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Osmotische Diuretika sind Arzneistoffe, die durch osmotische Wirkung die Harnausscheidung steigern. Sie werden u. a. bei erhöhtem Hirndruck und akutem Nierenversagen eingesetzt.
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Ein osmotisches Diuretikum ist ein Arzneistoff, der die Ausscheidung von Harn (Urin) über die Nieren erhöht, indem er die osmotischen Verhältnisse im Nierentubulus verändert. Im Gegensatz zu anderen Diuretika wirkt es nicht über spezifische Transportproteine, sondern rein physikalisch-chemisch durch seinen osmotischen Druck. Der bekannteste Vertreter dieser Substanzklasse ist Mannitol (auch: Mannit), daneben wird gelegentlich auch Glycerin eingesetzt.
Osmotische Diuretika werden nach intravenöser Gabe frei durch den Glomerulus (das Filterorgan der Niere) filtriert, aber im Nierentubulus kaum rückresorbiert. Dadurch erhöhen sie die Osmolarität des Primärharns im Tubulussystem. Wasser folgt dem osmotischen Gradienten und verbleibt im Tubulus, anstatt in das Blut zurückzufließen. Das Ergebnis ist eine deutlich gesteigerte Harnproduktion (Diurese).
Zusätzlich bewirkt die erhöhte Osmolarität im Blutplasma nach der Infusion, dass Flüssigkeit aus dem Gewebe in die Blutbahn gezogen wird. Dieser Effekt wird therapeutisch genutzt, um ein Hirnödem (Flüssigkeitsansammlung im Gehirngewebe) zu reduzieren und den intrakraniellen Druck zu senken.
Osmotische Diuretika wie Mannitol werden ausschließlich intravenös als Infusion verabreicht und kommen daher fast ausschließlich im stationären oder notfallmedizinischen Bereich zum Einsatz. Die Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht, dem klinischen Bild und dem Therapieziel. Typische Konzentrationen von Mannitol-Infusionslösungen liegen zwischen 15 % und 20 %.
Obwohl osmotische Diuretika effektiv sind, können sie unerwünschte Wirkungen verursachen:
Osmotische Diuretika dürfen nicht oder nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden bei:
Im Vergleich zu anderen Diuretika wie Schleifendiuretika (z. B. Furosemid) oder Thiaziden wirken osmotische Diuretika nicht durch Hemmung von Ionentransportern, sondern ausschließlich osmotisch. Ihre Wirkung setzt schnell ein und ist relativ kurzfristig, weshalb sie vor allem in der Akutmedizin verwendet werden.
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