Notfall – Definition, Erste Hilfe & Notruf
Ein Notfall ist eine plötzlich auftretende, lebensbedrohliche oder dringliche Situation, die sofortige medizinische Maßnahmen erfordert, um Gesundheit oder Leben zu sichern.
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Ein Notfall ist eine plötzlich auftretende, lebensbedrohliche oder dringliche Situation, die sofortige medizinische Maßnahmen erfordert, um Gesundheit oder Leben zu sichern.
Was ist ein Notfall?
Ein Notfall bezeichnet eine plötzlich eintretende Situation, bei der das Leben oder die Gesundheit einer Person akut bedroht ist und unmittelbares Handeln erforderlich ist. In der Medizin unterscheidet man zwischen einem medizinischen Notfall – also einem körperlichen oder psychischen Akutereignis – und einem Trauma-Notfall, der durch äußere Einwirkung wie einen Unfall entsteht. Notfälle können jederzeit und überall auftreten und erfordern oft das Eingreifen von Ersthelferinnen und Ersthelfern sowie des Rettungsdienstes.
Arten von Notfällen
Medizinische Notfälle
- Herzstillstand: Das Herz hört auf zu schlagen; sofortige Reanimation ist lebensrettend.
- Schlaganfall: Durchblutungsstörung im Gehirn mit Symptomen wie Lähmungen, Sprachstörungen oder plötzlichem Schwindel.
- Herzinfarkt: Verschluss einer Herzkranzarterie mit starken Brustschmerzen, Atemnot und Ausstrahlung in den Arm.
- Anaphylaxie: Schwere allergische Reaktion mit Kreislaufversagen und Atemnot.
- Hypoglykämie: Gefährlicher Blutzuckerabfall bei Diabetikerinnen und Diabetikern.
- Atemnotfälle: Asthmaanfall, Lungenembolie oder Erstickungsgefahr.
Trauma-Notfälle
- Verkehrsunfälle mit schweren Verletzungen
- Verbrennungen und Verätzungen
- Sturzverletzungen und Knochenbrüche
- Schädel-Hirn-Traumata
Psychische Notfälle
- Akute Suizidalität
- Schwere psychiatrische Krisen (z. B. psychotische Episoden)
- Panikattacken mit körperlichen Symptomen
Warnzeichen: Wann liegt ein Notfall vor?
Bestimmte Symptome erfordern sofort den Notruf 112 (europaweit) oder 110 (Polizei in Deutschland):
- Bewusstlosigkeit oder fehlende Reaktion
- Atemstillstand oder schwere Atemnot
- Starke, plötzliche Brustschmerzen
- Einseitige Lähmung, Sprachverlust oder hängender Mundwinkel (Schlaganfall-Zeichen)
- Starke Blutungen, die nicht gestillt werden können
- Krampfanfälle
- Vergiftungen oder Überdosierungen
Erste Hilfe im Notfall
Erste Hilfe kann in den ersten Minuten eines Notfalls Leben retten. Folgende Grundsätze gelten:
- Ruhe bewahren und die Situation einschätzen.
- Notruf absetzen: In Deutschland und Europa 112 wählen und klare Angaben zu Ort, Art und Anzahl der Betroffenen machen.
- Bewusstlose Personen in die stabile Seitenlage bringen, sofern keine Wirbelsäulenverletzung vorliegt.
- Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) durchführen, wenn keine Atmung vorhanden ist: 30 Herzdruckmassagen, 2 Beatmungen – bis der Rettungsdienst eintrifft.
- Starke Blutungen stillen durch Druckverbände.
- Verletzte Personen nicht unnötig bewegen.
Ablauf der professionellen Notfallversorgung
Der professionelle Rettungsdienst übernimmt nach dem Eintreffen die Versorgung. Der Ablauf folgt dem sogenannten ABCDE-Schema:
- A – Airway: Atemwege sichern
- B – Breathing: Beatmung sicherstellen
- C – Circulation: Kreislauf stabilisieren
- D – Disability: Neurologischen Status prüfen
- E – Exposure: Ganzkörperinspektion und Umgebungsbedingungen
Anschließend erfolgt die Übergabe in eine Notaufnahme oder direkt in spezialisierten Fachabteilungen wie der Intensivstation oder dem Herzkatheterlabor.
Notfallnummern in Deutschland und Europa
- 112: Notruf Feuerwehr und Rettungsdienst (europaweite Notrufnummer)
- 110: Polizeinotruf (Deutschland)
- 116 117: Ärztlicher Bereitschaftsdienst (bei nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen außerhalb der Praxisöffnungszeiten)
Prävention und Vorbereitung
Vorbeugende Maßnahmen können das Risiko und die Schwere eines Notfalls verringern:
- Regelmäßige Erste-Hilfe-Kurse auffrischen
- Hausapotheke und Verbandskasten aktuell halten
- Notfallnummern und persönliche Notfallinformationen griffbereit haben (z. B. Allergien, Medikamente, Blutgruppe)
- Chronische Erkrankungen konsequent behandeln lassen
Quellen
- Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung – Erste Hilfe und Notfallversorgung, 2023. Verfügbar unter: www.bundesaerztekammer.de
- European Resuscitation Council (ERC) – Guidelines for Resuscitation 2021. Verfügbar unter: www.erc.edu
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 268. Auflage. De Gruyter, Berlin, 2020.
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