen verdankt sie dem markanten Muster auf ihrem Hinterkörper (Abdomen), das entfernt an das Gesicht der Filmfigur Nosferatu erinnert. Ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, breitet sie sich seit einigen Jahren verstärkt in Mitteleuropa, insbesondere in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus. Diese Ausbreitung wird vor allem auf den Klimawandel und den zunehmend milderen Wintern zurückgeführt.
Aussehen und Erkennungsmerkmale
Die Nosferatu Spinne ist an folgenden Merkmalen erkennbar:
- Körpergröße: Weibchen erreichen eine Körpergröße von bis zu 15 mm, männliche Tiere sind etwas kleiner. Mit Beinen kann die Gesamtspannweite bis zu 4–5 cm betragen.
- Färbung: Der Körper ist braun-gelblich gemustert mit einem auffälligen, dunklen Muster auf dem Abdomen, das einem stilisierten Gesicht ähnelt.
- Beine: Die Beine sind kräftig gebaut und weisen eine charakteristische Bänderung auf.
- Netz: Die Nosferatu Spinne baut kein klassisches Radnetz, sondern legt flache Gespinstteppiche als Jagdgrundlage an oder jagt aktiv auf der Lauer.
Verbreitung und Lebensraum
Ursprünglich ist Zoropsis spinimana in Südeuropa und Nordafrika verbreitet. In Mitteleuropa wurde sie erstmals in den 1990er-Jahren in der Schweiz nachgewiesen. Mittlerweile ist sie in vielen deutschen Städten und Regionen fest etabliert. Sie bevorzugt wärmere Umgebungen und hält sich gerne in menschlichen Gebäuden auf – in Häusern, Wohnungen, Kellern und Garagen. Im Freien findet man sie unter Baumrinde, in Felsspalten oder im dichten Bewuchs.
Verhalten und Lebensweise
Die Nosferatu Spinne ist ein nachtaktiver Jäger, der bevorzugt Insekten und andere Kleintiere erbeutet. Sie ist eine scheue Spinne, die Menschen in der Regel meidet und nur dann beißt, wenn sie sich bedroht fühlt oder zwischen Haut und Kleidung geraten ist. Trotz ihres bedrohlichen Aussehens ist sie kein aggressives Tier.
Ist die Nosferatu Spinne gefährlich für den Menschen?
Die Nosferatu Spinne verfügt über Giftklauen (Chelizeren), mit denen sie im Notfall auch menschliche Haut durchdringen kann – was bei den meisten einheimischen Spinnenarten nicht der Fall ist. Ihr Gift ist jedoch für gesunde Erwachsene nicht gefährlich. Ein Biss kann folgende Reaktionen hervorrufen:
- Lokaler Schmerz, vergleichbar mit einem Bienen- oder Wespenstich
- Örtliche Rötung und leichte Schwellung der Haut
- Gelegentlich Juckreiz im Bereich der Bissstelle
Schwere allergische Reaktionen oder systemische Vergiftungserscheinungen sind beim Biss der Nosferatu Spinne beim Menschen nicht bekannt. Personen mit einer bekannten Insekten- oder Spinnengiftallergie sollten jedoch bei anhaltenden Symptomen ärztliche Hilfe aufsuchen.
Was tun bei einem Biss der Nosferatu Spinne?
Im Falle eines Bisses werden folgende Maßnahmen empfohlen:
- Die Bissstelle gründlich mit Wasser und Seife reinigen.
- Eine Kühlung der Stelle (z.B. mit einem Kühlbeutel) kann Schmerz und Schwellung lindern.
- Nicht kratzen, um Sekundärinfektionen zu vermeiden.
- Bei starken Schmerzen können schmerzlindernde Salben oder orale Schmerzmittel eingesetzt werden.
- Bei anhaltenden oder sich verschlechternden Symptomen, Zeichen einer Infektion oder allergischen Reaktionen (Atemnot, Schwindel, ausgepragte Schwellung) sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.
Nosferatu Spinne im Haus – Was kann man tun?
Wer die Nosferatu Spinne im Haus findet, muss sich keine großen Sorgen machen. Folgende Maßnahmen können helfen, das Vorkommen zu reduzieren:
- Regelmäßiges Lüften und Reinigen, insbesondere in dunklen, selten genutzten Bereichen wie Kellern und Garagen
- Dichten von Ritzen und Spalten in Fenstern, Türen und Wänden
- Entfernen von Gespinsten mit einem Besen oder Staubsauger
- Spinnen können auch lebend eingefangen und im Freien wieder freigelassen werden
Der Einsatz von chemischen Mitteln ist in der Regel nicht erforderlich und auch aus ökologischen Gründen nicht empfehlenswert, da Spinnen nützliche Insektenfresser sind.
Quellen
- Nentwig, W. et al. (2022): Spinnen Mitteleuropas. Bern: Haupt Verlag.
- Schweizerisches Toxikologisches Informationszentrum (STIZ): Informationen zu Spinnenbissen in der Schweiz. Abgerufen von: www.toxinfo.ch
- Brüning, E. & Spelda, J. (2019): Neozoen unter den Spinnen Deutschlands – eine Übersicht. Arachnologische Mitteilungen, 58, S. 45–53.
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