O-Beine (Genu varum): Ursachen & Behandlung
O-Beine (Genu varum) sind eine Beinachsenfehlstellung, bei der die Knie nach außen weichen. Sie können angeboren, wachstumsbedingt oder krankheitsbedingt auftreten.
Wissenswertes über "O-Beine"
O-Beine (Genu varum) sind eine Beinachsenfehlstellung, bei der die Knie nach außen weichen. Sie können angeboren, wachstumsbedingt oder krankheitsbedingt auftreten.
Was sind O-Beine?
O-Beine, medizinisch als Genu varum bezeichnet, sind eine Fehlstellung der Beinachse, bei der die Kniegelenke im Stehen nach außen weichen, während die Füße zusammenstehen. Dadurch entsteht eine charakteristische bogenförmige Form der Beine, die an den Buchstaben „O“ erinnert. Ein leichtes Genu varum ist bei Säuglingen und Kleinkindern bis etwa zwei Jahre normal und bildet sich in der Regel von selbst zurück.
Ursachen
O-Beine können verschiedene Ursachen haben:
- Physiologische Entwicklung: Bei Neugeborenen und Kleinkindern sind leichte O-Beine normal und verschwinden meist bis zum Schulalter.
- Rachitis: Ein Mangel an Vitamin D führt zu einer Erweichung der Knochen und kann ausgepägte O-Beine verursachen.
- Morbus Blount: Eine Wachstumsstörung des Schienbeins, die vor allem übergewichtige Kinder betrifft.
- Arthrose: Degenerativer Knorpelabbau im Kniegelenk kann im Erwachsenenalter zu einer Varusfehlstellung führen.
- Knochenerkrankungen: Erkrankungen wie Osteogenesis imperfecta oder Knochentumoren können O-Beine begünstigen.
- Verletzungen: Fehlverheilte Knochenbrüche oder Verletzungen der Wachstumsfugen können zu einer Varusfehlstellung führen.
- Übergewicht: Erhöhter Körperdruck auf die Kniegelenke kann eine bestehende Fehlstellung verstärken.
Symptome
Leichte O-Beine verursachen oft keine Beschwerden. Bei ausgeprägteren Formen können folgende Symptome auftreten:
- Sichtbare bogenförmige Stellung der Beine
- Knieschmerzen, besonders beim Gehen oder Sport
- Schmerzen im Bereich der Hüfte oder des Sprunggelenks
- Verändertes Gangbild
- Erhöhte Belastung des inneren Kniegelenkanteils, was Arthrose fördern kann
- Müdigkeit in den Beinen bei längerem Stehen oder Gehen
Diagnose
Die Diagnose von O-Beinen erfolgt in erster Linie durch eine klinische Untersuchung. Der Arzt beurteilt die Beinachse im Stand und beim Gehen. Weitere diagnostische Maßnahmen umfassen:
- Röntgenaufnahme: Zur genauen Bestimmung des Varuswinkels und zur Beurteilung der Knochen- und Gelenkstruktur.
- Ganganalyse: Zur Erfassung von Belastungsmustern und Ausgleichsbewegungen.
- Blutuntersuchungen: Zum Ausschluss von Stoffwechselerkrankungen wie Rachitis oder anderen Ursachen.
- MRT oder CT: Bei Verdacht auf strukturelle Knorpel- oder Knochenschäden.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, dem Alter des Patienten und dem Ausmaß der Fehlstellung:
Konservative Behandlung
- Physiotherapie: Gezieltes Muskeltraining zur Stabilisierung der Kniegelenke und Verbesserung der Beinachse.
- Einlagen: Orthopädische Schuheinlagen können die Belastungsverteilung verbessern und Beschwerden lindern.
- Orthesen: Bei Kindern können Schienen oder Orthesen das Knochenwachstum in die richtige Richtung lenken.
- Gewichtsreduktion: Bei Übergewicht empfiehlt sich eine Gewichtsabnahme zur Entlastung der Gelenke.
- Vitamin-D- und Calcium-Substitution: Bei rachitischer Ursache ist die Behandlung des Vitamin-D-Mangels entscheidend.
Operative Behandlung
- Umstellungsosteotomie: Operative Korrektur der Beinachse durch gezieltes Durchtrennen und Umstellen des Knochens.
- Epiphysiodese: Bei Kindern kann durch die gezielte Hemmung des Knochenwachstums auf einer Seite eine Selbstkorrektur erzielt werden.
- Kniegelenkersatz: Bei schwerer Arthrose im Erwachsenenalter kann ein künstliches Kniegelenk notwendig werden.
Quellen
- Hefti, F. - Kinderorthopädie in der Praxis. Springer Verlag, 3. Auflage, 2015.
- Staheli, L. T. - Practice of Pediatric Orthopedics. Lippincott Williams & Wilkins, 2006.
- Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) - Leitlinien zur Beinachsenfehlstellung. URL: https://www.dgooc.de
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