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Okklusion: Bedeutung, Ursachen & Behandlung

Okklusion bezeichnet den Verschluss oder die Verstopfung eines Körpergefäßes oder -ganges sowie den Zahnkontakt beim Biss. Erfahren Sie mehr über Ursachen und Behandlung.

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Wissenswertes über "Okklusion"

Okklusion bezeichnet den Verschluss oder die Verstopfung eines Körpergefäßes oder -ganges sowie den Zahnkontakt beim Biss. Erfahren Sie mehr über Ursachen und Behandlung.

Was ist eine Okklusion?

Der Begriff Okklusion (lateinisch: occlusio, von occludere = verschließen) wird in der Medizin in zwei verschiedenen Bedeutungszusammenhängen verwendet: Zum einen bezeichnet er in der Gefäßmedizin und Allgemeinmedizin den vollständigen Verschluss oder die Verstopfung eines Blutgefäßes, Ganges oder Hohlorgans. Zum anderen wird der Begriff in der Zahn- und Kieferheilkunde für das Aufeinanderbeissen der Zähne des Ober- und Unterkiefers verwendet, also die Art und Weise, wie die Zähne beim Mundschluss zusammentreffen.

Okklusion in der Gefäßmedizin

In der Gefäßmedizin (Angiologie) und Kardiologie beschreibt die Okklusion den vollständigen Verschluss eines Blutgefäßes, etwa einer Arterie oder Vene. Dies kann lebensbedrohliche Folgen haben, da betroffene Gewebe und Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden.

Ursachen einer gefäßmedizinischen Okklusion

  • Thrombose: Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus) innerhalb eines Gefäßes, das dieses ganz oder teilweise blockiert.
  • Embolie: Verschleppung eines Gerinnsels, einer Luftblase oder eines anderen Partikels, das ein Gefäß verstopft.
  • Arteriosklerose: Ablagerungen an den Gefäßwänden (Plaques), die das Lumen des Gefäßes zunehmend einengen und schließlich vollständig verschließen können.
  • Gefäßspasmen: Krampfhafte Verengungen der Gefäßmuskulatur, die zu einem funktionellen Verschluss führen können.
  • Tumore oder externe Kompression: Druck von außen auf ein Gefäß, z. B. durch einen Tumor.

Symptome einer gefäßmedizinischen Okklusion

Die Symptome hängen stark davon ab, welches Gefäß betroffen ist und wie rasch der Verschluss eintritt:

  • Arterielle Okklusion der Extremitäten: Plötzlicher Schmerz, Blass- oder Blaufärbung, Kältegefühl, Kribbeln, Taubheit und Bewegungseinschränkung (die sogenannten 6 P: Pain, Paleness, Paresthesia, Paralysis, Pulselessness, Prostration).
  • Koronare Okklusion (Herzinfarkt): Starke Brustschmerzen, Ausstrahlung in Arm, Schulter oder Kiefer, Schweissausbruch, Übelkeit.
  • Zerebrale Okklusion (Schlaganfall): Plötzliche Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen, Sehausfälle, Schwindel.
  • Mesenterialarterielle Okklusion: Starke Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Darmblütungen.

Diagnose

Zur Diagnose einer Gefäßokklusion kommen verschiedene bildgebende und funktionelle Verfahren zum Einsatz:

  • Dopplersonographie und Duplexsonographie: Ultraschallbasierte Untersuchung der Blutflusseigenschaften in Gefäßen.
  • Angiographie (CT- oder MR-Angiographie): Bildgebung der Gefäße mit Kontrastmittel.
  • EKG und Herzenzyme: Bei Verdacht auf Herzinfarkt.
  • Labordiagnostik: Gerinnungsparameter, D-Dimere, Blutbild.

Behandlung einer gefäßmedizinischen Okklusion

Die Behandlung richtet sich nach der Lokalisation und dem Ausmaß des Verschlusses sowie nach dem zeitlichen Verlauf:

  • Thrombolyse: Medikamentöse Auflösung des Blutgerinnsels durch gerinnungsauflösende Substanzen (z. B. rtPA).
  • Antikoagulation: Hemmung der Blutgerinnung durch Medikamente wie Heparin oder direkte orale Antikoagulanzien (DOAKs).
  • Thrombektomie: Chirurgische oder interventionelle Entfernung des Gerinnsels.
  • Angioplastie und Stentimplantation: Aufdehnung verengter Gefäße und Einsetzen eines Stützgerüsts (Stent).
  • Bypass-Operation: Chirurgische Umleitung des Blutflusses um das verschlossene Gefäß herum.

Okklusion in der Zahnheilkunde

In der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde bezeichnet Okklusion die Stellung und den Kontakt der Zähne des Ober- und Unterkiefers beim Zusammenbeißen. Eine physiologische (normale) Okklusion liegt vor, wenn die Zähne harmonisch und funktionell korrekt aufeinandertreffen. Abweichungen werden als Malokklusion (Fehlbiss) bezeichnet.

Formen der dentalen Okklusion

  • Statische Okklusion: Der Zahnkontakt bei geschlossenem Mund ohne Bewegung des Unterkiefers (Interkuspidationsposition).
  • Dynamische Okklusion: Zahnkontakte bei Bewegungen des Unterkiefers, z. B. beim Kauen oder Vorschieben des Kiefers.
  • Malokklusion: Fehlstellung der Zähne oder Kiefer, unterteilt in Klasse I, II und III nach Angle.

Ursachen und Folgen einer Malokklusion

Fehlbisse können genetisch bedingt sein oder durch Gewohnheiten wie Daumenlutschen, frühzeitigen Milchzahnverlust oder Verletzungen entstehen. Unbehandelte Malokklusionen können zu Kiefergelenksbeschwerden (CMD), erhöhtem Zahnverschleiß, Zahnschmerzen und Verdauungsproblemen führen.

Behandlung dentaler Okklusionsstörungen

  • Kieferorthopädie: Einsatz von festen oder herausnehmbaren Zahnspangen zur Korrektur von Fehlstellungen.
  • Prothetik und Zahnersatz: Anpassung von Kronen, Brücken oder Prothesen zur Wiederherstellung einer korrekten Okklusion.
  • Einschleiftherapie: Selektives Abschleifen von Störkontakten an den Zähnen.
  • Aufbissschiene: Eine Kunststoffschiene zum Schutz der Zähne und zur Entlastung des Kiefergelenks.

Quellen

  1. Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 268. Auflage, De Gruyter, Berlin 2020.
  2. Runge, M. & Galle, P. R. (Hrsg.): Praktische Innere Medizin, Thieme Verlag, Stuttgart 2021.
  3. Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK): Leitlinien zur Okklusion und Kieferorthopädie, 2022. Verfügbar unter: www.dgzmk.de

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