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Otulin ist ein Enzym, das eine zentrale Rolle bei der Regulierung von Entzündungsreaktionen im Körper spielt. Ein Defekt im Otulin-Gen kann zu seltenen Autoimmunerkrankungen führen.
Otulin ist ein Enzym, das eine zentrale Rolle bei der Regulierung von Entzündungsreaktionen im Körper spielt. Ein Defekt im Otulin-Gen kann zu seltenen Autoimmunerkrankungen führen.
Otulin (auch bekannt als FAM105B oder Gumby) ist ein Enzym aus der Familie der Deubiquitinasen (DUBs). Es ist auf die Spaltung von linearen Ubiquitinketten spezialisiert, die sogenannte M1-verknüpften Ubiquitinketten. Otulin wirkt dabei als negativer Regulator des NF-κB-Signalwegs, einem zentralen Schalter für Entzündungs- und Immunantworten im menschlichen Körper.
Otulin interagiert direkt mit dem LUBAC-Komplex (Linear Ubiquitin Chain Assembly Complex), der lineare Ubiquitinketten an Zielproteine anhängt. Durch die Entfernung dieser Ubiquitinketten bremst Otulin die Überaktivierung von Entzündungssignalwegen. Zu den wichtigsten Funktionen zählen:
Otulin gehört zur Familie der OTU-Deubiquitinasen (Ovarian Tumour Domain-Deubiquitinasen). Es ist die einzige bekannte menschliche Deubiquitinase, die ausschließlich M1-verknüpfte (lineare) Ubiquitinketten hydrolysiert. Diese Spezifität ist entscheidend für seine regulatorische Funktion. Indem Otulin die linearen Ubiquitinketten vom LUBAC-Komplex und dessen Substraten entfernt, verhindert es eine dauerhafte Aktivierung des NF-κB-Wegs und beugt so chronischen Entzündungen vor.
Mutationen im OTULIN-Gen, die zu einem Funktionsverlust des Enzyms führen, verursachen das seltene OTULIN-assoziierte Entzündungssyndrom, auch bekannt als Otulipenie oder ORAS. Diese autosomal-rezessiv vererbte Erkrankung manifestiert sich typischerweise im Säuglingsalter und ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:
Otulin ist auch in der Krebsforschung von Interesse, da Dysregulationen des NF-κB-Signalwegs bei verschiedenen Tumorerkrankungen eine Rolle spielen. Eine veränderte Otulin-Aktivität kann zur Tumorentstehung oder -progression beitragen.
Die Diagnose des OTULIN-assoziierten Entzündungssyndroms erfolgt durch:
Da ORAS durch eine Überaktivierung des TNF-α-Signalwegs infolge erhöhter NF-κB-Aktivität verursacht wird, sprechen die meisten Patienten gut auf eine Therapie mit TNF-Inhibitoren (z.B. Etanercept oder Adalimumab) an. Diese biologischen Medikamente blockieren gezielt den Tumornekrosefaktor und dämpfen so die überschießende Entzündungsreaktion. Die Behandlung muss in der Regel dauerhaft fortgeführt werden.
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