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Das Ovarialmikrobiom bezeichnet die Gesamtheit der Mikroorganismen, die im und um das Ovar (Eierstock) nachgewiesen werden. Es beeinflusst die Fruchtbarkeit und die Eierstockgesundheit.
Das Ovarialmikrobiom bezeichnet die Gesamtheit der Mikroorganismen, die im und um das Ovar (Eierstock) nachgewiesen werden. Es beeinflusst die Fruchtbarkeit und die Eierstockgesundheit.
Das Ovarialmikrobiom bezeichnet die Gesamtheit aller Mikroorganismen – darunter Bakterien, Viren, Pilze und andere Mikroben – die im Gewebe und im unmittelbaren Umfeld der Eierstöcke (Ovarien) nachgewiesen werden können. Lange galt der weibliche Fortpflanzungstrakt oberhalb des Gebärmutterhalses als keimfrei. Neuere Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass auch die Ovarien eine eigene, charakteristische mikrobielle Gemeinschaft besitzen.
Das Ovarialmikrobiom ist eng mit dem gesamten weiblichen Reproduktionsmikrobiom verbunden, zu dem auch das Endometriummikrobiom (Gebärmutterschleimhaut), das tubale Mikrobiom (Eileiter) und das vaginale Mikrobiom gehören. Die genaue Zusammensetzung und Funktion des Ovarialmikrobioms ist Gegenstand aktiver wissenschaftlicher Forschung.
Die Mikroorganismen im Ovarialgewebe stammen vermutlich aus verschiedenen Quellen:
Zu den am häufigsten nachgewiesenen Bakteriengattungen gehören Lactobacillus, Streptococcus, Staphylococcus sowie verschiedene anaerobe Keime. Die Zusammensetzung kann sich je nach Hormonstatus, Alter, Ernährung und Gesundheitszustand der Frau erheblich unterscheiden.
Das Ovarialmikrobiom steht in enger Wechselwirkung mit der Eierstockfunktion und der Eizellqualität. Forschungsarbeiten legen nahe, dass eine gestörte mikrobielle Zusammensetzung (Dysbiose) mit verschiedenen reproduktiven Problemen assoziiert sein kann:
Ein ausgewogenes Mikrobiom scheint entzündungshemmend zu wirken und die lokale Immunregulation zu unterstützen, was für eine gesunde Follikelentwicklung und den Eisprung wichtig ist.
Ein besonders intensiv erforschtes Gebiet ist der Zusammenhang zwischen dem Ovarialmikrobiom und der Entstehung von Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom). Studien haben gezeigt, dass bei Patientinnen mit Ovarialkarzinom die mikrobielle Zusammensetzung im Ovarialgewebe sich deutlich von derjenigen gesunder Frauen unterscheidet. Bestimmte Bakterien, wie etwa Fusobacterium nucleatum, wurden mit einer erhöhten Tumormikroumgebung in Verbindung gebracht. Es ist jedoch noch unklar, ob Veränderungen des Mikrobioms eine Ursache oder eine Folge der Tumorerkrankung darstellen.
Die Untersuchung des Ovarialmikrobioms erfolgt mithilfe moderner molekularbiologischer Methoden:
Proben werden häufig aus Follikelflüssigkeit gewonnen, die bei IVF-Eingriffen entnommen wird, sowie aus Ovarialgewebebiopsien.
Verschiedene Faktoren können die Zusammensetzung des Ovarialmikrobioms beeinflussen:
Da die Forschung zum Ovarialmikrobiom noch relativ jung ist, gibt es bislang keine etablierten Therapien, die gezielt auf dieses Mikrobiom abzielen. Potenzielle zukünftige Ansätze umfassen:
Die weitere Erforschung des Ovarialmikrobioms verspricht neue diagnostische und therapeutische Möglichkeiten für Frauen mit Fertilitätsproblemen oder gynäkologischen Erkrankungen.
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