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Das Ogilvie-Syndrom ist eine seltene Erkrankung des Dickdarms, bei der sich der Darm ohne mechanische Blockade stark aufbläht. Es tritt vor allem bei schwerkranken oder operierten Patienten auf.
Das Ogilvie-Syndrom ist eine seltene Erkrankung des Dickdarms, bei der sich der Darm ohne mechanische Blockade stark aufbläht. Es tritt vor allem bei schwerkranken oder operierten Patienten auf.
Das Ogilvie-Syndrom, auch als akute kolonische Pseudoobstruktion bezeichnet, ist eine seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Erkrankung. Dabei kommt es zu einer massiven Erweiterung (Dilatation) des Dickdarms, ohne dass eine mechanische Blockade – also ein körperlicher Verschluss – vorliegt. Der Begriff geht auf den britischen Chirurgen Sir William Heneage Ogilvie zurück, der das Syndrom im Jahr 1948 erstmals beschrieb.
Betroffen sind vor allem Patienten, die sich in einem kritischen Gesundheitszustand befinden, beispielsweise nach größeren Operationen, bei schweren Infektionen oder bei Patienten auf der Intensivstation. Ohne rechtzeitige Behandlung besteht das Risiko einer Darmperforation, was zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen kann.
Das Ogilvie-Syndrom entsteht durch eine Störung des autonomen Nervensystems, das die Darmbewegungen (Peristaltik) steuert. Durch ein Ungleichgewicht zwischen dem hemmenden und dem fördernden Anteil des Nervensystems kommt es zu einer funktionellen Lähmung des Dickdarms. Typische auslösende Faktoren sind:
Die Symptome des Ogilvie-Syndroms entwickeln sich meist innerhalb weniger Tage nach einem auslösenden Ereignis. Typische Beschwerden umfassen:
Wichtig: Trotz der massiven Darmauftreibung fehlen zunächst oft mechanische Zeichen eines vollständigen Darmverschlusses. Dies kann die Diagnose erschweren.
Die Diagnose des Ogilvie-Syndroms erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren:
Ein Caecum-Durchmesser von mehr als 9–12 cm im Röntgenbild gilt als kritischer Grenzwert, ab dem das Perforationsrisiko deutlich steigt.
Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad des Syndroms und dem Allgemeinzustand des Patienten. Es werden konservative, medikamentöse und invasive Maßnahmen unterschieden:
Bei frühzeitiger Erkennung und adäquater Behandlung ist die Prognose des Ogilvie-Syndroms in der Regel gut. Die Sterblichkeitsrate steigt jedoch erheblich, wenn eine Darmperforation auftritt. Rezidive (Rückfälle) sind möglich und erfordern eine engmaschige Überwachung.
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