Pankreasprotease – Funktion, Bedeutung & Therapie
Pankreasproteasen sind Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse, die Proteine im Dünndarm in kleinste Bausteine (Aminosäuren) aufspalten und so die Nährstoffaufnahme ermöglichen.
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Pankreasproteasen sind Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse, die Proteine im Dünndarm in kleinste Bausteine (Aminosäuren) aufspalten und so die Nährstoffaufnahme ermöglichen.
Was sind Pankreasproteasen?
Pankreasproteasen sind eine Gruppe von Verdauungsenzymen, die in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) produziert werden. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Nahrungsproteine im Dünndarm in kleinere Einheiten – sogenannte Peptide und Aminosäuren – zu zerlegen, damit der Körper diese über die Darmwand aufnehmen kann. Ohne ausreichende Mengen dieser Enzyme wäre eine effiziente Eiweißverdauung und damit die Versorgung des Körpers mit essenziellen Bausteinen nicht möglich.
Arten von Pankreasproteasen
Die wichtigsten Pankreasproteasen lassen sich in verschiedene Untergruppen einteilen:
- Trypsin: Das mengenmäßig bedeutendste Pankreasenzym zur Proteinspaltung. Es wird als inaktive Vorstufe Trypsinogen sezerniert und im Dünndarm durch das Enzym Enteropeptidase aktiviert.
- Chymotrypsin: Spaltet Proteine an bestimmten aromatischen Aminosäureresten (z. B. Phenylalanin, Tyrosin, Tryptophan). Es wird als Chymotrypsinogen ausgeschüttet und durch Trypsin aktiviert.
- Elastase: Zerlegt Elastin und andere Proteine, die reich an bestimmten Aminosäuren wie Alanin oder Glycin sind.
- Carboxypeptidasen (A und B): Diese Exopeptidasen spalten Aminosäuren vom Carboxylende der Proteinkette ab und helfen so bei der Feinaufspaltung von Peptiden.
Aktivierung und Schutz des Pankreas
Pankreasproteasen werden zum Schutz des eigenen Gewebes als inaktive Vorstufen, sogenannte Zymogene, in den Dünndarm abgegeben. Erst dort erfolgt die Aktivierung durch spezifische Enzyme. Dieses Sicherheitssystem verhindert, dass das Bauchspeicheldrüsengewebe sich selbst verdaut. Kommt es zu einer Fehlfunktion dieses Schutzmechanismus, kann es zu einer akuten Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) kommen.
Klinische Bedeutung
Exokrine Pankreasinsuffizienz
Bei einer exokrinen Pankreasinsuffizienz produziert die Bauchspeicheldrüse nicht mehr ausreichend Verdauungsenzyme, darunter auch Pankreasproteasen. Dies führt zu einer gestörten Eiweißverdauung mit Symptomen wie:
- Fettstühlen (Steatorrhoe) und Durchfall
- Gewichtsverlust und Unterernährung
- Blähungen und Bauchschmerzen
- Mangelernährung durch verminderte Aufnahme von Aminosäuren
Häufige Ursachen sind chronische Pankreatitis, Mukoviszidose (zystische Fibrose) oder Zustände nach Bauchspeicheldrüsenoperationen.
Pankreatitis
Bei einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse werden Pankreasproteasen vorzeitig aktiviert und greifen das Pankreasgewebe selbst an. Dies verursacht starke Schmerzen und kann zu schwerwiegenden Komplikationen führen.
Diagnostischer Nutzen
Die Messung von Pankreasproteasen – insbesondere Trypsin und Elastase-1 im Stuhl – dient als wichtiger diagnostischer Marker zur Beurteilung der exokrinen Pankreasfunktion. Ein erniedrigter Wert deutet auf eine Insuffizienz hin.
Therapeutischer Einsatz: Pankreasenzymersatztherapie
Bei unzureichender Eigenproduktion von Pankreasproteasen und anderen Verdauungsenzymen kann eine Pankreasenzymersatztherapie (PERT) eingesetzt werden. Dabei werden standardisierte Präparate mit Pankreatin – einem Gemisch aus Proteasen, Lipasen und Amylasen aus tierischem Pankreas – oral eingenommen. Die Dosierung richtet sich nach dem Fettgehalt der Mahlzeit und wird individuell angepasst.
Quellen
- Löhr, J. M. et al. - United European Gastroenterology evidence-based guidelines for the diagnosis and therapy of chronic pancreatitis. United European Gastroenterology Journal, 2017.
- Whitcomb, D. C. & Lowe, M. E. - Human Pancreatic Digestive Enzymes. Digestive Diseases and Sciences, 2007; 52(1):1–17.
- Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) - S3-Leitlinie Chronische Pankreatitis, 2022.
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