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Eine NTRK Fusion ist eine genetische Veränderung, bei der NTRK-Gene mit anderen Genen verschmelzen und so unkontrolliertes Tumorwachstum auslösen können.
Eine NTRK Fusion ist eine genetische Veränderung, bei der NTRK-Gene mit anderen Genen verschmelzen und so unkontrolliertes Tumorwachstum auslösen können.
Eine NTRK Fusion (auch NTRK-Genfusion genannt) ist eine spezifische genetische Veränderung in Tumorzellen. Dabei verschmelzen die Gene NTRK1, NTRK2 oder NTRK3 – welche für die Rezeptortyrosinkinasen TrkA, TrkB und TrkC kodieren – mit einem anderen, nicht verwandten Gen. Das Ergebnis ist ein sogenanntes Fusionsprotein, das dauerhaft aktiv ist und unkontrolliertes Zellwachstum sowie Tumorbildung fördern kann.
NTRK-Fusionen kommen in einer Vielzahl unterschiedlicher Tumortypen vor und gelten als tumoragnostischer Biomarker, das heißt, sie sind unabhängig von der Lokalisation des Tumors im Körper therapeutisch relevant.
NTRK-Fusionen entstehen durch chromosomale Umstrukturierungen, bei denen Teile verschiedener Gene miteinander verbunden werden. Diese Veränderungen sind somatisch, das heißt, sie entstehen im Laufe des Lebens in einzelnen Körperzellen und werden in der Regel nicht vererbt.
Insgesamt sind NTRK-Fusionen in der allgemeinen Krebspopulation selten (unter 1 %), können jedoch bei bestimmten seltenen Tumortypen sehr häufig vorkommen (bis zu 90 %).
NTRK-Fusionen wurden in über 20 verschiedenen Tumortypen nachgewiesen, darunter:
Der Nachweis einer NTRK-Fusion erfolgt durch molekulare Diagnostik am Tumorgewebe. Folgende Methoden werden eingesetzt:
Eine frühzeitige Testung ist wichtig, da das Vorliegen einer NTRK-Fusion über den Einsatz gezielter, hochwirksamer Therapien entscheidet.
Die Entdeckung von NTRK-Fusionen hat die Entwicklung gezielter Therapien, sogenannter TRK-Inhibitoren (Tropomyosin-Rezeptorkinase-Inhibitoren), ermöglicht. Diese Wirkstoffe blockieren das durch die Fusion entstehende überaktive Fusionsprotein und hemmen so das Tumorwachstum.
Klinische Studien zeigen bei NTRK-Fusionspositiven Tumoren unter TRK-Inhibitoren bemerkenswert hohe Ansprechraten von 57–79 %, und das über verschiedene Tumorentitäten hinweg. Viele Patienten zeigen anhaltende Remissionen.
Im Laufe der Behandlung können sekundäre Mutationen im NTRK-Gen auftreten, die zu einer Resistenz gegenüber TRK-Inhibitoren der ersten Generation führen. TRK-Inhibitoren der zweiten Generation, wie Selitrectinib und Repotrectinib, werden in klinischen Studien erprobt, um diese Resistenzmechanismen zu überwinden.
NTRK-Fusionen stehen beispielhaft für das Prinzip der präzisionsonkologischen Medizin: Die Therapieentscheidung richtet sich nicht nach der Lokalisation des Tumors, sondern nach seinem molekularen Profil. Dies macht NTRK-Fusionen zu einem Paradebeispiel für tumoragnostische Therapiekonzepte und unterstreicht die wachsende Bedeutung der molekularen Diagnostik in der modernen Krebsmedizin.
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