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Der PD-1 Rezeptor ist ein Immun-Checkpoint-Protein auf T-Zellen, das die Immunantwort reguliert. Krebszellen nutzen ihn, um der Abwehr zu entgehen – Grundlage moderner Immuntherapien.
Der PD-1 Rezeptor ist ein Immun-Checkpoint-Protein auf T-Zellen, das die Immunantwort reguliert. Krebszellen nutzen ihn, um der Abwehr zu entgehen – Grundlage moderner Immuntherapien.
Der PD-1 Rezeptor (englisch: Programmed Cell Death Protein 1) ist ein sogenanntes Immun-Checkpoint-Protein, das auf der Oberfläche von T-Zellen – einer wichtigen Gruppe von Immunzellen – sowie auf anderen Immunzellen vorkommt. Der Rezeptor wurde in den 1990er Jahren entdeckt und spielt eine zentrale Rolle bei der Regulierung der Immunantwort des menschlichen Körpers.
PD-1 gehört zur Familie der CD28-Rezeptoren und wird durch das Gen PDCD1 kodiert. Seine Hauptaufgabe besteht darin, eine überschießende Immunreaktion zu verhindern und so das Gleichgewicht zwischen ausreichender Immunabwehr und Schutz vor Autoimmunerkrankungen aufrechtzuerhalten.
Der PD-1 Rezeptor wird aktiviert, wenn er an seine spezifischen Liganden – PD-L1 (Programmed Death-Ligand 1) oder PD-L2 – bindet. Diese Liganden werden von verschiedenen Körperzellen, aber auch von Tumorzellen exprimiert.
Wenn PD-1 an PD-L1 oder PD-L2 bindet, werden hemmende Signale in die T-Zelle übertragen. Dies führt zu:
Unter normalen Umständen ist dieser Mechanismus lebenswichtig, da er Autoimmunreaktionen verhindert. Bei Krebs jedoch nutzen Tumorzellen diesen Weg, um der Erkennung und Vernichtung durch das Immunsystem zu entgehen.
Viele Krebszellen überexprimieren den Liganden PD-L1, wodurch sie in der Lage sind, die T-Zell-Aktivität zu unterdrücken und einer Immunantwort zu entgehen. Dieser Mechanismus der Immunevasion ist bei zahlreichen Tumorarten nachgewiesen worden, darunter:
Die Entdeckung dieses Mechanismus legte den Grundstein für die Entwicklung einer neuen Klasse von Krebsmedikamenten, den sogenannten Checkpoint-Inhibitoren.
Auf Basis des PD-1-Rezeptors wurden monoklonale Antikörper entwickelt, die den Rezeptor oder seine Liganden blockieren und so die Immunantwort gegen Tumorzellen wiederherstellen. Diese Medikamente nennt man PD-1-Inhibitoren oder Anti-PD-1-Antikörper.
Diese Substanzen haben die Behandlung verschiedener Krebsarten revolutionär verändert und in manchen Fällen zu langanhaltenden Remissionen geführt, selbst bei fortgeschrittenen Tumorstadien.
Neben Krebs ist der PD-1 Rezeptor auch bei anderen Erkrankungen von Bedeutung:
Da PD-1-Inhibitoren das Immunsystem allgemein aktivieren, können sie auch gesundes Gewebe angreifen. Typische immunvermittelte Nebenwirkungen umfassen:
Diese Nebenwirkungen erfordern ein engmaschiges ärztliches Monitoring und werden bei Bedarf mit Kortikosteroiden behandelt.
Vor dem Einsatz von Checkpoint-Inhibitoren wird bei vielen Tumorarten die PD-L1-Expression im Tumorgewebe mittels Immunhistochemie (IHC) bestimmt. Ein hoher PD-L1-Wert kann auf ein besseres Ansprechen auf die Therapie hinweisen, ist jedoch nicht der einzige Prädiktionsmarker.
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