Ononin: Isoflavonoid aus Rotklee und Süßholz
Ononin ist ein natürlich vorkommendes Isoflavonoid aus Pflanzen wie Rotklee und Süßholz mit antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften.
Wissenswertes über "Ononin"
Ononin ist ein natürlich vorkommendes Isoflavonoid aus Pflanzen wie Rotklee und Süßholz mit antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften.
Was ist Ononin?
Ononin ist ein Isoflavonoid – eine Untergruppe der pflanzlichen Polyphenole – das natürlich in verschiedenen Pflanzenarten vorkommt. Es gehört zur chemischen Klasse der Isoflavonoide und ist strukturell mit anderen bekannten Isoflavonen wie Formononetin und Biochanin A verwandt. In der Natur findet sich Ononin vor allem in Pflanzen der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae), darunter Rotklee (Trifolium pratense), Süßholz (Glycyrrhiza spp.) sowie der Pflanze Ononis spinosa (Dornige Hauhechel), nach der die Verbindung benannt ist.
Chemische Eigenschaften
Chemisch gesehen ist Ononin das 7-O-Glucosid von Formononetin, das heißt, es besteht aus dem Isoflavon Formononetin, an das ein Glucosemolekül gebunden ist. Diese glykosidische Bindung beeinflusst die Löslichkeit, die Bioverfügbarkeit und den Stoffwechsel der Verbindung im menschlichen Körper. Nach der Aufnahme über die Nahrung wird Ononin im Darm durch Enzyme und Darmbakterien in das freie Aglykon Formononetin umgewandelt.
Vorkommen in der Natur
Ononin kommt in mehreren medizinisch und ernährungswissenschaftlich relevanten Pflanzen vor:
- Rotklee (Trifolium pratense): Eine der reichhaltigsten Quellen für Isoflavonoide, einschließlich Ononin.
- Süßholzwurzel (Glycyrrhiza uralensis, G. glabra): Traditionell in der Chinesischen und Europäischen Medizin verwendet.
- Dornige Hauhechel (Ononis spinosa): Eine in Europa heimische Pflanze, aus der Ononin erstmals isoliert wurde.
- Weitere Hülsenfruchtpflanzen: Verschiedene Arten der Gattungen Astragalus und Dalbergia.
Wirkmechanismus und biologische Aktivitäten
Ononin und sein Aglykon Formononetin haben in präklinischen Studien mehrere biologische Aktivitäten gezeigt:
Antioxidative Wirkung
Wie viele Polyphenole ist Ononin in der Lage, freie Radikale zu neutralisieren und damit oxidativen Stress in Zellen zu reduzieren. Oxidativer Stress ist an der Entstehung zahlreicher chronischer Erkrankungen beteiligt, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und neurodegenerative Erkrankungen.
Entzündungshemmende Wirkung
In Laborstudien hat Ononin entzündungsfördernde Signalwege gehemmt, insbesondere durch die Modulation von Zytokinen und Entzündungsmediatoren wie NF-κB (Nuklearer Faktor Kappa B). Dieser Mechanismus könnte bei entzündlichen Erkrankungen von Bedeutung sein.
Phytoöstrogene Aktivität
Als Isoflavonoid besitzt Ononin eine strukturelle Ähnlichkeit mit dem weiblichen Sexualhormon Östrogen. Es kann schwach an Östrogen-Rezeptoren binden und wird daher als Phytoöstrogen eingestuft. Diese Eigenschaft wird im Zusammenhang mit der Linderung von Wechseljahresbeschwerden sowie möglichen Auswirkungen auf die Knochen- und Herzgesundheit diskutiert.
Zellschützende und antikanzerogène Effekte
Erste präklinische Untersuchungen deuten darauf hin, dass Ononin bestimmte Krebszelllinien in ihrem Wachstum hemmen kann, unter anderem durch die Induktion von Apoptose (programmierter Zelltod) und die Hemmung von Zellproliferations-Signalwegen. Diese Ergebnisse stammen jedoch aus Zellkulturexperimenten und Tierversuchen; klinische Studien am Menschen fehlen bisher weitgehend.
Medizinische Verwendung und Forschungsstand
Ononin selbst wird derzeit nicht als isoliertes Arzneimittel eingesetzt. Es ist jedoch Bestandteil von pflanzlichen Präparaten und Extrakten, die traditionell angewendet werden. Die Forschung konzentriert sich auf:
- Die Rolle von Isoflavonoiden bei der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Den Einsatz bei hormonbedingten Erkrankungen und Wechseljahresbeschwerden.
- Potenzielle neuroprotektive Eigenschaften.
- Entzündungshemmende Anwendungsgebiete, z. B. bei rheumatischen Erkrankungen.
Es ist zu beachten, dass die meisten vorliegenden Studien zu Ononin präklinischer Natur sind (In-vitro- und Tiermodelle). Klinisch kontrollierte Studien am Menschen sind notwendig, bevor medizinische Anwendungsempfehlungen ausgesprochen werden können.
Sicherheit und Wechselwirkungen
Da Ononin ein natürlicher Pflanzenstoff ist, gilt es bei nahrungsmittelmäßiger Aufnahme allgemein als sicher. Dennoch sind folgende Punkte zu beachten:
- Als Phytoöstrogen könnte Ononin bei östrogenabhängigen Erkrankungen (z. B. bestimmten Brustkrebsarten) mit Vorsicht betrachtet werden.
- Wechselwirkungen mit hormonellen Medikamenten oder Östrogentherapien sind theoretisch möglich.
- Schwangere und stillende Frauen sollten bei der Einnahme von Präparaten mit hohem Isoflavonoidgehalt Rücksprache mit einem Arzt halten.
Quellen
- Bhatt, D. K. et al. (2017): Phytochemistry and pharmacological activities of Ononis spinosa. In: Asian Pacific Journal of Tropical Biomedicine.
- Kuhnle, G. G. et al. (2009): Phytoestrogen content of foods of animal origin: dairy products, eggs, meat, fish, and seafood. In: Journal of Agricultural and Food Chemistry, 57(16), 7421–7427.
- World Health Organization (WHO): Traditional Medicine Strategy 2014–2023. Genf: WHO Press.
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